584 Kilometer bis zur Praktikumsstelle

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Freuen sich über ihre Praktikantin Welisane Ndoumbe (Mitte): (von links) Apothekerin Bärbel Schulz mit ihren Mitarbeiterinnen Katja Hettesheimer und Silke Schulte. Bei der Suche nach einem Praktikumsplatz in Kierspe haben Christiane Busch und Karin Makéreel (von rechts) geholfen.

Kierspe - „Wir möchten sie gerne behalten. Das macht so viel Spaß mit Welisane“, sagt Silke Schulte spontan. Die Pharmazeutisch Technische Assistentin ist ganz begeistert von der französischen Praktikantin, die derzeit jeden Tag in die Rauk-Apotheke kommt.

584 Kilometer errechnet die Navigationssoftware für die kürzeste Strecke zwischen Montigny-le-Bretonneux und Kierspe. Ein bisschen weit, um die Strecke jeden Tag zu fahren. Doch Welisane Ndoumbe war es jedenfalls nicht zu weit, um sich in der deutschen Partnerstadt um einen Praktikumsplatz zu bewerben. 

Die 16-jährige Französin hatte die Wahl, ob sie ein Praktikum absolviert oder an einem Austausch teilnimmt – im Grunde hat sie jetzt beides kombiniert. Die junge Frau hatte sich an die Verwaltung ihrer Heimatstadt gewandt, als sie auf der Suche nach einem Praktikumsplatz war. Von dort war sie an Dorette Vormann-Berg von der Kiersper Stadtverwaltung vermittelt worden. Und diese wiederum hatte sich im Städtepartnerschaftsverein, in dem sie auch Mitglied ist, umgehört. 

Schnell war mit Familie Klamm in Kierspe auch ein Heim auf Zeit gefunden und mit der Rauk-Apotheke eine Praktikumsstelle. Welisane Ndoumbe jedenfalls ist ganz begeistert von ihrer Arbeitsstelle auf Zeit, genau wie ihre neuen Kolleginnen und Chefin Bärbel Schulz von ihr. Die Inhaberin der Rauk-Apotheke hat sich erst im Oktober des vergangenen Jahres selbstständig gemacht, in dieser Zeit aber schon etliche Praktikantinnen aufgenommen. „Ich hatte erst bedenken, weil mein Französisch etwas eingerostet ist. Doch es klappt alles ganz wunderbar“, erzählt Schulz. Das liegt aber sicher auch daran, dass die 16-Jährige ein ganz ausgezeichnetes Deutsch spricht. 

Und was fällt der jungen Französin auf, wenn sie ihre Erfahrungen in Frankreich mit denen in Deutschland vergleicht? Erst mal gibt es ein dickes Lob für die deutschen Kolleginnen. „Hier wird sich sehr viel mehr um die Kunden bemüht, als das in Frankreich in einer Apotheke der Fall ist“, da ist sich die Praktikantin sicher. Nach insgesamt drei Wochen endet der erste Aufenthalt der 16-Jährigen in Kierspe – dann geht es wieder 584 Kilometer zurück in die Heimat.

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