Gesundheitliche Probleme gefährden Tierschutz

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Das Arche-Führungsteam, bestehend aus Bärbel Höll und Ute Pillmayer, bemüht sich derzeit, den Vorstand neu zu besetzen, um die Arbeit auch für die Zukunft weiter zu gewährleisten. ▪

KIERSPE ▪ Der Tierschutz braucht engagierte Menschen, deren Herz für die Vierbeiner oder auch Vögel und Reptilien schlägt, dann funktioniert er.

Seit 2002 können Ordnungsamt, Polizei und Tierärzte mit dem Tierhilfeverein Arche auf einen verlässlichen Partner zählen. Auch viele Bürgern, die ihr Tier vermissen oder eine neue Katze oder einen Hund suchen, finden in Tierschützern wie Bärbel Höll als Vorsitzende, Ute Pillmayer als ihre Stellvertreterin und Regina Flick als Geschäftsführerin jederzeit kompetente und hilfsbereite Ansprechpartner. Aber jetzt hat die Arche selbst Probleme und hofft auf Hilfe, denn alle drei führenden Vorstandsmitglieder müssen aus gesundheitlichen Gründen zumindest vorübergehend ins zweite Glied zurücktreten. „Wir schaffen das augenblicklich nicht mehr“, erklären Höll und Pillmayer einvernehmlich.

Auf der aus diesem Grund am kommenden Donnerstag, 30. August, um 19.30 Uhr im Hotel-Restaurant Zum alten Bahnhof anberaumten außerordentlichen Jahreshauptversammlung muss aus dem Grund der Vorstand neu besetzt werden. Derzeit sind Bärbel Höll und Ute Pillmayer damit befasst, mit Mitgliedern und auch anderen Bürgern, von denen sie wissen, dass diese die Arbeit gut finden und daher gerne unterstützen, zu sprechen, ob sie nicht einspringen können. „Es ist doch klar, dass wir sie dabei unterstützen und auch zur Stelle sein werden, wenn Tiere in Not sind. Denn uns ist der Tierschutz ja weiterhin ein wichtiges Anliegen“, machen sie deutlich, dass die neuen auf dem Posten nicht allein dastehen sollen. So werden die beiden natürlich auch ansprechbar sein, wenn Ordnungsamt, Polizei und Tierarzt ein Fundtier haben. „Nicht, dass es sonst nachher noch eingeschläfert wird“, geben Höll und Pillmayer zu bedenken.

Den beiden Vorsitzenden ist es ein wichtiges Anliegen, dass auf alle Fälle gewährleistet werden muss, dass die Arche-Arbeit weitergeht. Da wollen sie alles dran setzen. Wichtig dafür wäre, dass sich auch noch neue Mitglieder finden, die die Arbeit möglichst aktiv unterstützen und im Verein mithelfen. „Wir richten daher an alle Bürger, denen die Tiere und der Tierschutz ein Anliegen ist, die dringende Bitte, zu der außerordentlichen Mitgliederversammlung zu kommen.

Derzeit zählt die Arche knapp 40 Mitglieder. Gegründet wurde der Verein im Jahr 2002, wobei dieser mit der Aktion Tierhilfe, die bereits auf die achtziger oder neunziger Jahre zurückgeht, einen Vorläufer hatte und aus diesem praktisch hervorgegangen ist. Bärbel Höll war so auch Vorsitzende der Aktion Tierhilfe.

Wenn es die Arche irgendwann einmal nicht mehr geben sollte, dann wären die Leidtragenden die Tier in Kierspe. Nicht zu vergessen die Probleme, die auch für die Stadt entstehen würden, weil diese letztlich für Fundtiere Sorge tragen muss. Hier nehmen die Tierschützer der Kommune viel Arbeit ab. Allein im vergangenen Jahr gingen 232 Tiere und Beschwerden durch die Hände der Arche-Mitarbeiter, ein Jahr zuvor waren es sogar mehr als 250. Im Einzelnen waren es 2011 61 Hunde, 75 Katzen, 8 Kaninchen, 8 Igel, eine Land- und eine Wasserschildkröte. Hinzu kamen 58 Wildvögel und dazu Wild- und Zwergkaninchen, ausgesetzte Tiere eine Vogelspinne und ein grüner Leguan.

Aktuell engagiert sich der Tierhilfeverein für ein Kastrationsgebot für freilaufende Katzen in Kierspe, um der zunehmenden Population Herr zu werden. „Vergleichbares gibt es schon in Siegen oder auch Paderborn“, informieren Höll und Pillmayer. Zudem richten die beiden die dringende Bitte an die Bürger, ihre Tiere tätowieren und chippen zu lassen, denn das stelle dann sicher, dass diese, wenn sie einmal entlaufen oder verloren gehen, schnell und unkompliziert wieder ihrem Zuhause zugeordnet werden können.

Rolf Haase

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