Neue Toilette am ZOB kostet rund 110.000 Euro

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Unter der bestehenden Dachkonstruktion am Zentralen Busbahnhof (ZOB) in Kierspe soll im Juli eine Toilettenanlage installiert werden. Dazu müssen Dach und Pflaster entfernt werden, um die Fundamente zu fertigen, die Toilette mit einem Kran zu positionieren und diese mit den bestehenden Anschlüssen zu verbinden.

Kierspe - Wer dringend auf die Toilette muss und keine vorfindet, würde viel für ein stilles Örtchen zahlen. Die Stadt Kierspe geht die Sache anders an. Dort ist man bereit, sehr viel Geld auszugeben, damit solch eine Notlage erst gar nicht entsteht. Mehr als eine Viertelmillion Euro könnte nach MZ-Informationen die Anlage in den kommenden zehn Jahren kosten, die in Kürze am ZOB gebaut werden soll.

Bereits im November 2015 wurde von der Politik beschlossen, eine öffentliche Toilettenanlage am Zentralen Omnibusbahnhof in Kierspe zu bauen, genau wie das auch in Meinerzhagen und Brügge geschehen ist. „Es handelt sich dabei zwar um keine Pflichtaufgabe, doch wenn an dieser Stelle in Zukunft Bus- und Bahnreisende sowie Radfahrer des neuen Volmeradwegs zusammenkommen, bietet es sich an, eine solche Anlage zu bauen“, erklärt Stadtplaner Rainer Schürmann, der gemeinsam mit seiner Kollegin Andrea Thelen vom Sachgebiet Tiefbau die neue Anlage vorstellt.

Geplant ist demnach, die neue Toilette – die in einem Stück geliefert wird – im Juli dieses Jahres zu errichten. Seinen Standort soll das Örtchen unter der bereits bestehenden Dachkonstruktion erhalten. Diese muss dazu aber noch einmal demontiert werden, damit ein Kran die Kabine am Ziel ablassen kann. Darin liegt wohl auch ein Grund, warum die Toilette noch einmal teurer wird, als die bereits bestehende in Meinerzhagen, die ohne eine solche Dachkonstruktion gebaut wurde. Zu den Kosten selbst wollen Thelen und Schürmann nichts sagen, da der Hauptausschuss, der den Bau in dieser Woche im nichtöffentlichen Teil beschlossen hat, der Verwaltung keine Genehmigung erteilt habe, zu veröffentlichen, wie viel die Anlage kosten wird. In Meinerzhagen war man nicht so zurückhaltend und teilte mit, dass die Anlage mit rund 100.000 Euro zu Buche schlägt. Nach MZ-Informationen belaufen sich die Kosten in Kierspe auf 110.000 Euro. „Da es sich um ein Regionale-Projekt handelt, wird die Anschaffung zu 90 Prozent bezuschusst, so dass Kierspe nur zehn Prozent tragen muss“, so Schürmann.

Bei den Wartungs-, Reinigungs- und Instandhaltungskosten sieht das allerdings anders aus. Diese muss die Stadt – ab dem dritten Jahr – komplett aus eigenen Mitteln aufberingen. Nach MZ-Informationen belaufen sich diese jährlich auf mehr als 15.000 Euro. Damit würde in zehn Jahren mehr als eine Viertelmillion Euro ausgegeben.

Doch was bekommt der Steuerzahler für diese Summe? In der Kabine, die innen gefliest wird, befinden sich eine Toilette, ein Urinal und ein Waschbecken – alles aus Edelstahl. Als Besonderheit und im Interesse der Hygiene gibt es eine automatische Sitzbrillenreinigung. Im Nachgang zu dem Toilettenbesuch wird die Brille nach hintengezogen, gereinigt und dann wieder über die Toilette gefahren. Thelen betont, dass die Toilettenanlage vandalismushemmend gebaut werde.

Neben den Steuerzahlern, die für die Anschaffung der neuen Anlage aufkommen, sollen auch die Nutzer für die Toilette zahlen. 50 Cent soll jeder Besuch dort kosten. Schürmann: „Behinderte haben die Möglichkeit, die Anlage kostenlos zu nutzen, wenn sie einen speziellen Schlüssel besitzen.“

Im Inneren der Toilettenkabine, die ans Telefonnetz angeschlossen ist, befinden sich zwei Alarmknöpfe für den Notfall.

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