Weiter Bedarf an der Förderschule

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In der Schulzweckverbandsversammlung für die Verbundschule Volmetal ging es am Donnerstagabend unter anderem um den Jahresabschluss 2012 und den Haushaltsplan 2014. Verbandsvorsteher Erhard Pierlings und Schulleiter Günther Barth informierten zu den verschiedenen Themen.

KIERSPE - Im Rahmen der Inklusion sollen auch die Schüler mit Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung möglichst im Regelschulsystem unterrichtet werden. Dadurch steht zu erwarten, dass die Schülerzahlen an der gemeinsam von den Städten Kierspe und Meinerzhagen getragenen Verbundschule Volmetal immer weiter zurückgehen, so das irgendwann der Schulstandort in Gefahr sein könnte.

Von Rolf Haase

Weil sie zudem ein Kompetenzzentrum ist, gibt es aber eine Fristverlängerung bis 2016 oder sogar 2017, so dass jetzt genügend Zeit ist, um ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2006 das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verabschiedet. Ziel der UN-Konvention ist es, ihnen die Teilhabe an allen gesellschaftlichen Prozessen zu garantieren. Vor diesem Hintergrund hat das Land Nordrhein-Westfalen auch das 9. Schulrechtsänderungsgesetz verabschiedet, mit dem sich nun auch die Verbundschule konfrontiert sieht. Die Inklusion an den Grundschulen und weiterführenden Schulen beider Kommunen sowie die Zukunft der Verbundschule und des Kompetenzzentrums waren denn auch Thema der Zweckverbandsversammlung am Donnerstagabend im Rathaus. Dort herrschte unter den Mitgliedern aus dem kommunalpolitischen Raum Einigkeit, dass im Interesse der Schüler, die dieses Angebot benötigen, weil für sie eine andere Beschulung ausscheidet, auch weiterhin ein Angebot vorgehalten werden muss.

Schulleiter Günther Barth erläuterte am Fall der Schülerin Lena, wie extrem aufwändig es sich gestaltet, für manche Kinder Entwicklungsfortschritte zu bewerkstelligen. Sie brauchten viel Zuwendung seitens der Lehrer und auch Zeit, was im Regelschulsystem nicht so einfach möglich sei. Das bestätigten in der Sitzung ebenfalls die anwesenden Eltern, die über ihre Erfahrungen an anderen Schulen berichteten, wo ihre Kinder überfordert gewesen seien. An der Verbundschule dagegen seien sie dann aufgeblüht. Die Eltern machten sich für die Aufrechterhaltung des Angebots stark. Auch der Schulleiter betonte, dass weite Wege zu anderen Schulstandorten für die verbleibenden Schüler unbedingt vermieden werden müssten, was in dem Gremium Konsens war.

Barth informierte, dass das Elternrecht ein ganz wesentlicher Inhalt des neuen Gesetzes sei, außerdem gehe es um die Personalausstattung der Regelschulen mit Sonderpädagogen. Von den insgesamt 4800 Schülern in den beiden Volmestädten hätten 4,2 Prozent sonderpädagogischen Förderbedarf. Auf dieser Grundlage werde nach einem Berechnungsschlüssel auch die Zahl von 20 Sonderpädagogen festgelegt.

Das Ziel des Landes Nordrhein-Westfalen sei es, 70 Prozent der Schüler im allgemeinen Schulsystem unterzubringen. Durch das jetzt seit fünf Jahren eingerichtete Kompetenzzentrum seien bereits mehr als 50 Prozent erreicht, was weit über dem Landesdurchschnitt von unter 30 Prozent liege, so Barth am Donnerstagabend in der Zweckverbandsversammlung. Inklusionsklassen gibt es an allen Grundschulen, an der Gesamtschule in Kierspe und der Sekundarschule in Meinerzhagen, nicht dagegen an der Realschule und auch noch nicht am Gymnasium.

An konkreten Zahlen nannte der Schulleiter derzeit nur noch 80 Schüler an der Förderschule und 85 an den Regelschulen, wofür jeweils Kräfte des Kompetenzzentrums abgestellt werden. Zuzüglich weitere 60 Schüler, die ohnehin schon die Regelschulen besuchten, für die aber ebenfalls Förderbedarf gesehen wird. Über diese existieren Kooperationsverträge.

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