Ums Hülloch war es ruhig geworden

Weiter auf Suche nach großer Halle

Hülloch - Höhlenforschung - Kamera
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Oliver Neumann, Peter Dirk Hoffmann und Wolfgang Hänisch (von rechts) gingen am Mittwoch mit einer Kamera in die Höhle.

Die Suche nach der großen Halle ist nicht eingestellt, auch wenn es, bedingt durch die Corona-Pandemie, in den vergangenen Monaten sehr ruhig geworden ist um die Höhle im Hülloch. Denn die letzten Aktivitäten sind länger als ein Jahr her.

Kierspe - Doch am Mittwoch ging es weiter, da rückten nicht nur Projektleiter Wolfgang Hänisch und Björn Wegen vom geschäftsführenden Vorstand der Speläo-Gruppe Sauerland im Hülloch an, sondern auch Oliver Neumann und Peter Dirk Hoffmann vom Herscheider Unternehmen Kanal Neumann.

Hänisch und seine Mitstreiter – die im Übrigen einen Kooperationsvertrag mit dem Arbeitskreis Kluterthöhle unterzeichnet haben – hatten eine Firma „in der Nähe“ gesucht, welche die Möglichkeit von Kamera-Untersuchungen bietet und waren im Internet auf Kanal Neumann gestoßen. Es folgten ein Telefonat und eine erste Ortsbesichtigung in der Höhle. Gestern war es dann soweit: Oliver Neumann kam mit seinem Mitarbeiter Peter Dirk Hoffmann ins Hülloch und hatte fünf verschiedene Kameras im Gepäck, mit einem Durchmesser von 30 bis 500 Millimeter, zum Schieben und zum Selbstfahren.

„Das ist auch für mich etwas völlig Außergewöhnliches“, meinte Neumann, obwohl er bereits über eine gewisse „Höhlenerfahrung“ verfügt. Denn er hatte in Werdohl mithilfe von Kameras einen Hund aus einer Dachshöhle befreien können.
Gleichwohl sei das Hülloch natürlich etwas anderes: Welche Kamera zum Einsatz kommen sollte, musste erst in der Höhle entschieden werden.

Auf diesen kleinen Monitor übermittelt die Kamera die Bilder.

Offen war am Mittwoch vor dem Gang in die Höhle auch, ob die Pumpe funktioniert. Denn vor der schmalen Spalte – die durch einen Versturz entstanden ist – , durch welche die Kamera weiter ins Innere vordringen und nach der Halle suchen soll, befindet sich Wasser, das bis etwa zehn Zentimeter unter die Deckenhöhle reicht, erklärte Wolfgang Hänisch.

Tatsächlich war in der Stromleitung ein Kurzschluss und die Pumpe musste anderweitig ans Laufen gebracht werden. Die Kameras haben zwar auch einen Akku, meinte Oliver Neumann, aber es sei besser, wenn sie ans Stromnetz angeschlossen werden können.
Bevor es in die Höhle ging, galt es noch verschiedene Dinge zu regeln: Haftungsausschluss und Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen und einen Corona-Schnelltest durchführen. Auch in der Höhle musste eine Maske getragen werden, denn „wir kommen uns da doch sehr nahe“, meinte Wolfgang Hänisch. Und die Aerosole bleiben in der Höhle, weil es keine Belüftung gibt.

Chance bei 50 Prozent

Über die Ergebnisse dieser Hülloch-Erforschung mit der Kamera werden Wolfgang Hänisch, Björn Wegen und die anderen Mitglieder der Speläo-Gruppe nach einer Auswertung noch berichten. Die Chance, die vermutete große Halle zu finden, schätzte der Projektleiter auf unter 50 Prozent. Aber wenn, da ist sich Hänisch sicher, würden die Wissenschaftler Schlange stehen, um unter anderem die Fauna zu untersuchen. Bislang hatte man schon einige wenige Tiere im zugänglichen Teil gefunden.

Höhle nicht für Öffentlichkeit zugänglich

„Die Höhle wird aber für die Öffentlichkeit auch in Zukunft nicht zugänglich sein“, betont der Projektleiter, dass im Hülloch nichts verändert werden darf. Selbst, wenn die seit 2009 währende Suche nach der Halle erfolgreich sein sollte, bleibt die Höhle nur ein Forschungsprojekt. Was aber nicht heißt, dass die Öffentlichkeit das Hülloch nicht zu Gesicht bekommt. Denn ein Vorhaben ist, die Höhle zu digitalisieren und dann im Internet zu präsentieren.

Möglich machen Untersuchungen und Forschung zahlreiche Sponsoren insbesondere aus Kierspe. Auch die Sparkasse, zeigt sich Projektleiter Wolfgang Hänisch dankbar, „pumpe immer wieder Mittel nach“.

Das Hülloch

Das Hülloch ist ein Höhlensystem im Arney, der Eingang ist von der Heerstraße aus zugänglich. Seit den 1920er-Jahren gab es immer Höhlenbefahrungen. Anläufe zum Auffinden des verschütteten Höhleneingangs in dem ehemaligen Steinbruch wurden seit 1994 unternommen, aber erst ab 2009 konnte mithilfe staatlicher Förderung auch Großgerät eingesetzt werden. Im Jahr 2008 wurde der Zugang zum Hülloch I geöffnet, 2009 folgte die Höhlenöffnung Hülloch II.

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