Weihnachtsbaumsammlung: Fast 1000 Euro mehr

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Als Baumschubser bezeichnen sich die Männer, die die Straßen entlang fahren und von den Rändern die Weihnachtsbäume aufsammeln.

KIERSPE ▪ Damit hatte keiner der Verantwortlichen bei der Weihnachtsbaumsammlung gerechnet: 13 058,69 Euro wurden am vergangenen Samstag gesammelt, 924,69 Euro mehr als noch im Vorjahr.

Rund 200 Frauen und Männer beteiligten sich an der Weihnachtsbaumsammlung 2011. Organisiert wurde sie von der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kierspe. Unterstützt haben sie das Jugendrotkreuz, der Verein Hand in Hand, Essen auf Rädern sowie der Betreuungsverein der Bismarckschule. Der Erlös aus der Sammlung geht an die Jugendfeuerwehr, den Spielmannszug und an die eingebundenen Vereine.

Schon morgens um 8 Uhr trafen sich die Helfer in der Mensa der Gesamtschule Kierspe zu einem gemeinsamen Frühstück. Gut gestärkt sollten sie in den strapaziösen Tag gehen. Dominik Backhaus hatte die Übersicht über alle Sammelbezirke und war der „Herr der Büchsen“, die er an die Spendensammler ausgab. Die „Baumschubser“, die kräftigen Männer, die die Bäume entlang der Straßen aufsammelten und in die mitfahrenden Lastwagen warfen, bekamen von ihm einen Sammelplan mit ihrer Fahrtroute. In 22 Bezirke waren Kierspe und Rönsahl eingeteilt und die Fahrtrouten waren optimal ausgearbeitet und spiegelten jahrelange Erfahrung wider.

Gefühlsmäßig kamen in diesem Jahr nicht so viele Bäume zusammen wie in den Jahren zuvor. „An vielen Häusern stand kein Weihnachtsbaum. Einige Hausbesitzer sagten uns, sie hätten ihren Weihnachtsbaum noch geschmückt im Wohnzimmer stehen“, war vielfach von den Baumschubsern am Ende ihrer Tour zu hören. Der Trend zum Zweitbaum, wie er sich noch vor gut zwei Jahren abzeichnete, hatte nicht angehalten.

Gegen 9 Uhr machten sich auch die letzten Lastwagen auf, um ihre Bezirke abzufahren. Während die ersten schon recht bald an der K 25 (Handweiser) ihre gesammelten Bäume ablieferten, brauchten andere mehr Zeit. Die Bäume zum Brennen zu bringen, war nun die Arbeit eines Fachmannes. „Ein paar Europaletten, trockenes Stroh, klein gehacktes Holz und obenauf eine alte Meinerzhagener Zeitung“, verriet einer der Wachmänner augenzwinkernd das Erfolgsrezept zum Anzünden der feuchten Tannenbäume. Doch nicht nur die eingesammelten Bäume brannten bald beständig vor sich hin, auch der Holzkohlengrill der Brandgruppe hatte bald die Temperatur erreicht, die Grillwürstchen für ihre goldbraune Farbe brauchten. Während die Männer am Handweiser sich selbst versorgen mussten, bekamen die Sammler und Baumschubser gegen Mittag in der Mensa der Gesamtschule eine heiße Suppe serviert.

Geplant war, die Auszählung der Sammlung gegen 17 Uhr abzuschließen. Das klappte in diesem Jahr nicht ganz. Die Rönsahler brauchten dieses Mal sehr lange und kamen mit ihren Büchsen erst gegen 18.30 Uhr zur Zählstelle im Feuerwehrgerätehaus Stadtmitte. Oliver Knuf und Udo Budde warteten schon auf die letzten Dosen, denn sie waren gespannt, was die diesjährige Sammlung ergeben würde. 100 Sammelbüchsen hatte Dominik Backhaus am Morgen an die freiwilligen Helfer ausgegeben und jede einzelne Dose wurde nun einzeln entplompt. Das gängigste Zahlungsmittel waren 5-Euro-Scheine, doch auch ein 50-Euro-Schein befand sich in einer der Dosen. Während eine Sammelbüchse gerade einmal 57 Cent enthielt und wohl bei der Tour in der Tasche vergessen worden war, enthielt eine andere Sammelbüchse stolze 458 Euro. „Erstaunlich wenig Kupfergeld war in diesem Jahr in den Büchsen“, resümierte Oliver Knuf.

Dankbar sind die Organisatoren für die Mithilfe der vielen freiwilligen Helfer, aber auch den 23 Firmen, die ihre Lastwagen kostenfrei zur Verfügung gestellt haben. In diesem Jahr haben sich die Autovermietung Geers, Kurzawski, Gohmann, Spedition Heuel aus Meinerzhagen, Fußboden Brück, Pollmann & Sohn GmbH & Co. KG, Brinkmann, DKS, SuK, Bechem, Schmidt & Pauls, Kriesten mit zwei Wagen, Hebebrand, Spedition Bender aus Freudenberg, Achim Biedal, GWK, Eschrich, Hohage, Becker Bau Rönsahl mit zwei Fahrzeugen, THW OV Halver, Dieter Grafe, DRK und Grote & Brocksieper beteiligt. ▪ GeG

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