Gemeinsam mit Flüchtlingen das Fest der Liebe gefeiert

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Die Gäste ließen sich das Essen vom Buffet, das Margitta Wülfrath vorbereitet hatte, schmecken.

Kierspe -  Sie stammen aus Neuguinea, aus Syrien, dem Libanon oder dem Irak, die Gäste des sozialen Bürgerzentrums Hand in Hand, der evangelischen Kirchengemeinde und der Landeskirchlichen Gemeinschaft Vollme, die zu einem „Weihnachtsabend in Gemeinschaft“ eingeladen hatten.

Margitta und Gerd Wülfrath als Ausrichter hatten schon in den Jahren zuvor solche Treffen vorbereitet, diese fanden jedoch entweder bei ihnen zu Hause oder im Lutherhaus statt. In diesem Jahr verlegten sie ihre Weihnachtsfeier in das Bürgerzentrum am Felderhof.

Ein kleiner geschmückter Tannenbaum sorgte dort für die passende festliche Atmosphäre. Auch die Tische im Bürgerzentrum waren mit weihnachtlichen Gestecken mit Kerzen und Teelichtern dekoriert worden. An jedem Sitzplatz lag ein kleines Geschenk, eine Tafel Schokolade mit einem Teelicht und ein kleiner grüner Tannenzweig.

Es war das vierte Mal, dass Margitta und Gerd Wülfrath mit anderen zusammen Heiligabend feierten, doch das erste Mal mit Flüchtlingen, die Gast der Stadt Kierspe sind. So traf sich eine bunte Gemeinschaft im Bürgerzentrum. Die Verständigung war nicht einfach, ließ sich aber dennoch händeln. Viele der Flüchtlinge konnten Englisch, einige von ihnen sogar schon ein wenig Deutsch. Nur wenige waren beider Sprachen nicht mächtig.

Da half Bassem Yassine, ein Libanese, der seit 15 Jahren in Kierspe wohnt und den Ankömmlingen auch bei anderen Gelegenheiten hilft. Er übersetzte aus dem Deutschen ins Arabische, was die meisten der Flüchtlinge verstanden.

Das war jedoch bei Aliou aus Neuguinea nicht notwendig. Denn neben seiner Muttersprache spricht er Französisch und Englisch. Zudem lernt er seit fünf Monaten Deutsch, einmal pro Woche. „Das ist sehr wenig“, meinte Aliou. „Ich würde gerne öfter Deutsch lernen, damit ich die Sprache schneller verstehe.“ Er ist gelernter Koch und hat sieben Jahre lang in Neuguinea gearbeitet. Nun wohnt er am Herlinghauser Weg mit anderen Flüchtlingen.

Das ist bei Alali Rasm anders. „Er ist seit sieben Monaten in Deutschland, kommt aus Syrien, ist Lkw-Fahrer, kocht für seine Mitbewohner und kann gut Geschichten erzählen“, übersetzte Bassem Yassine augenzwinkernd. Deutsch kann Alali Rasm nicht. Er wartet noch auf seine Aufenthaltsgenehmigung.

Eine kleine Gruppe Männer aus dem Irak wollte gar nicht erst warten, bis ihr ein Deutschkurs angeboten wurde. Sie haben sich auf ihr Handy eine App heruntergeladen, mit der sie Deutsch lernen. Was die Männer bislang erlernt haben, führten sie stolz vor.

Ein gemeinsames Essen stand bei der Feier im sozialen Bürgerzentrum Hand in Hand natürlich auch auf dem Programm. Margitta Wülfrath hatte zu Hause fleißig gekocht, alles ohne Schweinefleisch, denn die Gäste waren größtenteils Muslime. Für die christlichen Gäste las Gerd Wülfrath aus der Bibel die Weihnachtsgeschichte vor, die von einem anderen Gast auf Englisch übersetzt wurde. Sodann holte Fritz Schmid seine Geige hervor und es wurde gemeinsam gesungen – erst deutsche Weihnachtslieder wie „O du fröhliche“ oder „O Tannenbaum“, später stimmten dann auch die Iraker Lieder aus ihrer Heimat an.

Gertrud Goldbach

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