So viel Normalität wie möglich

Weihnachten im Seniorenheim - so wird gefeiert

Einrichtungsleiterin Miaela Nevis (2. von links) und Eric Czyborra vom Betreuungsdienst gemeinsam mit den beiden ältesten Bewohnerinen der Seniorenresidenz, Edith Ridlowski (links) und Elfriede Richter, bei einer der beiden Weihnachtsfeiern.
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Einrichtungsleiterin Miaela Nevis (2. von links) und Eric Czyborra vom Betreuungsdienst gemeinsam mit den beiden ältesten Bewohnerinen der Seniorenresidenz, Edith Ridlowski (links) und Elfriede Richter, bei einer der beiden Weihnachtsfeiern.

Kierspe – Wenn nicht die Mitarbeiter mit FFP2-Mund-Nasen-Schutz unterwegs wären, könnte man glauben, es wäre eine normale Weihnachtsfeier, auch wenn diese nicht wie sonst üblich im größten Raum der Seniorenresidenz, im Café Ebbeblick, stattfindet.

Normalität, ein Fremdwort in einer Zeit, die von Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie geprägt ist, ist schwer herzustellen, soll den Bewohnern der Residenz aber soweit wie möglich vermittelt werden. Und so gab es auch in dieser Woche eine Weihnachtsfeier. Besser gesagt, es gab mehrere Weihnachtsfeiern, in jedem Wohnbereich eine, damit nicht allzu viele Menschen zusammenkamen.

Im Vorfeld der Feier waren die Mitarbeiter losgezogen, um für jeden Bewohner ein Geschenk zu besorgen, das dann im Rahmen der Feier übergeben wurde. An den Tagen selbst, an denen gefeiert wurde, gab es natürlich auch ein Festessen – Gänsekeulen, Knödel und Rotkohl. Auch ein kleines Unterhaltungsprogramm hatten die Mitarbeiter vorbereitet, das rund um den geschmückten Weihnachtsbaum aufgeführt wurde.

Damit all das möglich wurde, hat sich ein Nebenraum im Kellergeschoss der Einrichtung zu einem Testlabor verwandelt. Durch eine separate Tür gelangen die Besucher, die nach wie vor an jedem Tag willkommen sind, in die Einrichtung. Dort warten schon Mitarbeiter mit den Schnelltests. Nach dem Abstrich aus Rachen und Nase heißt es Warten. Rund 20 Minuten dauert es, dann liegt das Ergebnis vor. Währenddessen füllen die Gäste einen Fragebogen aus und lassen Fieber messen. Anschließend gibt es für jeden Besucher eine neue FFP2-Schutzmaske und einen Einmal-Kittel für den Besuch.

„Wir testen alle Mitarbeiter jeden dritten Tag, die Bewohner einmal die Woche und die Besucher, die das wünschen, beim Betreten des Heims“, erklärt Einrichtungsleiterin Michaela Nevis. Der Aufwand hat sich gelohnt, bislang hat es keinen einzigen Coronafall in der Residenz an der Montignyallee gegeben.

Für die Bewohner ein großes Glück, war es dadurch doch möglich, dass auch jetzt, da wieder auf starke Kontaktbeschränkungen gesetzt wird, Besuche durchgehend möglich waren. Vor allem über die Feiertage ist das, so erzählt Nevis, ganz wichtig für die Bewohner der Einrichtung.

Auch können die Bewohner von Angehörigen abgeholt werden, um mit diesen gemeinsam zuhause zu feiern. „Die Angehörigen gehen sehr verantwortungsvoll mit der Situation um, uns wurde bisher nur von geplanten Feiern im kleinsten Kreis berichtet“, sagt Nevis.

Ganz anders sieht es ein paar Meter weiter im Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt aus. Dort hatte man ein Konzept entwickelt, um mit fünf kleinen Feiern – und damit überschaubaren Bewohnerzahlen – auch in diesem Jahr feiern zu können. „Wir haben aber alles abgesagt“, erzählt Einrichtungsleiter Michael Borchert. Das sind Nachwirkungen der zahlreichen Covid-19-Erkrankungen in dem Haus, insgesamt infizierten sich 42 Bewohner und 25 Mitarbeiter (die Meinerzhagener Zeitung berichtete).

Wir testen alle Mitarbeiter jeden dritten Tag, die Bewohner einmal die Woche und die Besucher, die das wünschen, beim Betreten des Heims

Michaela Nevis, Seniorenresidenz

Jetzt sei man froh, dass es seit mehr als einer Woche keine neuen Infektionen mehr gegeben habe und endlich auch die Angehörigen wieder zu den Bewohnern könnten – auch über die Feiertage.

Doch während in der Seniorenresidenz gegenüber die Besucher selbst entscheiden, ob sie getestet werden möchten, ist der Schnelltest in dem Awo-Seniorenheim Pflicht, zumindest in dieser Woche. „Wir werden in Zukunft nicht dauerhaft und jeden Tag alle Besucher testen können, dafür haben wir gar nicht das Personal“, sagt Borchert. Ab kommender Woche werde man an zwei Tagen pro Woche Tests anbieten, auch zu Zeiten, die von Berufstätigen wahrgenommen werden könnten, so der Einrichtungsleiter.

Eine Besserung der Situation erhoffen sich die Mitarbeiter beider Heime von den Impfungen, die am Sonntag dieser Woche beginnen. Borchert: „Da hat der Kreis auch schon alle Daten abgefragt. Doch bei der begrenzten Menge an Impfstoff, die in den ersten Wochen zur Verfügung steht, wird es sicher einige Zeit dauern, bis die Bewohner aller Seniorenheime im Kreis geimpft werden können.“

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