Duo Weibsbilder zu Gast in Kierspe

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Als Christel Müller, eine Eifeler Bäuerin, steht Claudia Thiel mit beiden Melkstiefeln fest im Leben. Kollegin Anke Brausch darf in diesem Moment zusehen.

Kierspe - Viel gelacht wurde am Freitagabend im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule. Den Anlass dazu gaben die Weibsbilder Anke Brausch und Claudia Thiel aus der Eifel, die bereits zum vierten Mal im Rahmen des Kulturprogrammes der Stadt Kierspe in der Volmestadt zu Gast waren.

Ein Geheimtipp ist das Duo schon lange nicht mehr. Gegründet hatten sich die „Weibsbilder“ 1996 und seither sind sie mit einer Mischung aus Kabarett, Comedy und Musik unterwegs. „Malle-Diven“, so heißt ihr neuestes Programm und den äußeren Rahmen bietet eine Single-Kreuzfahrt. Aus einem Pool der unterschiedlichsten Charaktere schöpften sie die Ziele ihrer Situationskomik. Sie beschrieben all dies mit einem Wortwitz, bei dem sie dem Publikum kaum Zeit ließen, Luft zu holen. Und dabei nahmen sie nicht nur Menschen aus ihrer Umgebung aufs Korn, häufig waren sie selber das Ziel. Dafür schlüpften sie in verschiedene Rollen.

Da war Tineke, ein freches Mädchen im Grundschulalter, dass jetzt schon weiß, dass sie mal US-Präsidentin von Deutschland werden möchte. „Twittern kann ich schon“, beschrieb sie ihre Qualifikation. Und schlimmer als mit Trump kann es bei ihr auch nicht werden. „Ich kam, sah und vergeigte“, brachte sie ihr künftiges Regierungsprogramm auf den Punkt. Oder Christel Müller, eine Bäuerin aus der Eifel, die mit beiden Melkstiefeln fest im Leben steht. In der Liebe will es bei der drallen Landfrau auch noch nicht so ganz klappen. Zudem muss sie sich viele Spitzen ihrer Mitspielerin anhören, von denen etliche auf ihre Figur anspielten.

Mit zahlreichen messerscharfen Pointen hielten Brausch und Thiel das Publikum konstant außer Atem und bescherten einigen Zuschauern sogar Lachkrämpfe. Mit einer Prise schwarzem Humor abgeschmeckt, kochten die Kabarettistinnen eine Suppe, die dem Publikum nicht nur sichtlich schmeckte, sondern ihm auch die Lachtränen ins Gesicht trieb. Licht am Horizont ihrer Single-Kreuzfahrt wähnten die Weibsbilder, als sie Rudi, eines der wenigen männlichen Wesen im Publikum entdeckten. Singend kämpften sie um seine Gunst, um ihn dann doch ungebraucht seiner Begleiterin zurückzugeben.

Zwei Stunden respekt- und hemmungslos, provokant und schlagfertig, selbstironisch und zum Lachen komisch, das waren Anke Brausch und Claudia Thiel mit einem Programm, das das Publikum entspannt und froh gelaunt den Heimweg antreten ließ.

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