Gesetz erzwingt Lebensretter

+
Das neue Landesgesetz regelt genau, ab wann und in welchen Räumen Rauchmelder zu finden sein müssen. ▪

KIERSPE ▪ “Allein von Januar bis Juni des vergangenen Jahres sind rund 40 Menschen in Nordrhein-Westfalen durch Rauchgas gestorben. Ein großer Teil hätte sicher gerettet werden können, wenn in all den Bereichen, in denen die Menschen von dem Feuer überrascht wurden, auch Rauchmelder aktiv gewesen wären“, erklärt der Kiersper Wehrleiter Georg Würth.

Und da er bereits in der Vergangenheit mehrmals erleben durfte, wie durch den Einsatz dieser Melder Menschenleben und Sachwerte gerettet wurden, freut er sich auch sehr über ein neues Gesetz, das die Anbringung von Rauchmeldern in allen Neu- und Umbauten ab dem 1. April dieses Jahres vorschreibt. Bis Ende des Jahres 2016 müssen auch alle bestehenden Gebäude mit Rauchmeldern nachgerüstet werden. „Eingebaut werden müssen die Rauchmelder in allen Kinderzimmern, Schlafzimmern und in den Fluren, über die Rettungswege aus Aufenthaltsräumen verlaufen“, so Würth.

Grundsätzlich sind die Eigentümer der Wohnungen für die Installation der Melder verantwortlich. Das gilt auch bei Mietwohnungen. Allerdings nimmt das Gesetz den Mieter bei der Pflege und Wartung in die Pflicht – und auch für den Wechsel der Batterie. Würth: „Wer das kontrolliert und wie kontrolliert werden soll, darüber gibt es in dem Gesetz keine Angaben. Allerdings hoffe ich, dass die Versicherungen entsprechende Richtlinien erlassen werden, die dann Bestandteil der Verträge werden. Für die Besitzer von zahlreichen Wohnungen empfiehlt sich da sicher ein professioneller Service, bei dem alle Melder in einen Gerätepass eingetragen werden, in dem auch Austausch und Wartung ihren Platz finden. So macht das bereits seit Jahren die Kiersper Baugesellschaft.“

Ungeachtet der neuen Gesetzeslage wird sich die Kiersper Feuerwehr auch in Zukunft an den Rauchmeldertagen, die einmal im Jahr stattfinden, beteiligen. „Ich denke, gerade jetzt ist der Beratungsbedarf bei vielen Menschen groß. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, mit den Kierspern ins Gespräch zu kommen. Im vergangenen Jahr hat sich auch gezeigt, dass sich die Besucher des Standes sehr für Kohlenmonoxid-Melder interessieren und auch viele Fragen zu anderen Themen des vorbeugenden Brandschutzes bestehen“, so der Wehrleiter.

Generell geht Würth davon aus, dass die Zahlen der Menschen, die durch eine Rauchgasvergiftung sterben, drastisch nach unten gehen. Das würden Statistiken aus anderen Lädern zeigen. So sei die Zahl der Toten durch Rauchgas in Großbritannien, in dem es bereits seit 1992 eine gesetzliche Verpflichtung gibt, um 40 Prozent zurückgegangen. „Bis wir solche Zahlen auch in Deutschland melden können, wird es wohl noch Jahre dauern, denn noch immer gibt es nicht in allen Bundesländern eine Verpflichtung, Rauchmelder einzubauen und in manchen Ländern müssen ausschließlich Neubauten ausgerüstet werden“, erklärt Würth.

▪ Johannes Becker

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare