Wehr weist auf Gefahren bei Osterfeuern hin

Nicht nur bei den Kleingärtnern, auch in Linden, wo außerdem ein Fackelzug stattfindet, sind Gäste willkommen.

Kierspe - Mit einem lodernden Osterfeuer, so will es der Jahrhunderte alte Brauch, wird dem Winter alljährlich der Garaus gemacht und der Frühling begrüßt. Viel gibt es in diesem Jahr nach den eher milden Monaten nicht zu verbrennen. Dennoch wurden beim Ordnungamt rund 100 Osterfeuer angekündigt. Am Dienstag lief die Anmeldefrist aus. Wer diesen Termin versäumt hat, sollte in diesem Jahr lieber auf ein Feuer verzichten.

Von Luitgard Müller

„Die angemeldeten Veranstaltungen werden vom Ordnungsamt auch an die Feuerwehrleitstelle in Lüdenscheid und die Wehrleitung in Kierspe weitergeleitet, damit diese eine Alarmierung einordnen können“, erklärt Wehrleiter Georg Würth, und weiter: „Liegt keine Anmeldung vor, wird das für den Verursacher teuer, denn er muss für die Kosten, die sich für die Wehrleute und Fahrzeuge ergeben und die einige Hundert Euro betragen können, aufkommen.“ Werde die Wehr dagegen zu einem Feuer gerufen, das auf der Liste stehe, handele es sich um eine sogenannte „Alarmierung in guter Absicht“, aus der keine Kosten entstünden. Bisher habe es in nahezu jedem Jahr Fehlalarmierungen gegeben.

Nur zwei Osterfeuer, die bei Einbruch der Dunkelheit entzündet werden, sind öffentlich: Bei den Kleingärtnern und in Linden, wo auch ein Fackelzug stattfindet. Um die übrigen Feuer versammeln sind Familien, Freundeskreise und Nachbarschaften. Das gemeinschaftliche Erlebnis wird jedoch nicht selten durch den leichtsinnigen Umgang mit dem heißen Element geschmältert. Schmerzhafte Verbrennungen, Brandschäden sind neben Fehlalarmierungen die Folgen.

Die Feuerwehr bittet deshalb um die Beachtung folgender Punkte:

Nur trockene Pflanzenreste und unbehandeltes Holz sollte verwendet werden. Kunststoffe, Plastiktüten, Autoreifen und andere Abfälle haben im Feuer nichts verloren. Durch das Ordnungsamt werden im Vorfeld entsprechende Kontrollen vorgenommen.

Das Brennmaterial sollte vor dem Anzünden noch einmal umgeschichtet werden, damit das Feuer nicht zur Flammenfalle für brütende Tiere wird.

Brennbare Flüssigkeiten wie Benzin oder Spiritus als Brandbeschleuniger bergen ein hohes Gefahrenrisiko, deshalb ist nur geeignetes trockenes Anzündematerial zu verwenden.

Nach den Vorschriften des Landesimmissionsschutzgesetzes darf ein Osterfeuer nur angezündet werden, wenn die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit nicht gefährdet oder erheblich belästigt wird. Deshalb ist die Hauptwindrichtung zu beachten.

Ausreichender Abstand zu Gebäuden (100 Meter), Straßen und Wegen (50 Meter) und dem Waldrand, Hecken und Bäumen (25 Meter) ist einzuhalten, denn Strahlungshitze und Funkenflug werden oft fasch eingeschätzt.

Offenes Feuer muss grundsätzlich beaufsichtigt werden und zwar bis zum völligen Erlöschen der Glut oder bis zum Ablöschen der restlichen Glutnester. Es ist darauf zu achten, dass sich das Feuer nicht unkontrolliert ausbreitet. Insbesondere Kinder unterschätzen die ihnen häufig noch unbekannte Gefahr. Deshalb ist hier erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Die Rettungsdienste helfen gern und jederzeit bei Unglücksfällen. Sie benötigen aber unbedingt eine ausreichend Zufahrt – einen Fahrweg von mindestens 3,50 Metern Breite.

Und wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen das Osterfeuer außer Kontrolle gerät, sollte unbedingt sofort über den Notruf 112 die Feuerwehr gerufen werden.

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