"Babyboom" sorgt für erhöhten Raumbedarf in Kierspe

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Da herrscht Verwunderung: Durch den Nachwuchs werden neue Betreuungsräume in Kierspe gebraucht.

Kierspe - Der Fluch des Kindersegens: Die höhere Zahl der Geburten wird in Kierspe zu einem Problem. Es müssen weitere Räume für die Kinderbetreuung geschaffen werden. Weder Aufstockungen, noch An- oder Umbauten in den bestehenden Kindergärten können das auffangen.

Von Matthias Clever

Rund 128 Plätze für über dreijährige (Ü3) Kinder fehlen derzeit rechnerisch in Kierspe. „Allerdings gibt es hier eine große Baptistengemeinde, die ihre Kinder erfahrungsgemäß nicht in den Kindergarten schickt. Dieser Anteil muss abgezogen werden“, sagte Matthias Sauerland vom Fachdienst Jugendförderung und Kinderbetreuung des Märkischen Kreises. Im Ausschuss für Sport und Jugend stellte er die aktuellen Zahlen für die Kindergartenjahre 2014/15 bis 2017/18 vor.

„Darüber hinaus zu planen, wäre unredlich, da ich dann mit Kindern planen würde, von denen die Mütter noch gar nicht wissen, dass sie sie wollen“, äußerte sich Sauerland. Anders als in vielen anderen Kommunen des Märkischen Kreises waren die Geburtenzahlen in Kierspe in den vergangenen Jahren steigend.

Der Glücksfall wird nun für die Volmestadt zum Problem. Denn: Durch den Ausbau der Kindergartenplätze in verschiedenen Einrichtungen und durch Überbelegung wären nur 14 Plätze mehr möglich.

Aktuell ist Kierspe mit einer Versorgungsquote der U3-Kinder von 18,8 Prozent Schlusslicht unter den acht Kommunen des Märkischen Kreises, die kein eigenes Jugendamt haben und für die daher der Kreis zuständig ist.

Mit eingerechnet sind auch die zwölf aktiven Tagesmütter aus Kierspe, die eine Pflegeerlaubnis für insgesamt 37 Kinder haben. Derzeit sind 30 Plätze belegt – 25 U3- und fünf Ü3-Kinder werden derzeit betreut.

Trotz dieser sieben freien Plätze besteht ein Bedarf. Derzeit sucht die Stadt nach Aussagen des Kämmerers Olaf Stelse nach passenden Räumen, die für Betreuungsgruppen geeignet sind.

Außerdem werden Gespräche mit Trägern von Kindergärten geführt, damit diese in den Räumen zwei neue Gruppen für sowohl unter als auch über dreijährige Kinder einrichten.

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