Wechsel in Kiersper Arztpraxis erst später

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Das Lasergerät von Peter Nolte und Dr. Frank Hawlina ist eine der neuen Investitionen der Praxis. Bis zur Übernahme durch Nolte dauert es nun aber länger als erwartet. Voraussichtlich klappt es erst zum 1. Oktober. So lange bleibt auch Hawlina im Dienst und die beiden teilen sich den Job. ▪

KIERSPE ▪ Den Patienten war bereits gesagt worden, dass der Praxiswechsel zum 1. Juli vollzogen werde, doch nun kommt alles anders und Dr. Frank Hawlina bleibt länger im Dienst, als er das bis vor kurzem angenommen hatte. Voraussichtlich noch bis zum 30. September wird er die Praxis führen und seinen Nachfolger Peter Nolte unterstützen. Dann aber hofft dieser, dass von der Kassenärzlichen Vereinigung endlich grünes Licht gegeben wird für die Übernahme.

Das bürokratische Verfahren, das von der Standesorganisation der Ärzteschaft vorgeschrieben wird, ist extrem aufwändig und langwierig, so dass es zu dem erst vereinbarten Termin nicht geklappt hat.

Dabei war Hawlina froh gewesen, nach eineinhalbjähriger Suche einen so qualifizierten Nachfolger für seine Praxis gefunden zu haben und hatte sich seelisch schon auf seinen Ruhestand vorbereitet. „Es war ein Glücksfall, dass das gelungen war.“

Nolte wie Hawlina kritisieren jetzt die in dem hohen Verwaltungsaufwand begründeten Hürden, zumal auch die KV eigentlich ein großes Interesse daran haben müsste, dass für Praxen Nachfolger gefunden werden. Gebe es doch aktuell 14 allgemeinmedizinische Praxen im Umkreis, die vakant seien und somit rechnerisch 14 000 Menschen ohne gesicherte hausärztliche Versorgung.

Die Praxis von Hawlina und Nolte ist eine von vieren, die zu der vor geraumer Zeit neugegründeten Gemeinschaftspraxis gehören, daneben sind das noch Dirk Pflitsch in Attendorn, Claudius Bertram in Valbert und Daniel Babczynski in Meinerzhagen. Wobei Nolte betont, dass alle Praxen eigenständig sind, bleiben und auch an ihrem Standort festhalten. Er schickt allerdings nach, dass er aber irgendwann wohl innerhalb von Kierspe umziehen muss, weil die vorhandenen Räume nicht ausreichen. Nolte ist bereits auf der Suche nach geeigneten Angeboten.

Umzug nur innerhalb

von Kierspe geplant

So ist er zwar Facharzt für Allgemeinmedizin, hat aber mehrere Zusatzausbildungen absolviert und wird künftig zudem lymphologische und phlebologische Fachsprechstunden durchführen. Erst jetzt hat er noch wieder investiert und ein Lasergerät angeschafft, das auch seinen Platz braucht und derzeit neben dem EKG steht. „Damit ist eine Wärmetherapie möglich, die erstaunlich positive Effekte bei Erkrankungen des Binde- und Stützgewebes wie bei der Achillessehne und dem Tennisarm erlaubt“, informiert er. Außerdem will der Mediziner für seine Patienten erreichen, dass diese die Praxis in Zukunft barrierefrei aufsuchen können, was heute Standard sei.

Dr. Frank Hawlina hat die Praxis 1982 zusammen mit seinem Bruder, dem Internisten Dr. Arnd Hawlina, gegründet und aufgebaut. Er ist somit seit nunmehr 28 Jahren als Arzt in Kierspe tätig. Ein Teil der Räume wurde lange immer von beiden genutzt.

Sein designierter Nachfolger arbeitet nun bereits seit Mitte Februar mit: Peter Nolte ist 44 Jahre und wohnt in Attendorn zusammen mit seiner Familie. Er hat drei Kinder, eine 15-jährige Tochter und zwei Söhne, einer 13 und einer elf Jahre alt.

Nolte selbst stammt gebürtig aus Menden. Sein Studium absolvierte er bis 2002 in Köln. Daran schloss sich die klinische Ausbildung in Lüdenscheid und Attendorn sowie ein Praxisjahr bei Dr. Bernhard Horten ebenfalls in Attendorn an. Danach war er in der Gefäßchirurgie am St. Barbara-Krankenhaus tätig.

Wenn es bis zur offiziellen Praxisübernahme auch noch drei Monate dauert und Hawlina und Nolte sich den Job teilen, indem Hawlina immer mittwochs- und freitagsmorgens vor Ort ist und Nolte zu den anderen Zeiten, gibt es doch schon ab dem 1. Juli eine erste Änderung: „Wir stellen dann um auf Terminpraxis und hoffen damit die Wartezeiten für unsere Patienten verkürzen zu können“, so Nolte. Akutfälle könnten natürlich weiterhin zwischendurch kommen und würden behandelt. ▪ rh

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