Entkernung des Bürgerhauses geht voran

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Wenn die Zeit es zulässt, wird im alten Bürgerhaus gearbeitet, um es der Vermarktung zuführen zu können. Die Arbeiten an der Entkernung schreiten voran. Wichtig ist Horst und Stefan Becker, dass das Gebäude anschließend in „gute Hände“ kommt. ▪

KIERSPE ▪ Eigentlich sollte das alte Bürgerhaus an der Höherstraße bereits während der Wintermonate komplett entkernt werden.

Doch dann kam ein schwerer Wassereinbruch dazwischen: Ein Zimmereibetrieb hatte den Auftrag erhalten, die Dachsparren im Bereich der abgerissenen früheren Turnhalle rechtzeitig zu verlängern, so dass genau wie am restlichen Gebäude ein Dachüberstand entsteht. Aber die Bauunternehmung von Horst und Stefan Becker wurde einfach draufgesetzt, während der Dachdecker schon bereitstand. Aus dem Grund konnte alles nur ganz schnell provisorisch mit Folie abgedichtet werden. „Noch immer sind die Wände in dem Bereich feucht und müssen jetzt abtrocknen“, erklären die beiden. Die Verzögerung war für sie äußerst ärgerlich.

Horst und Stefan Becker hatten die Immobilie im vergangenen Herbst aus dem Besitz der Stadt gekauft, um das historische Gebäude zu retten, das sonst abgerissen worden wäre. Immerhin befand sich darin früher die alte Jugendherberge. Aber auch architektonisch ist es aus Sicht der beiden Baufachleute hochinteressant mit dem Bruchsteinsockel, der handwerklich fundierten und soliden Arbeit oder auch dem halbrunden Fenster im ersten Geschoss.

Ziel ist es, das Objekt so weit herzurichten, dass es einer anderen Nutzung zugeführt werden kann. Horst Becker tritt ganz entschieden dem Gerücht entgegen, dass er ein weiteres Kulturzentrum plane. Dem sei nicht so. Was er sich prima vorstellen kann, wäre ein Mehrgenerationenhaus. So könnte in den großen Saal unten ideal ein multifunktionaler Gemeinschaftsraum Platz finden. Mit einer entsprechenden Unterteilung könnte hier aber auch eine ebenerdige Seniorenwohnung entstehen. Genauso wären Praxisräume, Büros oder auch eine Musikschule denkbar, überlegt er weiter. Immerhin seien die erforderlichen Höhen sämtlich vorhanden. Der Haupteingang wird von der Seite der Höherstraße aus sein, wobei der hintere Eingang ebenfalls bestehen bleibt. So könnte das Untergeschoss als Alternative auch komplett separiert werden.

Wenn die Entkernung und die Beseitigung der hässlichen Anbauten in Richtung Kindergarten abgeschlossen ist, soll die Vermarktung beginnen. Konkretes zu den weiteren Umbauplänen und der künftigen Nutzung könnte erst gesagt werden, wenn ein Interessent feststeht. Wichtig ist Horst und Stefan Becker aber, dass sich jemand findet, der das Gebäude wirklich wertschätzt und erhält. Es solle nur in „gute Hände, abgegeben werden.

Die zwei informieren, dass damals an die Jugendherberge angestückelt wurde, um die Sanitäranlagen für die Turnhalle unterzukriegen. Von diesem Anbau solle jetzt nur das Untergeschoss als künftige Garage übrigbleiben.

Wenn zurzeit Freiräume vorhanden sind, sind die Mitarbeiter der Bauunternehmung Becker Rönsahl vor Ort, um die weiteren Arbeiten vorzunehmen. Allerdings gibt es momentan viele andere Baustellen, daher ist es schade, dass der Winter wegen des Wasserschadens nicht so intensiv genutzt werden konnte, wie das geplant war. Vor einigen Wochen wurden die Spalierdeckendecken, bestehend aus Latten und Kalkputz, entfernt, so dass jetzt die Balken zu sehen sind, die übrigens in einem ausgezeichneten Zustand sind, Horst Becker feststellt.

Im Obergeschoss hätte im Fall eines Mehrgenerationenhaus die mittleren Genereration Platz, die sich über das tolle Rundbogenfenster freuen darf, und oben wären dann die Kinderzimmer.

Rolf Haase

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