Wasser mit Tontöpfen brauchbar machen

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Der Leiter des Ladens „Kunst und Krempel“ Karl-Heinz Klitscher, Christel Hallmann, Judith Kleine und Dietmar Schwarze, (v.l.n.r.) engagieren sich für die Hilfe in Pakistan.

KIERSPE ▪ Durch die Flutkatastrophe in Pakistan, die besonders das Swat-Tal schwer getroffen hat, hat die Organisation People International (PI) mit pakistanischen Organisationen zusammen rund 3000 Familien täglich zu versorgen. „Das sind etwa 15 000 Personen“, erklärte der Kiersper Dietmar Schwarze, Chef von PI Deutschland. Insgesamt seien aber rund 14 Millionen Menschen auf die Hilfe angewiesen.

Um Geld für die direkte Hilfe zu sammeln, engagieren sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer in dem Laden „Kunst und Krempel“ an der Kölner Straße. Seit  fast drei Jahren haben die Ehrenamtler dort ein Ladenlokal angemietet, nehmen Sachspenden wie Kaffeeservices, Gemälde und allerlei Krimskrams an, die dann ausgestellt und möglichst verkauft werden. Auch Barspenden nehmen die Mitarbeiter natürlich gern an.

Nach dem ersten Spendenaufruf der Hilfsorganisation in Kierspe Ende August kamen insgesamt 2785 Euro zusammen, erklärte jetzt Dietmar Schwarze und bedankte sich gleichzeitig bei allen Geldgebern. „Da waren wirklich nette Leute dabei.“ Die Bereitschaft der Volmestädter, für die Flutopfer zu spenden, sei sehr groß gewesen. 2590,05 Euro der Gesamtsumme werden für die Hilfe verwendet, der Rest falle für reguläre Verwaltungsarbeiten an. „2000 Euro wurden direkt an unseren Kontaktmann von ARO weitergeleitet. Davon wird vor Ort ein Töpfer bezahlt“, so Schwarze. Dieser Mann produziere zwei passgenau Töpfe. In den inneren würden Sägespäne eingearbeitet, durch das anschließende Brennen werde der Ton dann porös und lasse Wasser hindurch. Der äußere Topf werde mit desinfizierendem Silbernitrat beschichtet. Die so hergestellten Töpfe werden dann an die Bevölkerung verschenkt. „Damit können die Pakistaner dann Wasser filtern und sich somit selbst versorgen“, so Schwarze.

Denn PI will die Menschen möglichst anleiten, sich selbst helfen zu können. „Sie sollen nicht nur da sitzen und darauf warten, dass Leute von außen kommen.“

Zudem müssten in Pakistan jetzt die Felder bestellt werden, damit im Frühjahr geerntet werden kann. „Auf die katastrophalen Zustände durch die Flutkatastrophe darf jetzt nicht noch eine Hungersnot folgen.“ Aus diesem Grund wird hauptsächlich Getreide angebaut.

Nach und nach mache auch das Abtrocknen der Erde Fortschritte. „Vielleicht wächst schon Weihnachten wieder etwas Gras“, hofft Schwarze. Dann müsste man schauen, wie viel Vieh durch die Flut verendet wäre. Auch dieses müsse dann wieder aufgestockt werden.

So hat die Organisation noch einiges an Arbeit vor sich, bevor sie sich wieder ihrem ursprünglichen Projekt, der Errichtung einer Mädchenschule, widmen kann. Zudem ist noch ein Projekt geplant, bei dem Taliban-Kämpfer die Möglichkeit geboten werden soll, aus der terroristischen Vereinigung auszusteigen. „Sie sollen dann eine handwerkliche Ausbildung machen können und möglichst mit einer Greencard auswandern. Denn ansonsten kommen sie nicht von den Taliban los.“

Für all diese Vorhaben verkaufen die Mitarbeiter des Ladens weiterhin „Kunst und Krempel“, bieten jetzt aber auch einen Schätzservice an. Alle die, die sich nicht sicher sind, ob sie einen wertvollen Gegenstand in Händen halten, haben dort donnerstagsvormittags die Möglichkeit, sich unabhängig beraten zu lassen. „Bevor die Leute nach Köln fahren und horrende Summen für die Schätzung bezahlen, sollten sie besser zu uns kommen. Damit tun sie gleichzeitig noch etwas Gutes“, erklärte Judith Kleine.

Denn dadurch, dass der Laden keinen Ankauf betreibe, stünden keine eigenen Absichten hinter einer Schätzung. Lediglich eine Spende von mindestens 5 Euro erbitten die Ehrenamtler. „Die Gegenstände können nachher natürlich auch woanders verkauft werden.“ Wenn sie aber als Spende im Laden blieben, sei das auch gern gesehen, schloss die Mitarbeiterin ihre Erklärung ab. ▪ isas

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