1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Kierspe

Was passiert in Kierspe, wenn das Gas wegbleibt?

Erstellt:

Von: Johannes Becker

Kommentare

Monika Hofmann und Georg Würth von den Freien Wählern haben sich mit einem Fragenkatalog an den Bürgermeister gewandt.
Monika Hofmann und Georg Würth von den Freien Wählern haben sich mit einem Fragenkatalog an den Bürgermeister gewandt. © Becker, Johannes

Während sich die Stadt Gedanken zur Energieeinsparung macht und Maßnahmen dazu ergreift, sind die Freien Wähler schon einen Schritt weiter und fragen bei der Stadtverwaltung nach, wie sich die Verwaltung auf einen totalen Ausfall der Energiebeschaffung von Gas vorbereitet.

Kierspe - „In den Bürgersprechstunden der FWG wurde klar, dass sich viele Kiersper über die Situation im kommenden Herbst Gedanken machen. Da wird danach gefragt, ob Kierspe eigene Gasspeicher habe, ob es möglich sei, eigene Kohle- oder Holzöfen aufzustellen oder auch danach, ob es sinnvoll ist, Heizlüfter anzuschaffen. Das sind natürlich Fragen, die wir nicht beantworten können. Es gibt aber auch Anrufer, die große Sorge haben, dass sie sich die steigenden Energiekosten nicht mehr leisten können. Da wird dann auch schon mal danach gefragt, ob die Stadt dann beheizte Räume anbieten wird, in denen man sich aufhalten kann – sogenannte Wärmestuben“, erklärt Georg Würth, Kiersper Ratsmitglied und Mitglied der FWG-Fraktion. Gemeinsam mit Monika Hofmann, ebenfalls Mitglied der FWG, hat er einen Fragekatalog an den Bürgermeister geschickt, in dem die Freie Wähler-Gemeinschaft konkret nach Räumen fragt, die als Wärmestuben geeignet sein könnten. Auch wollen die Politiker wissen, wie diese beheizt werden. Andere Fragen drehen sich um die Wasser- und Abwasserversorgung bei einem Stromausfall. Man will auch wissen, ob es eine Priorisierung bei der Versorgung mit Gas und Strom gibt und ob bereits Gespräche mit Kitas, Schulen, Senioren- und Pflegeheimen stattgefunden hätten. Und: Die Freien Wähler wollen außerdem wissen, ob die Betankung von städtischen Fahrzeugen und Einsatzfahrzeugen von Feuerwehr, DRK, aber auch Ärzten und Pflegediensten bei einem Stromausfall sichergestellt sei.

Weitere Fragen drehen sich um die sichere Kommunikation im Krisenfall und die Versorgung der Kiersper mit Getränken und warmen Mahlzeiten.

Bürgermeister Olaf Stelse sagte dazu auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung, dass an der Antwort derzeit gearbeitet werde – und diese erst einmal an den Fragesteller gehe und dann an die übrigen Fraktionen im Stadtrat.

„Wir sind derzeit aber erst einmal dabei, Energie zu sparen. Dazu sind wir im Gespräch mit städtischen Töchtern, aber auch alle Abteilungen der Stadtverwaltung untereinander. Außerdem gibt es einen Austausch mit dem Märkischen Kreis und anderen Kommunen“, sagt Stelse.

Einige Maßnahmen befänden sich bereits in der Umsetzung oder in deren Vorbereitung. Neben der Absenkung der Wassertemperatur im Hallenbad, über die in der MZ bereits berichtet wurde, geht es nach den Worten von Olaf Stelse vor allem um einen effizienteren Umgang mit der zur Verfügung stehenden Energie. „Gerade werden neue Fenster im Bürgerhaus eingebaut, wir erneuern in städtischen Gebäuden die Heizungssteuerung, damit wir die Anlagen gezielter und zentral steuern können. Dazu gehört auch, dass wir Gebäudeteile gezielt ansteuern, die zeitweise nicht benötigt werde, um zu verhindern, dass dort geheizt wird, wo es nicht notwendig ist. Auch wollen wir Möglichkeiten schaffen, die Temperatur in städtischen Gebäuden zu begrenzen und auch das zentral steuern“, erklärt der Bürgermeister.

Zu den konkreten Maßnahmen würde auch der Austausch weiterer Heizkörper in der Gesamtschule gehören, so der Bürgermeister.

Auch interessant

Kommentare