Der Kirche aufs Dach gestiegen

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Beeindruckend, der Blick vom Turm auf das Atrium der Kirche.

Kierspe - Regelmäßige Wartungen, besonders an Dächern, sind wichtig, ganz besonders an Kirchendächern. So hat die katholische Gemeinde einen Wartungsvertrag mit dem Meisterbetrieb Müller aus Meinerzhagen, der regelmäßig das Turmdach von St. Josef kontrolliert.

So war der Dachdecker Manfred Steffgen auch in diesem Frühjahr an der Kirche, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist. War es aber nicht. Nach dem Sturm im Frühjahr hatten sich Schieferplatten gelockert und an anderer Stelle war die Führung des Blitzableiters defekt.

Da die Schäden bei dem 27 Meter hohen Turm in 25 Metern Höhe lagen, orderte der Meisterbetrieb Müller einen Kran bei der Firma Ley aus Gummersbach, der für diese Höhe ausgerichtet ist. Am Donnerstagmorgen war es so weit. Pünktlich frühmorgens kam die Firma mit einem Kran mit 60 Metern Ausladung. Mit dem konnten Dachdecker Manfred Steffgen und der Auszubildende Mirco Freundenhammer bis hoch zum Kirchturm und auch um ihn herum fahren.

Auf 46 Jahre Erfahrung kann der Dachdecker Manfred Steffgen zurückblicken.

Für den Auszubildenden Mirco Freudenhammer war das eine Premiere. Es war für ihn das erste Mal, dass er so hoch auf ein Dach durfte und die Wetterbedingungen waren ideal. Es wehte nur wenig Wind und der sonnige Morgen versprach einen herrlichen Blick auf Kierspe. Doch bevor es für die beiden Fachleute noch oben ging, gab es noch Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Beide legten sich Ganzkörpergurte um und mit einem Seil und einem Haken sicherten sie sich an dem Geländer des Käfigs.

Dieser wurde von dem Kran nach oben zum Turmdach gezogen, wo sie die Reparaturen erledigten. „Es ist wichtig, dass die losen Schieferplatten wieder befestigt werden“, erklärte Manfred Steffgen die Arbeiten. „Die Schieferplatten sind so scharfkantig, dass sie einen Menschen tödlich verletzen können, wenn sie auf ihn herunterfallen.“ Höhenangst hat Manfred Steffgen bei seiner Arbeit am Turm von St. Josef nicht.

„Seit 46 Jahren bin ich inzwischen Dachdecker. Früher war der Beruf beschwerlicher als heute.“ So berichtete er, dass früher solche Reparaturarbeiten mit einem „Dachdeckerfahrstuhl“ erledigt wurden. „Der funktionierte wie ein Flaschenzug, der an der Turmspitze festgemacht wurde“, erklärte Manfred Steffgen. „Eine Bohle und ein Korb dienten als Stehplatz für den Dachdecker. Auch wenn der Dachdecker angeseilt war, war diese Form der Dacharbeiten gefährlicher als heute.“

Mirco Freundenhammer kam an seinen Ausbildungsberuf zum Dachdecker über ein Praktikum bei der Firma Müller. Das hatte ihm so gut gefallen, dass er sich diesen Beruf als Ausbildungsberuf ausgesucht hatte. Und nun stand ihm ein Erlebnis bevor, welches nur wenige Menschen haben werden: Der exklusive Blick aus großer Höhe auf Kierspe. So macht die Arbeit Spaß.

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