Warten auf Fördermittel für die Regionale-Umsetzung

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Über den Fortschritt der Arbeiten am neuen Zentralen Omnibusbahnhof informierte sich am Dienstag der Ausschuss für Stadtentwicklung Planung und Wirtschaftsförderung. Es ging unter anderem um die Straßenführung für den Busverkehr, das schmutzabweisende Pflaster an der Haltestelle, den roten Anstrich der Wartehäuschen und Masten sowie die Gestaltung des noch freien Vorplatzes. ▪

KIERSPE ▪ Zwar hat das gemeinsame Regionale-Projekt der Kommunen Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle den dritten Stern erhalten, womit konkret die Förderung der Maßnahmen verbunden ist, doch ist durch die Auflösung des Landtages und die Neuwahlen in Nordrhein-Westfalen erst einmal ein Vakuum entstanden.

Es fließen derzeit keine Finanzmittel. „Aber von der Bezirksregierung ist nicht angeklungen, dass die Förderung der Regionale nicht wie beabsichtigt erfolgt. Man darf wohl annehmen, dass alles, weil es auch dieselbe Regierung ist, so fortgeführt wird“, machte Rainer Schürmann deutlich. Der städtische Planer gab am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung im Rathaus einen Überblick zum aktuellen Stand der Planungen und Arbeiten im Rahmen des Strukturförderungsprogramms Regionale 2013. Er vermutete, dass im September der Haushalt verabschiedet und im Oktober dann die Mittel bereitgestellt werden.

Beabsichtigte Arbeiten mussten aus dem Grund bislang zurückgestellt werden, weil ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn zudem auch förderschädlich sein kann. Für Kierspe, so fasste er zusammen, gehe es bei der Regionale im Einzelnen um den Verkehrsknotenpunkt mit Zentralem Omnibusbahnhof, Bahnhaltepunkt, P+R-Parkplätzen und Radweg, außerdem um den jenseits der Kölner Straße angrenzenden Volme-Freizeit-Park, um das Kreativquartier die Kölner Straße hoch mit dem ehemaligen Helit-Komplex für die Kinder- und Jugendarbeit, einem Kunstmarkt im früheren Brücken-Markt und dem alten Kino sowie um den Mix aus Wohnen und Arbeiten am Tulpenplatz mit der Öffnung des Kamperbachs.

Anhand einer Planskizze zeigte Schürmann nochmals den ZOB mit der Straßenführung, den vier Bushaltestellen und dem Wendeplatz. Die Entscheidung für den kleinen Vorplatz, ob dort tatsächlich ein Imbiss, eine öffentliche Toilette oder eine Infosäule hinkommt, stehe demnächst an. Auch die geplante Radstation in dem Gebäude am Anfang der Bahnhofstraße sprach der städtische Planer an. In der Fortführung im Bereich der ehemaligen Ladestraße sind neben den vorhandenen P+R-Parkplätzen noch weitere geplant. Es könnten allerdings weniger als die erst angedachten 50 werden, wie Schürmann ausführte, da es dann mehr Grünflächen gebe, und zudem sei eine 80-prozentige Auslastung bei der Förderung vorgeschrieben. Bis 2015, wenn der Schienenpersonennahverkehr seinen Betrieb auf der Strecke aufnehmen soll, werde auch dieser Teil fertig sein.

Für die Starterprojekte, wozu unter anderem die erste Stufe des Volme-Freizeit-Parks gehört, steht laut Rainer Schürmann eine sofortigen Förderung in Aussicht.

Der Volmetalradweg von Meinerzhagen bis Schalksmühle soll in Neuebrücke die Volme queren und über die Windfuhr zum Volme-Freizeit-Park führen, dann die Kölner Straße kreuzen und über den ZOB, Hammerkamp und Volmehangweg Richtung Sankel und Vorth weitergehen, um ab da die bereits vorhandene Radtrasse entlang der B 54 über Vollme zu nutzen. In Hüttebruch wird die Bahnlinie gequert. In Bollwerk soll er dann dasweitere Kiersper Regionale-Projekt, das allerdings in privater Initiative vom Halveraner Naturschutzzentrum Heesfelder Mühle betrieben wird, streifen. Hier soll künftig aus Wasserkraft und Sonnenenergie Strom erzeugt werden. Bestandteil des Projekts ist zudem die Renaturierung der Volme in einem größeren Bereich und die Instandsetzung des Obergrabens und Teiches als Zulauf für den Schneckengenerator im Pumpenhaus. Geplant sei, das Gebäude als Museum touristisch zu nutzen.

Weiter soll der Radweg dann an Haus Rhade vorbeiführen. Über Oberbrügge geht es nach Brügge, von dort wird dann das nicht benötigte zweite Gleis der Bahntrasse genutzt. „Die Tunnel müssten beleuchtet werden“, so der städtische Planer. Ausgebaut werden soll der Radweg durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW.

Für den Volme-Freizeit-Park ist laut Schürmann geplant, diesen in drei Stufen umzusetzen. Die erste beinhalte die Verlegung der Volme in die Aue und das Areal zugänglich zu machen. In der zweiten und dritten Stufe gehe es um die weitere Freizeitentwicklung und die Errichtung von Gebäuden. Es gibt für die erste Stufe jetzt zwei Förderwege, die aufeinander abgestimmt werden müssen, den wasserrechtlichen für die Volmerenaturierung und den städtebaulichen für die Parknutzung.

Planerisch ist die Volmeverlegung schon ziemlich weit gediehen. So ist sogar eine Plausibilitätsprüfung in Auftrag gegeben worden. Schürmann sagte, dass „ordentliche Erdbewegungen“ erforderlich seien. Derzeit werde eine Sohlgleitung mit stärkerem Gefälle an einer Stelle geprüft, um allzu große Geländeeinschnitte von teilweise bis zu vier Metern zu vermeiden. Vor der nächsten Ausschusssitzung ist ein Ortstermin geplant, denn, daran ließ der städtische Planer keinen Zweifel, jetzt stünden Entwicklungsarbeit und einige Entscheidungen an.

Zum Kreativquartier sei als erstes jetzt Quartiersmanagement geplant, wobei mit dem Stadtmarketing zusammengearbeitet werden soll. Hier werde eine Präsenz in einem, Ladenlokal anvisiert. ▪ Rolf Haase

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