Spannender Unterricht im Wald

+
Axel Dohmen, Leiter der Waldschule im Märkischen Kreis, konnte gestern zusammen mit Uwe Treff, Klaus Pokrandt und Hanni Tügel 175 Kierspe Grundschüler zu den Waldjugendspielen am Lauseberg begrüßen.

Kierspe -Frei nach dem Motto, es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung, wurden gestern Vormittag die Waldjugendspiele am Lauseberg durchgeführt. Insgesamt 175 Mädchen und Jungen aus den vierten Klassen der Pestalozzi- und Schanhollen sowie der Bismarck- und Servatiusschule hatten die richtige Kleidung und erlebten einen spannenden wie informativen Schultag.

Mittlerweile zum 18. Mal wurde diese besondere Aktion der Waldschule im Märkischen Kreis unter der Schirmherrschaft von Landrat Thomas Gemke durchgeführt. „In Kierspe sind wir immer hier“, sagt Axel Dohmen, Leiter der Waldschule. Der Weg durch den Wald werde zwar ab und zu geändert, doch die 17 bis 20 Stationen, die von den Grundschülern angesteuert werden und an denen Aufgaben zu lösen oder Fragen zu beantworten sind, sind nahezu identisch.

Schließlich geht es darum, Wissen über den Wald, seine Pflanzen und Tiere sowie die fünf Gebote – Immer auf den markierten Wegen bleiben, keinen Lärm machen, kein Feuer anzünden, Bäume, Sträucher und Kräuter nicht absichtlich beschädigen und Abfälle wieder mitnehmen – zu vermitteln.

Die Ergebnisse an den 17 Stationen mussten die Grundschüler natürlich genau notieren.

Zuerst erklärte Dohmen, der von den Förstern Uwe Treff sowie Klaus Pokrandt und Hanni Tügel, Medienbetreuerin der Waldschule, unterstützt wurde, wie man auf einfache Weise die Höhe eines Baums bestimmen kann: Man nimmt einen längeren Stock, streckt den Arm aus und legt den Stab so in die Hand, dass ein Teil genau die Entfernung bis zum Auge hat.

Dann wird der Stock im ausgestreckten Arm senkrecht gekippt. Der obere Teil muss dann den ausgewählten Baum von der Wurzel (Boden) bis zur Spitze abdecken – dafür muss der richtige Standort gefunden werden. „Dann mit Meterschritten bis zum Baum gehen und zählen“, verriet auch Treff den Trick der Höhenbestimmung. „Zählt ihr mit?“ Die Grundschüler zählten und kam auf 30: „Dann ist der Baum etwa 30 Meter hoch!“, staunten die Kinder nicht schlecht über das einfache Messen.

Förster Uwe Treff erklärte und demonstriert den Kindern, wie man die Höhe eines Baums misst.

Damit wurden die Viertklässler sozusagen zu den Waldjugendspielen begrüßt, ehe es auf die 17 Stationen umfassende Tour durch den Lauseberg-Wald ging. Einen weiteren Tipp gab es ebenfalls: Bei einer Begegnung mit einem Wildschwein sollte man bloß nicht weglaufen. „Die rennen viel schneller als ihr!“ Einfach stehen bleiben, „dann denkt das Wildschwein, ihr seid ein Baum, den ein Mensch angefasst hat.“

Danach standen Tannenzapfen-Zielwerfen, ein Schätzspiel (von Bohnen in einem Glas) und viele Fragen auf dem Programm. Dabei ging es um das richtige Verhalten im Wald, welches Tier die Rinde von Bäumen „abfegt“, welche Tiere nachtaktiv sind und warum man Waldfrüchte vor dem Verzehr abwaschen sollte. Ebenso sollten anhand der (aufgezeichneten) Blätter die Bäume Ahorn, Erle, Fichte und Pappel bestimmt werden.

Es waren (aufgehängte) Gegenstände zu entdecken, die nicht in den Wald gehören. Auf ihrer Tour, die etwa eineinhalb Stunden dauerte, kamen die Grundschüler auch an der dicksten Eiche in dem Wald vorbei – der Umfang sollte mit der Fingerspanne gemessen und das Alter geschätzt werden. Die Kinder lernten ebenfalls auf spielerische Art und Weise, welche Raubtiere früher im Wald lebten, welche Tiere in einem Erdbau wohnen.

Bei der ersten Station stand ein Tannenzapfen-Zielwerfen auf dem Programm.

Die Mädchen und Jungen sollten schließlich auch verschiedene Baumrinden ertasten und sie beschreiben, die Ursache für einen Knubbel an einer Buche ebenso herausfinden wie den Unterschied zwischen einer Pflanzung und Naturverjüngung und schließlich fünf verschiedene Blätter sammeln.

Als Lohn für die Mühen bei den Waldjugendspielen gab es für jeden zum Abschluss eine Urkunde. Natürlich wird das Thema „Wald“ die Viertklässler der vier Kiersper Grundschulen auch noch in den kommenden Wochen im normalen Unterricht beschäftigen – auch wenn dies nicht so spannend ist wie der Ausflug in den Wald. Dabei störten dann auch die wenigen Regentropfen nicht, welche die Bäume durchließen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare