Die Waldheimat hat einen neuen Leiter

Der neue Wohnverbundsleiter für die Waldheimat, Heilerziehungspädagoge Ralf Borchert (rechts), hier mit Stellvertreter Markus Scharenberg. ▪ Foto Crummenerl

RÖNSAHL ▪ Was sich bereits seit einigen Monaten angekündigt hatte, ist jetzt auch formell in die Tat umgesetzt worden: Mit Wirkung ab 20. August hat das Evangelische Johanneswerk in Bielefeld als Träger des Wohnheims für Menschen mit Behinderungen, Waldheimat in Rönsahl, einen Wechsel in der Leitung der Einrichtung vollzogen.

An diesem Datum wurde der Diplom-Heilpädagoge Ralf Borchert (47) offiziell zum Wohnverbundsleiter für den Bereich der Waldheimat ernannt. Damit ist er auch für alle von dort betreuten Außenwohngruppen zuständig und gleichzeitig für die Menschen, die im ambulanten wie im ebenfalls angebotenen Kurzzeitwohnen in den Räumlichkeiten der Waldheimat betreut werden.

Der mit seine Familie in Lüdenscheid wohnhafte Borchert, der damit die Nachfolge seines Vorgängers Olaf Holtermann angetreten hat, verfügt über entsprechende Kenntnisse aus seiner vorhergehenden Tätigkeit. Die übt er seit 1996 als pädagogischer Leiter des Gesamtbetriebs der Märkischen Werkstätten mit allen ihren Betriebsstätten aus. Bei seiner neuen Aufgabe kann er auf die Mithilfe seines Stellvertreters Markus Scharenberg (42) sowie einen erfahrenen und bewährten Mitarbeiterstab stützen. Dem neuen Mann an der Spitze des Wohnheims kommen zudem Erfahrungen zugute, die bereits auf die intensive Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Leiterehepaar Schumacher zurückgehen. Bereits damals wurden Betreuungskonzepte angedacht und zwischenzeitlich weiter entwickelt.

Derzeit stehen im Zuständigkeitsbereich der Waldheimat inklusive Außenbereich insgesamt 86 stationäre Plätze, zuzüglich der derzeit 20 im ambulant betreuten Wohnen vorgehaltenen, zur Verfügung. Das Gesamtkonzept von Johanneswerk und damit auch der Waldheimat sieht vor, den bereits vor Jahren eingeschlagenen Prozess der weiteren Zentralisierung, also das Entzerren der Wohnsituation im Kernbereich der Waldheimatgebäude, voranzutreiben. Dabei möchte man das Leben von Menschen mit Behinderungen so weit wie möglich den normalen Lebensumständen anpassen – das heißt, kleinere Wohneinheiten als das im großen Waldheimatkomplex der Fall ist, anzubieten.

Gedacht ist dabei, so erläutern Borchert und Scharenberg, weitere Außenwohnungen mit jeweils sechs bis zehn Wohnplätzen im Bereich von Kierspe und Meinerzhagen anzumieten. Aber auch andere Städte seien hierbei denkbar. Was die mittelfristige Planung angehe, so sei es vorstellbar, dass die eigentlichen Wohnplätze in der Waldheimat auf insgesamt 24 beschränkt werden. Dies werde geplant auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Altersstruktur der Bewohner steige. Der Standort Rönsahl soll erhalten bleiben. Er soll nach einem schon länger im Raume stehenden Konzept mit seinen derzeit vier Gebäuden an die sich ergebenden neuen Bewohnerstrukturen angepasst werden.

Allerdings, und auch daran lasse das Konzept vom Johanneswerk nicht den geringsten Zweifel, zähle nicht zuletzt der individuelle Wunsch eines jeden Bewohners. Das bedeute im Klartext: Wer in der Waldheimat wohnen möchte, könne das auch bis zum Lebensende tun. In jedem Fall sei der Wille des Bewohners verpflichtend. Allerdings müsse den Gegebenheiten Rechnung getragen, ein qualifiziertes Wohnen nach modernen und zukunftsorientierten Anforderungen angestrebt und dann auch umgesetzt werden. In welcher Weise das allerdings für den gesamten Gebäudekomplex gelten kann, scheint zumindest derzeit noch nicht absehbar.

Rainer Crummenerl

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