Wahlscheine für schon 886 Briefwähler

Das Rathaus-Wahlteam, bestehend aus Dorette Vormann-Berg, Anja Kluth und Andreas Lockemann, präsentieren den Stimmzettel zur Landtagswahl.

KIERSPE ▪ Nicht jeder mag es, am Wahlsonntag gezwungen zu sein, eines der Wahllokale aufzusuchen, um seine beiden Kreuzchen zu machen. Andere können auch gar nicht, weil sie in den Urlaub fahren. Daher wird die Möglichkeit der Briefwahl sei Jahren immer stärker genutzt, was sich auch diesmal bei der vorgezogenen Landtagswahl am 13. Mai wieder abzeichnet:

Am Montagmittag hatte die Stadtverwaltung bereits 886 Wahlscheine ausgestellt. Daneben gibt es den Stimmzettel, den blauen Stimmzettelumschlag und den roten Wahlbriefumschlag sowie einen Handzettel mit Angaben dazu, wie alles ausgefüllt und dann weiter damit zu verfahren ist. Viele Briefwähler machen ihre Kreuzchen sogar sofort im Rathaus, wo im Foyer eine Wahlkabine nebst Urne steht.

Einer von ihnen war gestern Rainer Grollpfeifer, der zusammen mit seiner Frau Hannelore kam, um zu wählen. „Wir nutzen die Möglichkeit der Briefwahl nun schon seit vielen Jahren“, berichtete er. Das letzte Mal, dass die beiden am Wahlsonntag in einem Wahllokal waren, um zu wählen, war nach ihrer Erinnerung noch in der Gaststätte „Enzo“ in Bollwerk, die schon sehr lange nicht mehr existiert.

„Nachdem wir am vergangenen Freitagmittag die Stimmzettel aus der Druckerei erhalten haben, kamen gleich auch schon die ersten Bürger, um Briefwahl zu machen“, informieren Hauptamtsleiterin Dorette Vormann-Berg und die für die organisatorische Durchführung der Wahl zuständige Mitarbeiterin Anja Kluth. Sie machen außerdem darauf aufmerksam, dass das Kiersper Wählerverzeichnis mit derzeit 12303 Wählern aufgrund von Wegzügen und Zuzügen bis zum Wahltermin immer wieder aktualisiert wird. Das Verzeichnis liegt bis zum kommenden Freitag, 27. April, im Rathaus aus und ist von jedem Bürger einsehbar. Wer sich nicht darin wiederfindet, aber denkt, dass er wahlberechtigt sei, sollte sich bei der Stadt melden.

Die Erfassung der Daten der Wahlberechtigten passiert mittlerweile im Rathaus automatisch über einen Barcodescanner: Das demonstrierte Mitarbeiter Andreas Lockemann gestern anhand einer Wahlbenachrichtigung. Sofort nach dem Erfassen hatte er alle wichtigen persönlichen Daten auf seinem Computerbildschirm. Neben dem Scanner im Rathaus-Wahlbüro sind zudem noch zwei Scanner im Bürgerbüro vorhanden. Das soll den Mitarbeitern die Arbeit bei der Datenerfassung erleichtern.

Auch Briefwähler haben noch die Möglichkeit, ihre Stimme am Wahlsonntag selbst abzugeben, wenn sie es bis dahin aus irgendwelchen Gründen nicht geschafft haben, wie Dorette Vormann-Berg und Anja Kluth erläutern: So wird der Briefkasten des Rathauses am 13. Mai nochmals um 18 Uhr gelehrt. Allerdings müssen die Briefe im Laufe des Tages eigenhändig dort eingeworfen werden. Die Post stellt dann natürlich nicht mehr zu. Und nur rechtzeitig abgegebene Stimmen gehen in das Ergebnis ein. Die vorzeitige Wahl direkt im Rathaus-Foyer ist bis zum Freitag, 11. Mai, möglich.

Wie Vormann-Berg und Kluth über den aktuellen Wahlstimmzettel zur Landtagswahl informieren, stellen sich bei der Erststimme sechs Direktkandidaten der Parteien dem Votum der Wähler: Für die CDU der Betriebswirt Oliver Fröhling, für die SPD der angestellte Ausbildungsleiter Gordan Dudas, für die Grünen der Tanzlehrer Gesa Lang, für die FDP die Schalksmühler Rechtsanwältin Angela Freimuth, für die Linke der Beamte Thomas Lienenkämper und für die Piraten der Geschäftsführer Michael Meyer. Bis auf Freimuth kommen alle aus Lüdenscheid. Bei der Zweitstimme stehen insgesamt 17 Parteien zur Wahl, über die bereits genannten hinaus sind das: Pro NRW, NPD, Tierschutzpartei, Familien-Partei Deutschland, Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG), Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), Freie Wählerinitiative (FBI), Partei für Arbeit, Umwelt und Familie – Christen für Deutschland (AUF), Freie Wähler Nordrhein-Westfalen sowie Partei der Vernunft. ▪ rh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare