Wahlkampfauftakt für Gordan Dudas

+
Gordan Dudas, Petra Crone und Monika Baukloh schworen die Mitglieder auf den Wahlkampf ein. ▪

KIERSPE ▪ Den Auftakt seines Landtagswahlkampfes verlegte Gordan Dudas, der bisherige heimische SPD-Landtagsabgeordnete und auch designierte Kandidat für die Landtagswahl am 13.

Mai am Donnerstagabend in die Versammlung der Kiersper Genossen und verbrachte sie so bei Reibeplätzchen, Schinken, Graubrot, Rübenkraut und Apfelkompott. Dieses westfälische Traditionsgericht kommt immer bei dem gemütlichen Treffen, das meist Anfang des Jahres in der Gaststätte Bisitz in Höckinghausen stattfindet, auf den Tisch und zieht stets zahlreiche Ortsvereinsmitglieder an. Auch diesmal waren die Reihen wieder gut gefüllt, wie Ortsvereinsvorsitzende Monika Baukloh zufrieden lächelnd feststellen konnte.

Natürlich gestaltete sich der Verlauf des Abends durch die Entwicklungen in Düsseldorf ganz anders als geplant, so dass die Auflösung des Landtags, die Neuwahlen und deren jetzt sehr schnell notwendige Vorbereitung die Diskussion bestimmten. Die Kiersper Sozialdemokraten freuten sich natürlich, dass der Landespolitiker zu ihnen kam und Gordan Dudas nutzte die Gelegenheit und verlor keine Zeit, mit voller Kraft in den Landtagswahlkampf zu starten. Mit dabei war außerdem die Bundestagsabgeordnete Petra Crone, so dass der Ortsverein sich über die Beteiligung an Polit-Prominenz nicht beklagen konnte. Hat sich doch längst auch herumgesprochen, wie gemütlich und lecker das Reibekuchenessen jedesmal ist.

„Vorgestern Abend hätte ich mir noch nicht träumen lassen, dass ich heute Abend arbeitslos und kein Landtagsabgeordneter mehr bin“, berichtete Gordan Dudas, wie überraschend die Auflösung des Landtages letztlich für die Abgeordneten selbst kam. Auslöser sei die fehlende Mehrheit bei der zweiten Lesung des Landeshaushalts gewesen. Ihn hatte die Nachricht, dass die dritte Lesung dann gar nicht mehr nötig sei, absolut unvorbereitet getroffen.

Der Landespolitiker berichtete von den intensiven Verhandlungen zwischen den Fraktionen, wo dann aber Forderungen gekommen seien, die die SPD und die Grünen nicht hätten mittragen können. „Wir lassen uns nicht erpressen“, konstatierte er und deutete an, dass vielleicht von einigen auch zu hoch gepokert worden sei.

Dudas sagte, dass er eigentlich erwartet habe, dass der diesjährige Haushalt weniger problematisch sei als noch der im vergangenen Jahr. „Wir hatten die Neuverschuldung gesenkt. Unsere lag sogar unter der des Bundes“, so der bisherige Landtagsabgeordnete. Dann ging er zum Angriff über und hieb auf den politischen Gegner ein: Die schwarz-gelben Haushalte damals seien auf Kosten der Kinder sowie der Städte und Gemeinden aufgebessert worden. Die von der SPD und den Grünen vorgenommenen Investitionen in die Kinder, in die Bildung und zur finanziellen Entlastung der Kommunen seien allesamt den Menschen vor Ort zu Gute gekommen, warb er sogleich: „Eine bessere Konsolidierungspoltik kann man nicht machen.“

Dudas ließ keinen Zweifel daran, dass er wieder kandidieren wolle, wenn er aufgestellt werden sollte. Petra Crone sagte sofort zu, dass sie ihn vorschlagen werde und die Kiersper Genossen signalisierten spontan Unterstützungsbereitschaft. Hatte Dudas doch in den vergangenen knapp zwei Jahren auch eine prima Arbeit geleistet, viel Präsenz vor Ort gezeigt und sich der Kiersper Themen angenommen. Das unterstrich Ortsvereinsvorsitzende Monika Baukloh.

Dass die Auflösung des Landtags und die Neuwahlen gravierende Konsequenzen haben für die Kommunen, führte Dudas dann im Weiteren aus: „Der Haushalt ist nicht verabschiedet, daher gibt es über die Pflichtaufgaben hinaus kein Geld. Auch nicht für das dringend notwendige Regionale-Projekt Oben an der Volme von Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle.“ Kritisch könnte es ebenfalls für das Projekt der Volme-Agger-Bahn werden. Er prophezeite außerdem schlimme Folgen für die Haushalte der Städte und Gemeinden. So fließe derzeit erst einmal kein Geld für die U3-Betreuung in den Kindengärten im Rahmen der Konnexität. Ähnlich sehe es bei den Schlüsselzuweisungen nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz aus.

Aus Sicht von Gordan Dudas existiere zu einer Ministerpräsidentin Hannelore Kraft keine Alternative: „So wie ihr Herz für Nordrhein-Westfalen schlägt, schlägt meines für diese Region“, wagte er den Vergleich. Ihr Gegenkandidat Norbert Röttgen, amtierender Bundesumweltminister, der nun als Spitzenkandidat antritt, könne genau das nicht von sich behaupten. Er habe so anders als Kraft offen gelassen, ob er nach einer verlorenen Wahl als Oppositionsführer weiterhin NRW-Politik machen werde. „Hannelore Kraft ist gut für unser Land, weil sie weitsichtig ist. Und wenn wir am Muttertag eine neue Landesmutter haben, dann können wir feiern“, stellte er fest.

Bis dahin sei es aber noch ein anstrengender Weg. Dudas wollte am gestrigen Freitag sein Wahlkampfteam versammeln, um die wichtigsten Fragen für die nächsten zwei Monate zu klären und die ersten Arbeiten einzustielen. Für sich selbst erklärte er am Donnerstagabend bei den Kiersper Sozialdemokraten geradezu enthusiastisch, dass er gegen seinen Gegenkandidaten kämpfen und gewinnen wolle.

Kritik am CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen kam auch von der Bundespolitikerin Petra Crone: „Das, was der Bundesumweltminister nach dem Atomausstieg bisher geleistet hat, ist nichts. Und das sage nicht nur ich, sondern auch die Wirtschaft und die Verbände.“ Kraft sei bodenständig und Röttgen machtbesessen, charakterisierte sie die beiden.

Gordan Dudas informierte noch kurz über den vorgesehen Fahrplan bei der parteiinternen Kandidatennominierung: Die außerordentliche Jahreshauptversammlung des Kiersper Ortsvereins ist am kommenden Freitag, 23. März, die Unterbezirkskonferenz findet am 28. März in der Stadthalle Meinerzhagen statt und die Landesdelegiertenkonferenz am 31. März. Danach sind es noch sechs Wochen bis zur Landtagswahl.

Eigentlich war ein ganz anderer Haupttagesordnungspunkt vorgesehen gewesen, bevor die Reibeplätzchen auf den Tisch kamen: So waren Claudia Grau und Mike Söhl aus dem Leitungsteam der neuen Kinderfeuerwehr eingeladen worden, um diese den Genossen vorzustellen. Das trat dann angesichts der aktuellen Ereignisse aber doch etwas in den Hintergrund. Trotzdem berichteten die beiden zu Beginn von dem unerwartet großen Ansturm an Mädchen und Jungen zwischen sechs und zwölf Jahren.

„Derzeit machen 38 Kinder mit und weitere stehen auf der Warteliste“, so Grau und Söhl. Bisher finde die Arbeit an der Wehestraße statt, doch wollten genauso alle anderen Löschzüge diese unterstützen. Es seien viele Aktivitäten geplant. Spontan entschieden sich die SPD-Mitglieder, eine kleine Sammlung für die Arbeit der Löschzwerge durchzuführen, die 200 Euro ergab, die der Ortsverein nochmals auf 400 Euro aufstockt. ▪ Rolf Haase

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare