Wachstum lässt GWK keine andere Möglichkeit: Eine Entscheidung fürs Unternehmen

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Viel Platz und damit gute Entwicklungsmöglichkeiten findet GWK an dem neuen Standort.

KIERSPE - „Unser Ziel ist es, mit dem Marktbedürfnissen weiter zu wachsen, Perspektiven für die Zukunft zu sichern und neue Arbeitsplätze für die Region zu schaffen. Deshalb ist unser Umzug nach Meinerzhagen vor allem eine Entscheidung für unser Unternehmen und die Mitarbeiter, keine Entscheidung gegen Kierspe“, erklärt Patrick Zeppenfeld, Inhaber und Geschäftsführer der Firma GWK, im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung.

Von Johannes Becker

„Wir wären gerne in Kierspe geblieben und haben dort ja auch bereits seit Jahren nach einem neuen Standort gesucht, auf dem wir ein neues Firmengebäude errichten können. Doch das hat in der Vergangenheit leider nicht geklappt“, so Zeppenfeld weiter, wozu der GWK-Geschäftsführer Helmut Gries ergänzt: „Wir stehen seit Jahren unter einem enormen Druck seitens des Marktes. Wir wachsen sehr schnell und sind räumlich längst an unsere Grenzen gekommen. Da helfen Anmietungen von Gebäuden in der Nachbarschaft und Bürocontainer auf dem eigenen Grundstück nur noch bedingt weiter. Unsere Kunden möchten unser Wachstum gerne weiter ermöglichen, die beengte Situation am jetzigen Standort schafft dabei allerdings wenig Vertrauen in eine partnerschaftliche Zukunft.“

Die beiden Geschäftsführer betonen in diesem Zusammenhang, dass das Angebot, die Battenfeld-Gebäude zu erwerben, erst vor wenigen Wochen gekommen sei. Zeppenfeld: „Die Größe der Hallen, die Traglast der Kräne und auch die dazugehörigen Büro- und Verwaltungsgebäude passen genau zu unseren Plänen. Darüber hinaus kann das Gebäude im Grunde sofort bezogen werden. Solch eine Chance konnten wir uns nicht entgehen lassen.“ Insgesamt werden fast 400 Mitarbeiter ihren zukünftigen Arbeitsplatz in Meinerzhagen haben und aufgrund des Wachstums werden weitere wohl schnell dazukommen. Der Umzug selbst soll in rund einem Jahr abgeschlossen sein. Bis dahin werden die Abteilungen schubweise an den neuen Standort wechseln.

Spätestens Ende 2014 wird dann aber das Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße leer stehen. „Wir möchten sowohl die Immobilie als auch das Grundstück gerne verkaufen. Dabei suchen wir nach einer einvernehmlichen Lösung mit der Stadt, die neue Möglichkeiten für die Bürger von Kierspe bieten kann.“, so Zeppenfeld.

Natürlich ruft die Entscheidung bei Olaf Stelse keine Begeisterung hervor. Er muss nicht nur den erkrankten Bürgermeister im Gespräch mit der MZ vertreten, sondern weiß als Kämmerer auch genau, wie viel Gewerbesteuereinnahmen in Zukunft im Haushalt der Stadt fehlen werden.

Trotzdem zeigt er großes Verständnis für die Entscheidung. „Natürlich passt so eine Bestandsimmobilie allein aus finanziellen Gründen sehr viel besser in die Pläne eines Unternehmens als ein Neubau. Wir hätten die Firma gerne hier vor Ort behalten und haben auch alles versucht, um ein geeignetes Grundstück für einen Neubau zu finden. Keinesfalls wollen wir aber der Geschäftsführung einen Vorwurf machen. Wir sind zumindest froh, dass das Unternehmen nur in die Nachbarstadt zieht und dadurch die Arbeitsplätze der vielen gwk-Mitarbeiter aus Kierspe nicht gefährdet werden“, so Stelse.

Die Kiersper Mitarbeiter werden in Zukunft einen weiteren Weg zur Arbeit haben, allerdings trifft das bei weitem nicht auf alle Angestellten der Firma zu. Gries: „Wir haben festgestellt, dass weit mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiter von dem Umzug bei der Wegstrecke profitieren. Natürlich ist das kein Grund für den Umzug, aber die logistischen Entscheidungen spielen sehr wohl eine Rolle. Die Nähe zur Autobahn erleichtert unser Geschäft erheblich.“

Um zu zeigen, wie sehr die GWK-Geschäftsführer auch weiter an einem guten Verhältnis zu Kierspe interessiert sind, wird Inhaber Patrick Zeppenfeld heute in die Ratssitzung kommen, um dort den Politikern noch einmal die Beweggründe darzulegen, aus denen er sich für den Weggang entschieden hat. Thema wird dort dann sicher auch noch einmal die weitere Nutzung des Gebäudes an der Friedrich-Ebert-Straße sein.

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