Wachdienst-Chef erhebt massive Vorwürfe gegen Stadt

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Der Chef der Wachschutzfirma de Blois erhebt Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung.

Kierspe - Der Inhaber der Security-Firma de Blois, Hans-Wilhelm de Blois, erhebt schwere Vorwürfe gegenüber der Stadtverwaltung. Dabei greift er nicht nur die Verwaltung im Allgemeinen, sondern den Leiter des Ordnungsamtes im Besonderen an.

„Früher, mit dem alten Ordnungsamtsleiter (Axel Boshamer, Anmerkung der Redaktion) war das alles kein Problem, mit dem konnte man reden und der kannte auch unsere Arbeit. Mit dem neuen ist das ganz anders. Der hört nicht zu und ruft nicht zurück. Es war in der Vergangenheit immer so, dass unsere Mitarbeiter beispielsweise falsch parkende Fahrzeuge fotografierten und diese Bilder mit den notwendigen Informationen an die Verwaltung weiterleiteten. Das führte früher dazu, dass die Fahrzeughalter einen Bußgeldbescheid bekamen. Doch seitdem die Leitung im Ordnungsamt gewechselt hat, ist das nicht mehr so, da bleiben diese Meldungen einfach liegen und werden nicht verfolgt. Das weiß ich aus einer Quelle im Rathaus“, führt de Blois aus, der damit massive Kritik am derzeitigen Ordnungsamtsleiter Wolfgang Plate äußert.

Vereinbarte Bezahlung nicht bekommen?

Außerdem sei es bereits im vergangenen Jahr zu Problemen mit der Auftragserfüllung gekommen, weil man für den Dezember nicht die für die City-Streife vereinbarte Bezahlung bekommen habe. De Blois: „Deshalb haben wir auch in dem Monat deutlich weniger Stunden gearbeitet.“

Bürgermeister möchte nichts sagen

„Ich möchte zu dieser Sache nichts mehr sagen. Ich verstehe allerdings auch nicht, warum da jetzt nachgetreten wird“, lautet die Stellungnahme von Bürgermeister Frank Emde zu den Vorwürfen des Sicherheitsdienst-Chefs. Und damit auch zu den Berechnungen, die de Blois angestellt hat und gegenüber der MZ äußerte: „Ich kann nach wie vor nicht verstehen, wie der neue Wachdienst günstiger arbeiten kann als wir das taten. Denn bei Wachdiensten gilt ein allgemeinverbindlicher Tariflohn. Wird dieser nicht eingehalten, haftet nicht die Firma, sondern der Auftraggeber, in diesem Fall die Stadt.“

City-Streife: Kein festgelegter Tarif?

Nach seiner Auskunft gebe es zwar keinen bestimmten festgelegten Tarif für die City-Streife, die in Kierspe gebucht wurde, aber der Zoll, der die Einhaltung des Tariflohns kontrolliere, würde sich an der Bezahlung artverwandter Tätigkeiten orientieren. Dieser Tariflohn läge bei Sicherheitsdienstleistung im öffentlichen Personennahverkehr bei 13,35 Euro pro Stunde und bei Revierstreifenfarten bei 11,04 Euro pro Stunde und Mitarbeiter. „Dazwischen würde wohl der Zoll die Arbeiten ansiedeln, die wir in Kierspe geleistet haben“, so de Blois.

Stelse: "Werden Tarifverträge selbstverständlich einhalten"

Dem Beigeordneten Olaf Stelse ist das zu viel „würde“ und „könnte“. „Wenn es dort entsprechende Tarifverträge gibt, werden wir diese selbstverständlich einhalten, wie in allen anderen Bereichen auch, in denen wir Menschen beschäftigen oder für deren Bezahlung verantwortlich sind“, so Stelse, der auch zu dem Vorwurf Stellung nimmt, man habe im Dezember weniger Stunden bezahlen wollen als vereinbart: „Es war immer so, dass wir im Sommer mehr Streifenstunden haben als im Winter. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Menschen, auf die wir ein Auge haben wollen, sich eher im Sommer als im Winter draußen aufhalten. Das wird auch mit der neuen Firma nicht anders sein.“

Vertragsverhältnisse werden nicht offengelegt

Weiter möchte auch er sich nicht zu den Vorwürfen äußern: „Ich werde trotz des Verhaltens von Herrn de Blois keine Vertragsverhältnisse offenlegen.“

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