Fritz Schmid: Bei KuK gehört seine Leidenschaft der Musik

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An der Wand hängen die Streichinstrumente. Für seine Arbeit bei KuK greift er aber gerne selbst in die Tasten, meist in die seines Laptops, um mit Musikern zu korrespondieren oder die Auftritte mit den entsprechenden Texten zu bewerben.

Kierspe - Die Liebe zur Musik wurde schon früh geweckt. Doch bis sie zur echten Leidenschaft wurde, dauerte es bei Fritz Schmid ein paar Jahrzehnte. Als er dann im Vorstand von KuK tätig wurde, übernahm er die Organisation von Konzerten - und möchte Musiker für Auftritte in der Provinz begeistern.

Dem Verein für Kommunikation und Kultur in Kierspe und Meinerzhagen, wie KuK unabgekürzt heißt, trat Schmid erst spät bei. Doch wie bei so vielem in seinem Leben, dann gleich mit großer Leidenschaft. Es dauerte nicht lange, da wurde er Ende der Nullerjahre Vorstandsmitglied und seit März 2011 ist er Vorsitzender. Organisieren und Improvisieren ist dem heute 72-Jährigen nicht fremd.

Aufgewachsen in Ulm an der Donau, ging er später nach Tübingen, Berlin und Wales, um Lehramt zu studieren. Seine erste Stelle trat er in Schwenningen an. Doch als dann neue Lehrer für die erste ländliche Gesamtschule gesucht wurden, bewarb sich der politisch eher links stehende Gymnasiallehrer auf eine der Stellen in Kierspe.

1970 erfolgte dann der Umzug ins Sauerland. 1992 wurde er dort Schulleiter. Als er 2006 in den Ruhestand ging, konnte und wollte er aber nicht ganz loslassen. Er beriet Kommunen und Politiker, die neue Gesamtschulen auf den Weg bringen wollten, nicht nur in NRW, sondern sogar in Bayern. Als auch dieser Abschnitt endete, wurde er 2008 angesprochen, ob er nicht bei KuK mitarbeitern wolle. Erst war er Schriftführer und drei Jahre später Vorsitzender.

Instrumente an der Wand im Arbeitszimmer

Doch neben der Verwaltung des äußerst regen Vereins verantwortet er dort auch den Bereich Musik. Kein schlechtes Feld, denn bereits seit seinem zehnten Lebensjahr spielt er selbst ein Instrument. Geige ließen ihn seine Eltern damals lernen. Diese Instrumente hängen heute an einer Wand seines Arbeitszimmers. Wie zum Kontrast stehen diverse Saxophone auf der anderen Seite des selben Raums. Für ihn selbst ist das kein Gegensatz, wobei der Jazz ihm persönlich heute sicher näher ist, als die Musik, bei der das Streichinstrument die erste Geige spielt.

„Ich habe erst mit 45 Jahren angefangen, Saxophon-Unterricht zu nehmen, vor allem um mir die Welt des Jazz zu erschließen“, erzählt er. Emil Franz unterrichtete ihn. Später spielte er dann in verschiedenen Jazz-Formationen. Schmid: „Ich habe dabei vor allem Spaß an der Improvisation. Außerdem macht es unglaublich viel Freude, auf den verschiedenen Workshops mit Musikern aus anderen Ländern ins Gespräch und ins Spiel zu kommen.“

Das Gespräch mit den Musikern sucht er auch heute. Vor allem, um diese für einen Auftritt in Kierspe zu gewinnen. „Ich versuche, Kiersper und Meinerzhagener, die später Profimusiker geworden sind, für Konzerte in ihrer Heimat zu begeistern“, so Schmid, der aber einräumt, dass dies auch gar nicht so schwierig ist, weil die meisten gerne kommen, um in ihrer Heimatstadt aufzutreten. „Das Tolle ist, dass diese Musiker nicht alleine kommen, sondern oft Kollegen mitbringen, die wir sonst nie gewinnen könnten“, erklärt der KuK-Vorsitzende.

Auch wenn sein Herz dem Jazz gehört und diese Musikrichtung unter dem Vorsitz von Schmid bei KuK mehr Gewicht eingenommen hat, vernachlässigt er andere Bereiche keineswegs – und versucht auch, große Orchester in die Provinz zu holen.

Neue Spielorte finden

Da passt es gut, dass er ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu Michael Nassauer, dem Intendanten der Philharmonie Südwestfalen entwickelt hat. Nicht nur, dass dieses Orchester hier Station macht, beispielsweise mit der „British Proms Night“ am 29. Oktober, sondern man bucht auch gemeinsam Musiker, so etwa „Ten Sing“, die mit der Norwegian Brass Band am 25. April in Meinerzhagen auf der Bühne stehen.

Einen Tag zuvor treten diese in Betzdorf, der Heimatstadt von Nassauer, auf. Das spart Fahrtkosten und ermöglicht Arrangements, die sonst nicht zu zahlen wären. „Vieles geht aber auch nur deshalb, weil wir mit unseren Hauptsponsoren verlässliche Partner haben. Müssten wir das Geld für jeden Auftritt zusammenbetteln, sähe das Programm sicher anders aus.“

Auch bei den Spielorten hat sich unter Schmid einiges getan, so wird das PZ seltener gebucht, dafür steht jetzt die Margarethenkirche häufiger im Programmheft, aber auch Haus Nordhelle in Valbert und die Brennerei in Rönsahl.

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