Verein Kinder von Tschernobyl sucht Gasteltern

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Für weitere vier Jahre bestätigte die Versammlung Beisitzerin Antje Krings-Hawlina (links) und die Vorsitzende Gisela Steinbach (Zweite von rechts) in ihren Ämtern.

Kierspe - Die Aktivitäten des Vereins Kinder von Tschernobyl sind überschattet vom Krieg in der Ostukraine. Das berichtete die Vorsitzende Gisela Steinbach bei der Mitgliederversammlung in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde.

Der Verein konzentriert sich bei seiner Arbeit auf eine begrenzte Zahl an Projekten, die er aber seit vielen Jahren kontinuierlich unterstützt. Dazu gehört die Armenküche in Bila Zerkwa, in der täglich 50 Personen mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden. Die Kleidung und Ausstattungsgegenstände, die in zwei Transporten in die Ukraine gebracht wurden, kamen sage und schreibe 600 Personen zugute, darunter viele Flüchtlinge. Die Spendenbereitschaft der Kiersper Bevölkerung ist anhaltend hoch, auch am Samstag von 10 bis 12 Uhr können wieder gut erhaltene Kleidung, Bettwäsche und Ausstattung für Kinder am Lager in Vorth abgegeben werden. Neben Kleidung bittet der Verein aber auch um Geldspenden, um seine vielfältigen Aufgaben finanzieren zu können.

Der Vorstand

1. Vorsitzende: Gisela Steinbach

2. Vorsitzender: Wolfgang Theunissen

Schriftführer: Helmut Willnat

Kassiererin: Hanneliese Boecker

Beisitzer: Antje Krings-Hawlina, Birgitta Negel-Täuber

Dem Vereinsnamen entsprechend gilt die besondere Aufmerksamkeit den jüngsten Opfern der Reaktor-Katastrophe. Die liegt inzwischen 29 Jahre zurück, aber immer noch werden Kinder mit chronischen Krankheiten geboren. Aktuell versorgt der Verein 28 Kinder regelmäßig mit Medikamenten. Gesucht werden Menschen, die bereit sind, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen. Verlässliche Partner vor Ort informieren die Vereinsmitglieder über die Verwendung ihrer Spenden. Die sind selber betroffen von der Krise, alle haben Freunde und Verwandte in den umkämpften Gebieten.

Die Erholungsaufenthalte für Kinder innerhalb der Ukraine und in Deutschland werden ebenfalls regelmäßig organisiert und finanziert, vom 6. bis 28. Juni wird eine Gruppe ukrainischer Kinder mit ihren Betreuern nach Kierspe und in den Oberbergischen Kreis kommen. Allerdings hat der Verein zunehmend Probleme, Gasteltern für die Kinder zu finden. Bis jetzt haben sich in Kierspe erst Gasteltern für 18 Kinder gefunden, außerdem gibt es einige Plätze in Marienheide und Bergneustadt.

Gisela Steinbach sieht ein Problem im Generationenwechsel, der sich allmählich im Verein vollzieht. So gaben neben der Gastelternbetreuerin Elfi Glörfeld auch einige andere langjährige Mitarbeiter ihre Tätigkeit auf, ganz überwiegend aus gesundheitlichen Gründen. Für die beiden „Fahrradflüsterer“ Herbert und Gudrun Finkmann, die bislang für die gespendeten Fahrräder zuständig waren, fand sich glücklicherweise ein Nachfolger. Diese Aufgabe übernimmt ab sofort Jürgen Boecker.

Der Kassenbericht von Hanneliese Boecker ergab für das vergangene Jahr ein deutliches Minus, das aber durch Rücklagen ausgeglichen werden konnte. Bei den anstehenden Wahlen wurden die Vorsitzende Gisela Steinbach und Beisitzerin Antje Krings-Hawlina wiedergewählt. Bei den Kassenprüfern rückt Margit Ohm für Werner Steinbach nach.

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