Vorschläge der Menschen zum Sparen gesucht

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Der Beigeordnete und Kämmerer Olaf Stelse und seine Mitarbeiterin Kerstin Derksen präsentierten gestern den neuen Bürgerhaushalt mit dem Haushaltsbaum. ▪

KIERSPE ▪ Vielleicht freut sich sogar mancher Kommunalpolitiker auch selbst über den neuen Bürgerhaushalt und die damit verbundenen anschaulichen und plakativ gestalteten Erläuterungen zum städtischen Etat, weil darin einiges doch sehr schön auf den Punkt gebracht wird. Doch die Mühe haben sich der Beigeordnete und Kämmerer Olaf Stelse und seine Mitarbeiterin Kerstin Derksen nicht für die Politiker gemacht, sondern für alle Bürger.

Ihnen soll beispielsweise mittels das Haushaltsbaumes der kommunale Haushalt nähergebracht werden: Im grünen Laub der Krone finden sich die einzelnen Ausgabenbereiche wie Zinsen, Sach- und Dienstleistungen, Versorgungs- und Personalaufwendungen, Transferaufwendungen und bilanzielle Abschreibungen, die am Beispiel des Etats 2011 Gesamtaufwendungen von 34,1 Millionen Euro ergaben. Dieser Betrag taucht etwas weiter unten am Beginn des braunen Stammes auf. In der Stammmitte finden sich die Gesamterträge von 29,1 Millionen Euro, wobei durch die Differenz das hohe Defizit von 5 Millionen Euro deutlich wird. Seine Nahrung, also die Einnahmen, bezieht der Baum über die Wurzeln aus dem Erdreich durch öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte, Finanzerträge, privatrechtliche Leistungsentgelte, Steuern und Abgaben, Kostenerstattungen und Kostenumlagen, Zuwendungen und allgemeine Umlagen sowie Transfer- und sonstige ordentliche Erträge.

Was sich hinter diesen finanzwirtschaftlichen Begriffen verbirgt, wird kurz und knapp, aber verständlich exemplarisch erklärt: So handelt es sich bei Transfererträgen beispielsweise um die Erstattung für die Aufwendungen für die Flüchtlingsberatung und bei den Transferaufwendungen um die Zuweisungen an den Ruhr- und Wupperverband für die Abwasserentsorgung, die Leistungen für Asylbewerber oder auch die Kreisumlage für die verschiedenen Leistungen, die der Märkische Kreis für die Kommune erbringt.

Ein Ziel des neuen Bürgerhaushalts ist mehr Transparenz in Haushaltsfragen. So wird auch die Vorgehensweise bei der Haushaltsplanung und Etatverabschiedung nachvollziehbar beschrieben. Außerdem soll in einen Dialog mit den Bürgern eingestiegen und diese stärker als bisher an der Gestaltung des Haushalts beteiligt werden. Darüber hinaus verspricht sich die Verwaltung davon Entscheidungshilfen für die Politik. Vorausgegangen ist der Erarbeitung ein Antrag der Fraktion Pro Kierspe mit diesem Vorschlag.

Zum neuen Bürgerhaushalt gibt es am Montag, 16. Mai, um 18 Uhr im Rathaus eine Informationsveranstaltung mit jeder Menge Infos, Gesprächen und Anregungen. Dabei werden Stelse und Derksen das Konzept nochmals in Wort und Bild vorstellen. Danach werden die peppig aufbereiteten Flyer mit dem Haushaltsbaum in den Geschäften verteilt.

Gesucht werden ganz konkret Vorschläge für Veränderungen in der Stadt und vor allem zu Einsparmöglichkeiten. Auf einem Coupon können diese bis Anfang September eingetragen werden. Auch auf der Internetseite der Kommune http://www.kierspe.de ist alles zu finden. Die Ansätze und Ideen der Bürger sollen möglichst schon in die Erarbeitung des Etatentwurfs 2012 und die Beratungen darüber einfließen.

Die Verwaltung versucht die Bürger in diesem Fall direkt und ganz emotional anzusprechen: „Letztlich sind wir alle daran interessiert, ein lebenswertes und funktionierendes Städtchen zu haben, in dem wir uns wohl fühlen und gerne zu Hause sind“, heißt es so zum Hintergrund. ▪ Rolf Haase

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