Interaktives Foto

Früher-Heute-Bild: Als die Kölner Straße noch eine Allee war

Kierspe - Vom Kaiserlichen Postamt zum eher unauffälligen Geschäftshaus: So hat sich das Bild an der Kölner Straße gewandelt.

Früher gab es mehr Hotels, dafür ist heute das Wetter besser. Zu diesem, augenzwinkernd gemeinten, Ergebnis kamen einige Besucher des Multivisions-Vortrags von Peter Bell. Im voll besetzten Ratssaal zeigte der Halveraner Fotos aus Kierspe unter dem Titel „Friedrich-Ebert-Straße und Kölner Straße – damals und heute“.

Tatsächlich waren etliche Bilder von Häusern wie dem „Berliner Hof“ oder „Hotel Plate“ zu sehen. Die Gebäude stehen immer noch, überhaupt hat sich im Dorf wenig geändert im Laufe der Jahrzehnte. Das Kopfsteinpflaster ist dem Asphalt gewichen und wo heute die Volksbank steht, musste der Abrissbagger für Platz sorgen. Das wurde damals fotografisch dokumentiert, in Schwarz-Weiß, so wie alle Fotos, die der Heimatverein Peter Bell zur Verfügung gestellt hatte. 

Der Verein hatte auch zu diesem Abend eingeladen. Die Überblendung von historisch und monochrom einerseits und modern und bunt andererseits, unterlegt mit dazu passender Musik, machte den besonderen Reiz der Schau aus. Peter Bell hatte bei seinen Aufnahmen vielfach den gleichen Blickwinkel eingenommen, den auch die Fotografen einige Jahrzehnte früher gewählt hatten. Allerdings wurde damals längst nicht so viel fotografiert wie heute, weshalb heutige Ansichten von Kierspe dominierten. Mehr als 1000 Aufnahmen habe er gemacht, sagte Bell, viele von ihnen bei schönem Sommerwetter. Kierspe-Dorf wirkt darauf ausnehmend idyllisch.

Der Bildvortrag hatte Architektur und Stadtbild zum Thema. Er zeigte auch, dass Dorf und Bahnhof in früheren Zeiten praktisch getrennte Orte waren, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg allmählich zusammenwuchsen. Der Wildenkuhlen war kaum wiederzuerkennen, eine Straßenkreuzung irgendwo im Niemandsland.Die Kölner Straße zeigte sich auf den ältesten Fotos als Allee, auf der vor allem eines fehlte – Autoverkehr. Imposant wirkte dagegen das „Kaiserliche Postamt“. Das ist heute ein unauffälliges Geschäftshaus, in den 1930er Jahren war es dagegen noch an gleicher Stelle in Betrieb. Allerdings wehte die Hakenkreuz-Fahne davor, Kölner Straße und Friedrich-Ebert-Straße hießen damals einheitlich „Adolf-Hitler-Straße“.

Im Gespräch mit Brigitte Brucks erzählte Rolf Janßen diese und andere Verwerfungen der Geschichte. Beide Zuschauer des Bildvortrags haben ihre Wurzeln am Bahnhof. „Darauf lege ich auch Wert,“ sagte Brigitte Brucks, geborene Prüschenk. Ihr Vater hatte die Firma Potthoff und Prüschenk mitgegründet; das Firmenschild hängt heute noch an der Kölner Straße.

Früher-Heute-Bild

Ziehen Sie den "Slider" nach links oder rechts, um das historische oder das aktuelle Foto zu sehen. Einst ein imposantes Gebäude war das Kaiserliche Postamt in der Kölner Straße, das sich heute als eher unauffälliges Geschäftshaus präsentiert. Achtung! Der Internet-Explorer zeigt das Slider-Bild verzerrt an. Zur optimalen Darstellung nutzen Sie beispielsweise Chrome oder Firefox als Browser.

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