Ideenwettbewerb für Volme-Freizeit-Park

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Der Fachausschuss sah sich vor Ort das Gelände für den Volme-Freizeit-Park an. ▪

KIERSPE ▪ „Wir planen keinen Freizeitpark wie das Phantasialand, sondern ein Gelände, wo sich die Menschen aufhalten können“, erklärte Bürgermeister Frank Emde in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung, als dieser am Dienstag im Rathaus tagte (MZ berichtete).

Das Gremium beauftragte die Stadtverwaltung einstimmig, einen Ideenwettbewerb für das Gebiet zwischen Windfuhr und Bundesstraße 54 auszurufen, um geeignete Vorschläge für die Gestaltung des Volme-Freizeit-Parks zu erhalten. Dieser ist Bestandteil der Regionale 2013 und in der ersten und zweiten Baustufe sogar ein Starterprojekt: Als erstes soll die Volme revitalisiert und ihr Bett parallel zur Bahnstrecke hin verlegt werden, etwa in den Bereich, wo sich der Obergraben zum inzwischen verfüllten Hammerteich befindet.

Außerdem soll das Gelände für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Industriebrachen wie die ehemalige Firma Goseberg und Grashoff oder die alte Tankstelle werden abgerissen, Altlasten entsorgt und das Gelände renaturiert. Es soll Aufenthaltsqualität geschaffen werden mit Bänken und Spiel- und Sportmöglichkeiten. Außerdem ist an eine Bühne für Veranstaltungen gedacht. Ob der Vorschlag, eine Konzertmuschel zu errichten, wirklich ernst gemeint war, blieb unklar.

Erst danach könnte es in der dritten Baustufe um eine Neubebauung und vielleicht Indoorhallen gehen. Die an dem Wettbewerb, für den Kosten von 72 000 Euro veranschlagt sind, wofür aber Zuschüsse von 50 000 Euro erwartet werden, beteiligten Fachbüros sollen diese Ideen nun konkretisieren. Eine Jury wird die Ergebnisse bewerten und ein Ranking vornehmen.

Was dann letztlich umgesetzt wird, entscheiden dann wieder die politischen Gremien. Beantragt sind Kosten von insgesamt 2,1 Millionen Euro für die beiden ersten Bauabschnitte, die dritte Stufe schlägt mit weiteren 400 000 Euro zu Buche.

Für die Umsetzung des Projektes kommt die Förderung mit Städtebau- und Wasserbaumitteln aus zwei Töpfen mit teilweise unterschiedlichen Voraussetzungen, was die Stadt, wie Bürgermeister Frank Emde anmerkte, vor die Schwierigkeit stellt, dass beide jetzt aufeinander abgestimmt werden müssen.

Emde berichtete, dass ein wasserrechtliches Verfahren durchgeführt wurde: In dem Rahmen kam es zu einer Vermessung der Volme und dabei zeigte sich, dass der Fluss, der voraussichtlich ein lineares Gefälle erhalten wird, teilweise durch 5,70 bis 6,70 Meter Tiefe Einschnitte führt, die zudem noch abgeflacht werden müssen, so dass ein erlebbarer Auencharakter entsteht. Erwartet wird, dass rund 13000 Kubikmeter Erdreich bewegt werden müssen. Einiges davon kann genutzt werden, um den alten Flusslauf zu verfüllen, anderes zum notwendigen Angleichen des Geländes im Baugebiet „Hülloch-Buschheide, wo die Kommune angrenzend an das Fachmarktzentrum nichtstörendes Gewerbe ansiedeln will. Diese erheblichen Niveauunterschiede verträglich zu gestalten, ist jetzt Aufgabe der Ingenieure. Es soll eine Brücke geben und möglicherweise sogar eine Furt, über die die Volme bei Niedrigwasser durchwatet werden kann.

Vor der Sitzung hatte der Fachausschuss das Gelände im Zuge einer Ortsbesichtigung in Augenschein genommen: Angefangen wurde im Bereich des Zufahrt der Genossenschaft, anschließend gingen die Kommunalpolitiker unter der Führung des Planers Rainer Schürmann jedoch auch noch von der Kölner Straße aus in das Gelände hinein. Dort fiel einigen Mitgliedern der alte Baumbestand auf, der, wo es geht, erhalten werden soll.

▪ Rolf Haase

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