Radroute soll in Bollwerk Industriegeschichte bieten

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In der Ortslage Bollwerk soll die Streckenführung des Volmetalradweges auch am alten „Sessinghauser Hammer“ vorbeiführen, der mittlerweile im Besitz des Vereins Heesfelder Mühle ist und Einblick in die Industriegeschichte gewähren soll.

Kierspe - Mit dem Drahtesel entlang der Volme radeln – dies soll durch das interkommunale Regionale-Projekt „Volmetalradweg“ bereits in einigen Jahren möglich sein.

Von Petra Schüller

Dann wird entlang der B54 auf einer Länge von 23,5 Kilometern ein asphaltierter Radweg entstehen, der von Meinerzhagen bis Schalksmühle führt.

Im Herbst 2014 wurde ein 400 Meter langes Teilstück auf Kiersper Gebiet, zwischen der Straße In der Grüne und dem Bahnübergang Bollwerk, im Auftrag von Straßen NRW genau vermessen. Dabei ging es zwar in erster Linie um die dort in Kürze beginnende Sanierung der sichtlich lädierten Straßendecke, zugleich wollte man aber überprüfen, ob dieser Bereich genug Platz für einen Radweg bietet.

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„Das sieht im Moment nicht danach aus“, informiert Hans-Jürgen Heidenreich von der Abteilung Planung bei Straßen.NRW. Einige Privatgrundstücke grenzen in dem Bereich direkt an die B 54, „dort bleiben an einigen Stellen nur zwei Meter zwischen dem Fahrbahnrand und dem Privateigentum“, so Heidenreich. Dieser Platz reiche nicht für einen Radweg aus.

Das Ergebnis gefährdet die Planungen aber nicht, vielmehr bestätigt es den Vorschlag des Planuungsbüros ASS, das im Auftrag der vier Volmetalkommunen arbeitet. „Der Radweg soll nach diesen Plänen ab der Straße In der Grüne, wie an vielen anderen Stellen auch, vom Streckenverlauf der B 54 abweichen“, erklärt Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter Bauverwaltung und Planung der Stadt Kierspe. Von dort aus führe er durch die Wiesen und treffe dann auf die Sackgasse An der Leye. „In der Folge führt der Radweg weiter durch Bollwerk hindurch in Richtung Halver“, so Schürmann. Diese Streckenführung biete gleich zwei Vorteile. „Das Radfahren durch die Natur abseits der Landstraße ist natürlich landschaftlich attraktiver“, so der Stadtplaner. Zugleich werde die Route die Ausflügler am Sessinghauser Hammer vorbeiführen, und der soll sich schließlich schon in den kommenden Jahren zu einem touristischen Ausflugsziel mausern.

Das rote Backsteingebäude der ehemaligen Firma Brune wirkt derzeit noch wie eine alte Industrieruine. Das Gebäude ging durch fiskalische Erbschaft zunächst an das Land NRW. Die Bezirksregierung Arnsberg konnte schließlich den Verein Heesfelder Mühle für die Idee gewinnen, den ehemaligen Hammer mit angeschlossener Wasserkraftanlage zu übernehmen und zu reaktivieren.

Zuvor hatte der Verein beim Forschungsinstitut Wasser und Umwelt der Uni Siegen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese fiel positiv aus – und wies zugleich Möglichkeiten der naturschutzgemäßen Nutzung aus. So soll der alte Hammer künftig als Attraktion auf der Radroute zum Verweilen einladen und Einblick in die frühe wirtschaftliche und handwerkliche Entwicklung der Region geben.

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