Volmetalbahn: Züge sollen ab 2017 wieder fahren

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Derzeit ist für die Züge der Volmetalbahn aus Richtung Ruhrgebiet kommend in Lüdenscheid-Brügge Endstation. In gut zwei Jahren soll eine Weiterfahrt über Kierspe bis nach Köln möglich sein.

Kierspe - 31 Jahre nachdem Kierspe vom Bahnnetz „abgekoppelt“ worden ist, sollen die Volmestadt Ende des Jahres 2017 erstmals wieder Personenzüge anfahren.

Die DB Netz AG hält weiter an ihrem Zeitplan fest, den Abschnitt der Volmetalbahnstrecke zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid-Brügge bis zu diesem Zeitpunkt vollständig reaktiviert zu haben. Dies erklärte der zuständige Projektleiter Olaf Griesel, der am Mittwochabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung einen aktuellen Sachstandsbericht abgab.

Züge sollen im Stundentakt fahren

Dann sollen die Züge im Stundentakt ohne Umstieg zwischen Köln und Lüdenscheid verkehren. Die Fahrzeit von der Dommetropole bis in die Volmestadt dürfte etwa eindreiviertel Stunden dauern. „Wir gehen bei unseren Planungen davon aus, bis Brügge mit den Zügen durchgängig eine Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde zu erreichen“, erklärte Griesel. Die dafür notwendigen Erneuerungen an den Gleisanlagen, wie Austausch der Schienen, Schwellen und des Schotters, wurden bereits erledigt.

Züge begegnen sich in Kierspe

Die wichtigsten noch durchzuführenden Maßnahmen zur Reaktivierung, die ursprünglich bis Ende dieses Jahres vollzogen sein sollte, sind jetzt der Umbau von 19 Bahnübergängen, von denen 18 auf Kiersper Stadtgebiet liegen, der Bau des Bahnhofs in Kierspe, der Umbau der Bahnhöfe in Brügge und Oberbrügge, der Bau eines elektronischen Stellwerks sowie signaltechnische Maßnahmen.

Kreuzungsbahnhof in Kierspe

Dem Bahnhof in Kierspe wird dabei die wichtige Funktion eines Kreuzungsbahnhofs zukommen. „An dieser Stelle werden sich die Züge auf der sonst eingleisigen Strecke stündlich begegnen“, sagte Griesel.

Anlage soll am ZOB entstehen

Noch ist der Zugang vom Zentralen Omnibusbahnhof zu den Gleisen der Volmetalbahn versperrt. Ab Ende 2017 soll sich dies ändern.

Entstehen soll die neue Bahnhofsanlage unmittelbar angrenzend an den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Der Zugang zu den Bahnsteigen, die jeweils eine Länge von maximal 170 Metern haben werden, soll laut Griesel ebenerdig und behindertengerecht ebenfalls direkt vom ZOB aus erfolgen. „Durch die Höhe der Bahnsteigkante von 76 Zentimetern wird es auch möglich sein, barrierefrei in unsere Niederflurtriebwagen einzusteigen“, so Griesel.

Kosten von 30 Millionen Euro

Die Reaktivierung der Bahnstrecke, die letztlich eine durchgängige Verbindung von Köln bis ins Ruhrgebiet nach Dortmund schaffen wird, kostet nach Zahlen der Bahn aus dem vergangenen Jahr rund 30 Millionen Euro und damit satte zehn Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Enge Kurvenradien bereiten Probleme

Probleme bereiten den Planern die engen Kurvenradien im Ein- und Ausfahrtsbereich des künftigen Bahnhofs Kierspe. Die Ausschussmitglieder erfuhren, dass in diesem Bereich besonders strenge Richtlinien gelten und die DB Regio AG deshalb in Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner investieren muss, um eine Betriebsgenehmigung für die Strecke zu erhalten. Um die Maßnahmen möglichst nach den Wünschen der etwa 60 betroffenen Anwohner gestalten zu können, findet in der nächsten Woche eine Versammlung zu diesem Thema statt.

Güterverkehr ist möglich

Die Schotterzüge, die derzeit vom Steinbruch in Krummenerl kommend, die Strecke der Volmetalbahn mindestens einmal täglich nutzen, könnten auch in Zukunft fahren, erklärte Griesel. Auf Nachfrage von Armin Jung (FDP) sagte der Projektmanager, es sei sogar möglich, weitere Güterzüge über diese Strecke fahren zu lassen, falls Interesse bei den angrenzenden Firmen vorhanden sei.

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