Volmetal: Keine Miet-Haie in Sicht

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Kierspe - Die Suche nach bezahlbaren Mietwohnungen wird vor allem in den Ballungsräumen immer schwieriger. Noch dazu nutzen große Wohnungsgesellschaften ihre Macht, um über Modernisierungen Mieten in astronomische Höhen zu treiben. Darüber hinaus werden immer wieder Mieter gedrängt, ihre Wohnungen zu verlassen, um diese mit riesigen Aufschlägen im Rahmen der Neuvermietung wieder auf den Markt zu bringen.

Gerd Reppel, Vorsitzender der Kiersper Effektengesellschaft, war nach einem Medienbericht von dem Vorgehen eines dieser Unternehmen so entsetzt, dass er veranlasste, alle Aktien dieses Unternehmens im Vereinsbestand zu verkaufen, um nicht am Leid der Menschen zu verdienen. Doch Reppel ist nicht nur Vorsitzender des Vereins, der seit Jahrzehnten mit Wertpapieren handelt, sondern auch Zweiter Vorsitzender des Vereins Haus und Grund Oberes Volmetal. 

In dieser Eigenschaft ist es ihm ein Anliegen, mitzuteilen, dass die Vermieter im Volmetal grundsätzlich ein anderes Verhalten als die großen Gesellschaften an den Tag legen. „Wir können schon sagen, dass unsere Mitglieder sehr pfleglich mit ihren Mietern umgehen“, springt ihm dabei Christoph Gebauer, Erster Vorsitzender bei Haus und Grund, zur Seite. 

Bei ihren Aussagen stützen sich die beiden auf die Ergebnisse einer Vermieterbefragung, die Haus und Grund Deutschland im vergangenen Jahr unter seinen Mitgliedern vorgenommen hat. Wobei üblicherweise die Kleinvermieter (bis zu fünf Wohnungen) Mitglied in dem Verein sind. Allerdings stellen auch diese Kleinvermieter rund 15 Millionen der 21 Millionen Mietwohnungen zur Verfügung. Bei der Beurteilung der Mietverhältnisse spielt der sogenannte Mietspiegel eine große Rolle.

 Dieser wird in regelmäßigen Abständen in den Städten und Kreisen der Republik erhoben und spiegelt die durchschnittlichen Mieten wieder. Im Märkischen Kreis weist der Mietspiegel Mieten zwischen 3,65 Euro (Altbau, Baujahr vor 1964, einfache Wohnlage) und 6,74 Euro (Neubau, Baujahr ab 2002, gute Wohnlage) aus. Will ein Vermieter die Miete erhöhen, muss er sich an dem Mietspiegel orientieren, es sei denn, er hat zu Beginn des Mietverhältnisses eine Staffelmiete vereinbart. Denn beginnt ein Mietverhältnis, ist der Vermieter nicht gezwungen, sich am Mietspiegel zu orientieren. Eine Ausnahme stellen Modernisierungen dar. Denn erfolgt eine solche Maßnahme, kann der Vermieter elf Prozent der Kosten pro Jahr auf alle Parteien im Haus umlegen. 

„Die Befragung unter unseren Mitgliedern hat ergeben, dass die Mieten im Durchschnitt 2,67 Prozent unter dem Mietspiegel liegen, bei Mietverhältnissen, die zwischen fünf und zehn Jahren bestehen, liegen die Mieten sogar 3,47 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete“, so Gebauer. Bei der Befragung habe man auch erfahren, dass die Mietverhältnisse im Durchschnitt 8,2 Jahre bestehen und die Nettokaltmiete betrage deutschlandweit 7,32 Euro pro Quadratmeter. Gebauer: „Klar wurde aber auch, dass 18,4 Prozent aller Mietverhältnisse seit mehr als zehn Jahren bestehen, ohne dass es eine Mieterhöhung gab.“ 

Damit würden sich die Erkenntnisse aus der Statistik mit den Erfahrungen decken, die die beiden Vorsitzenden mit ihren Mitgliedern gemacht hätten. „Im Grunde haben wir vor Ort noch einen recht entspannten Wohnungsmarkt. Man kann sagen, dass ein Vermieter eine sehr gute Chancen hat, eine Wohnung, die sich in einem guten Zustand befindet und nicht in einer sehr schlechten Lage, für einen fairen Preis zu vermieten“, so Gebauer.

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