Mächtige, aber kranke Eschen gefällt

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Der Fällbagger greift den Baum, sägt ihn ab und bringt den Stamm mit seinen Zweigen und Ästen sicher zu Boden.

Kierspe - Zahlreiche Autofahrer waren gestern überrascht, dass die L 528 direkt nach der Einmündung zum Einkaufszentrum gesperrt war. Der Grund: Entlang der Straße über Schnörrenbach nach Meinerzhagen mussten kranke Eschen gefällt werden.

Dies war nur unter einer Vollsperrung möglich, da der eingesetzte Fällbagger die Straße blockierte. Wie schon auf der Kreisstraße 3 am Vortag mussten auch an der L 528 Eschen, die vom sogenannten Eschentriebsterben befallen sind – dagegen gibt es bislang keine wirksamen Hilfsmaßnahmen – gefällt werden.

Schätzungsweise 50 Bäume nahm der Fällbagger in dem knapp achtstündigen Einsatz rechts und links der Straße zwischen Kierspe und Meinerzhagen heraus. Teilweise waren dies mächtige Bäume, die 25 oder 30 Meter hoch waren. Anschließend wurden die Eschen gleich komplett gehäckselt und abtransportiert.

Deutlich sichtbar sind die bereits abgestorbenen Zweige in der Krone dieser Esche.

Im Übrigen ist das Eschentriebsterben, das auch als Eschenwelke bezeichnet wird, eine Baumkrankheit, die durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz (Hymenoscyphus fraxineus) verursacht wird. Vermutlich wurde dieser Pilz mit importierten Pflanzen nach Europa eingeschleppt. Der Pilz beziehungsweise seine Sporen infizieren entweder die Blätter der Esche – wandern von dort in Zweige und Äste – oder die Wurzeln, wie ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei erklärte.

Die Folge: Die Wasserleitungen im Baum werden sozusagen verstopft und versiegen, Äste und Zweige erhalten weder Wasser noch Nährstoffe und sterben ab. Man erkennt dies entweder an den olivbraun bis orange verfärbten Rindennekrosen oder an den blattlosen Zweigen, dem Totholz.

Diese Baumkrankheit hat sich im vergangenen Jahrzehnt recht schnell in ganz Europa ausgebreitet. Da es bis heute keine wirkungsvollen Maßnahmen gegen den Pilz gibt, der das Eschentriebsterben verursacht, bleibt nur das Fällen der Bäume. Denn irgendwann ist die Standfestigkeit der Eschen nicht mehr gewährleistet, sodass sie bei entsprechenden Wetterlagen umstürzen können.

Mit Pylonen und zuvor mit Sperrbaken wurde die L 528 für den Verkehr gesperrt.

Wenn sie an einer Straße stehen, ist die Gefahr groß, dass sie auf die Fahrbahn fallen. Das Eschentriebsterben, so heißt es mittlerweile, bedrohe die Existenz der Esche, die als wertvolle Baumart gilt. Um einem Umstürzen vorzubeugen, werden die Bäume beseitigt. Das ist beispielsweise am Montag entlang der Kreisstraße 3 zwischen Kierspe und Halver-Anschlag geschehen.

An der Landesstraße 528 zwischen Kierspe (Schnörrenbach) und Meinerzhagen wurden von den Baumkontrolleuren – die regelmäßig auf den Straßen im heimischen Raum unterwegs sind – ebenfalls kranke Eschen entdeckt. Da den Mitarbeitern der Straßenmeister derzeit ein Fällbagger zur Verfügung steht, wurden auch diese Bäume an der L 528 zwischen Meinerzhagen und Kierspe am Dienstag gefällt.

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