Volle Wartelisten in Kitas und Kindergärten

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Im Sommer beginnt ein neues Kindergartenjahr, die Anmeldephase endet am 13. Januar. Die MZ fragte bei den Kiersper Einrichtungen und dem Jugendamt der Märkischen Kreises nach dem aktuellen Stand.

Kierspe - In der kommenden Woche, am 13. Januar, endet die Anmeldephase für einen Platz in Kindertageseinrichtungen und Kindergärten ab dem Sommer 2016. Der Run auf die U- und Ü-3-Plätze in Kierspe und Rönsahl ist groß; das ergab eine Umfrage bei den Einrichtungen der Stadt. Das Jugendamt des Märkischen Kreises betont aber, dass jedes Kiersper Kind einen Betreuungsplatz erhält.

Schon seit einigen Monaten können Eltern ihre Kinder in ihrem Wunsch-Kindergarten anmelden. Da aber die Chance, dort auf jeden Fall einen Platz ergattern zu können, nicht immer gegeben ist, ist es mittlerweile gang und gäbe, gleich bei mehreren Einrichtungen eine Anmeldung einzureichen. Das bestätigten nahezu alle Erzieherinnen, die mit der MZ sprachen. So kommen dann schon mal mehr als 30 Anmeldungen zusammen, die derzeit in einigen Einrichtungen vorliegen. So viele Plätze können aber bei weitem nicht angeboten werden. Ganz im Gegenteil: Die Awo-Kita „Rasselbande“ wird im Sommer 2016 voraussichtlich keine Kinder über drei Jahren annehmen können, wie Einrichtungleiterin Sandra Stein mitteilt. Frei würden aber aller Voraussicht nach neun U-3-Plätze. Zwar nehme die Kita auch Anmeldungen für einen Ü-3-Platz entgegen – schließlich könne immer mal etwas frei werden – „wir weisen die Eltern aber auf die Situation hin und bitten sie, ihr Kind auch in weiteren Einrichtungen anzumelden“, so Stein.

In der Awo-Kita „Liederwiese“ haben in diesem Jahr deutlich mehr Kinder die Chance auf einen Betreuungsplatz. 20 „Abgänger“ hat Dana Schlag, stellvertretende Einrichtungsleiterin, im Sommer zu verzeichnen. Neben den sechs U-3-Plätzen würden demnach 18 bis 20 Kinder über drei Jahren einen Platz erhalten. „Das ist viel“, beurteilt Schlag und fügt hinzu, dass es dennoch eine Warteliste geben werde. Die ist auch in fast allen anderen Einrichtungen keine Seltenheit mehr. Der evangelische Kindergarten Abenteuerland führt seit Jahren eine solche Liste. Derzeit liegen der Einrichtung mehr als 30 Anmeldungen vor, sagt Gudrun Domke. Neu besetzt werden können im Sommer voraussichtlich zehn Plätze, von denen sechs an Kinder unter drei Jahren gehen werden. Bei vier freien Ü-3-Plätzen werde man wieder Absagen aussprechen müssen, ist sich Domke sicher.

Im laufenden Kindergartenjahr werden in Kierspe derzeit 74 Kinder unter drei und 412 Kinder über drei Jahren betreut. Hinzu kommen nach Angaben des Jugendamts des Märkischen Kreises 26 Jungen und Mädchen bei Tagesmüttern. „Bisher ist es uns immer gelungen, alle Kinder, bei denen es seitens der Eltern gewünscht ist, betreuen zu können“, sagt Ursula Erkens, Sprecherin des Märkischen Kreises. Allerdings nicht immer in der jeweiligen Wunscheinrichtung.

Keine Jungen und Mädchen, die älter als drei Jahre sind, wird der Kindergarten Regenbogen der Elterinitiative Rönsahl aufnehmen können. In der kleineren Einrichtung mit insgesamt 20 Kindern werden im Sommer jedoch vier U-3-Plätze frei, sagte Einrichtungsleiterin Bianca Klein. Die Kita Kunterbunt in Kierspe, die ebenfalls von der Elterninitiative getragen wird, besetzt voraussichtlich 13 freie Plätze. „Sechs U-3 und sieben Ü-3-Kinder“, bestätigte Heike Fischer im Gespräch mit der MZ. Christine Pokrandt, die für den Kindergarten Rönsahl verantwortlich zeichnet, wollte zwar keine genauen Zahlen preisgeben, konnte aber mitteilen, dass es reichlich freie Ü-3-Plätze zum Sommer geben werde. „Es gehen einige Kinder zur Schule“, so die Leiterin. Angeboten werden zudem sechs U-3-Plätze.

Eine ganz neue Einrichtung mit 30 Plätzen wird im Sommer an der Bachstraße eröffnet. Das DRK bietet dann zehn Unter-Dreijährigen und 20 Über-Dreijährigen einen Platz.

Info:

Das Jugendamt des Märkischen Kreises nimmt für jedes neu beginnende Kindergartenjahr eine Abfrage bei den öffentlichen Trägern vor, wonach über bereitzustellende Plätze entschieden wird. Ziel sei es, dass jedes Kind nach Vollendung des ersten Lebensjahres einen Platz zur Kinderbetreuung erhalten kann, sagt MK-Pressesprecher Hendrik Klein. Es besteht ein Rechtsanspruch (KiföG) auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege. Dieser, so Klein, lege aber nicht fest, dass man einen Platz in der jeweiligen Wunsch-Einrichtung bekommt oder nicht eventuell auf eine Tagesmutter ausweichen muss. Die Kosten der Betreuung in Einrichtungen oder bei Tagesmüttern richten sich nach dem Einkommen der Eltern und nach dem Umfang der Leistungen.

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