Engel aus dem Erzgebirge begehrte Sammlerstücke

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Geschmack im Wandel der Zeiten: Die neuen nordischen Tomte-Nikoläuse sind derzeit ein Renner bei den jüngeren Interessenten an weihnachtlicher Deko für die gute Stube wie Petra Schürmann weiß. ▪

KIERSPE ▪ Das Orchester wächst immer weiter: In diesem Jahr sind zwei Engel mit einer Melodika und mit einem goldenen Füllhorn neu hinzugekommen. Alle tragen das typische kurze Faltenröckchen und sind in lackiertem Naturholz gehalten.

Die Engel der Firma Blank aus Grünhainichen sind seit langem begehrte Sammlerobjekte. Liebhaber kaufen sich die Neuheiten jedes Jahr. Das gilt auch für viele andere Erzeugnisse der erzgebirgischen Volkskunst, für die gerade wieder die Hochsaison beginnt. Sie werden in großer Zahl zu sehen sein, wenn am Samstag, 24. und 25. November, die große Weihnachtsausstellung im Blumenhaus Varnhorn stattfindet.

Obwohl Inhaberin Petra Schürmann sich entschlossen hat, das Sortiment an typischer erzgebirgischer Volkskunst in der nächsten Zeit deutlich zu reduzieren und damit dem Wandel des Geschmacks Rechnung zu tragen, werden die Blank-Engel doch weiterhin dazugehören. Seit mehr als 50 Jahren fertigt die Manufaktur neben den Faltenrockengeln, die es genauso auch farbig gibt, noch Blumenkinder, Pyramiden und Spieluhren. Blank ist zertifiziertes Mitglied im Verband der erzgebirgischen Kunsthandwerker und Spielzeughersteller mit Sitz in Olbernhau und legt Wert auf beste handwerkliche Verarbeitung. So sind alle Figuren freihand gemalt und werden auch von Hand in der Leimerei zusammengefügt.

„Ebenfalls auf die Produkte von Romy Thiel kann ich unmöglich verzichten“, sagt Schürmann weiter. Und das bedeutet, dass sie weiterhin regelmäßig einmal im Jahr ins deutsche Weihnachtswunderland, wie die Region an der tschechischen Grenze genannt wird, muss, um in diesem traditionsreichen Volkskunsthaus einzukaufen und besonders die Neuheiten zu beschaffen. Diese Reise ist für sie immer wieder mit vielen Eindrücken und Inspirationen verbunden. Ebenfalls 2013 will sie wieder hin. Die Werkstatt von Romy Thiel steht für erzgebirgische Miniaturen in natürlichen Formen, die mit viel Liebe zum Detail in Handarbeit hergestellt werden. Der Familienbetrieb in Deutschneudorf unweit von Seiffen bietet einen guten Einblick in die Herstellung der Miniaturen, Schwibbögen, Räucherhäuser und vieler weiterer Volkskunstartikel. Beliebt sind besonders ihre Winter- und Laternenkinder, es gibt jedoch genauso eine Bergmannskapelle. Auch Räucherhäuser, Schwibbögen und Pyramiden kommen aus Romy Thiels Werkstatt.

Zu sehen sein werden bei der Ausstellung in zwei Wochen außerdem Säge- und Schnitzarbeiten wie Krippen oder die heilige Familie aus israelischem Olivenholz und von der Firma Finkbeiner aus dem Schwarzwald Krippen, die in ihrer Art besonders charakteristisch sind. Reichhaltig sind wieder die kunstvollen Glaskugeln des Unternehmens Krebs aus dem thüringischen Lauscha. Dort wurde im Jahr 1597 die erste Glashütte gegründet. Ab 1847 begann dann im großen Stil die Christbaumkugelproduktion.

In der Ausstellung werden jetzt mehr modernere Erzeugnisse präsentiert, die sich an ein jüngeres Publikum wenden wie skandinavische Tomte-Nikoläuse oder freche Punky-Engel mit Punkfrisur und Zwille in der Hand, Sterne aus Keramik oder Edelstahl und vieles mehr.

Geöffnet ist die Weihnachtsausstellung am Samstag von 8 bis 16 Uhr und am Sonntag von 10 bis 13 Uhr. ▪ Rolf Haase

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