Verfahren vereinheitlicht Zahlungsverkehr in Europa

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Das neue SEPA-Verfahren, das den europäischen Zahlungsverkehr vereinheitlicht, stellt Volksbankdirektor Stephan Böhse zusammen mit den Kundenberaterinnen Arbana Dervishi und Gianna Plattna vor. Hier auch das dazugehörige Überweisungsformular. ▪

KIERSPE ▪ Die Europäisierung in einer immer stärker globalisierten Welt macht auch vor dem Zahlungsverkehr nicht halt, wo bislang immer noch nationale Verfahren dominieren und vieles daher unterschiedlich geregelt ist. Die Kunden erfahren dies jetzt durch die neue IBAN bei Überweisungen. Eine Nummer, die so lang ist, dass sich wohl kaum jemand sie noch so ohne weiteres merken können wird. Was bislang noch immer möglich war. Auf dem Überweisungsformular ist die International Bank Account Number mit bis zu 34 Stellen angegeben. Aber keine Angst: ganz so lang wir sie in Deutschland nicht.

Hinzu kommt außerdem zunächst noch der acht- oder elfstellige Business Identifier Code. Nur so lassen sich dann noch Überweisungen in Europa und künftig auch in Deutschland tätigen. Ebenfalls bei Lastschriften läuft nichts mehr ohne diese Nummern. Auf die bevorstehenden Neuerungen weist von der Volksbank Kierspe Bankdirektor Stephan Böhse hin. So solle Einheitlichkeit im Zahlungsverkehr erreicht werden.

Am 1. Februar 2014 tritt die neue EU-Verordnung zum europäischen Zahlungsverkehr in Kraft. Bargeldlose Zahlungen sind dann nur noch im SEPA-Verfahren möglich und das nationale Überweisungs- und Lastschriftenverfahren wird abgeschafft. Der einheitliche Euro-Zahlungsver-kehrsraum mit der Single Euro Payments Area, kurz SEPA, ist wie schon die Einführung des Euro-Bargelds ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem gemeinsamen Binnenmarkt. Das SEPA-Verfahren kann bereits seit dem Jahr 2008 genutzt werden, wird aber jetzt für die 27 Mitgliedsstaaten der EU und fünf weitere Länder verbindlich. Im Einzelnen sind dies Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Liechtenstein, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn, United Kingdom, Zypern, Saint-Pierre, Mayotte, und Miquelon

Die wesentlichste Änderung ist, dass Überweisungen und Lastschriften nicht mehr anhand von Kontonummer und Bankleitzahl ausgeführt werden. Stattdessen wird nur noch die IBAN benötigt und bis Februar 2016 muss noch eine weitere Kennzahl, der BIC, angegeben werden. „Diese Angaben kann man schon heute auf den Kontoauszügen und der Bankkarte finden“, erklärt Böhse.

Die IBAN ist je nach Land unterschiedlich lang. In Deutschland hat sie immer 22 Stellen. Vom Prinzip her aber ist sie immer gleich aufgebaut: Sie besteht aus einem internationalen Teil, der sich aus einem Länderkennzeichen und einer Prüfziffer zusammensetzt, und einem nationalen Teil, der individuelle Kontodetails enthält. In Deutschland sind das die Bankleitzahl und die Kontonummer

Zukünftig ist es egal, ob ein Betrag innerhalb Deutschlands oder in ein EU-Land überwiesen wird. Auch Lastschriften sind dann europaweit möglich. Dies bietet besonders für Firmen deutliche Vorteile im Zahlungsverkehr. Jetzt gilt es, unsere Kunden bei der Umstellung auf das neue Verfahren zu unterstützen, ergänzt Böhse.

Handlungsbedarf besteht besonders für Unternehmen und Vereine: „Dazu werden wir in den nächsten Wochen unsere Kunden anschreiben und sie aktiv bei der Umstellung unterstützen“, so der Volksbank-Vorstand. Hierzu wird das Institut Checklisten bereitstellen, mit denen die Kunden die SEPA-Umstellung durchführen können. Beispielsweise müssen bei Firmen Briefbögen und Formulare geändert werden, erklärt Stephan Böhse weiter.

Vereine, die auch im nächsten Jahr ihre Mitgliedsbeiträge per Lastschrift einziehen wollen, müssen sich von der Deutschen Bundesbank eine sogenannte Creditor-Identifier beziehungsweise Gläubiger-ID beantragen. Wer also im nächsten Jahr weiterhin problemlos seinen Zahlungsverkehr abwickeln will, sollte daher früh handeln und nicht erst bis zum Stichtag warten, empfiehlt der Bankdirektor.

Der SEPA-Migrationsplan auf http://www.sepadeutschland.de bietet Kreditwirtschaft, Unternehmen, öffentlichen Kassen, gemeinnützigen Organisationen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern eine schnelle Übersicht, was bei der Umstellung auf die SEPA-Verfahren zu beachten ist.

Um die europäischen Standards erfüllen zu können, hat die Volksbank Kierspe bereits heute alle Vorkehrungen getroffen: So mussten im Hause die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung geschaffen werden. Durch die Anschaffung eines eigenen neuen Belegscanners wird so zudem sichergestellt, dass Überweisungen die täglich bis um 12.30 Uhr eingereicht werden, am gleichen Tag verbucht werden. „Damit haben wir es geschafft, die Qualität für unsere Kunden weiter auszubauen“, erklärt Böhse. SEPA biete daher trotz des bestehenden Handlungs- und Anpassungsbedarfs, viele Vorteile für die Kunden.

Rolf Haase

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