Volksbank unanfällig für negative Entwicklungen

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Die Direktoren Stephan Böhse und Stephan Baldschun präsentieren eine grundsolide Entwicklung der Volksbank Kierspe. ▪

KIERSPE ▪ Der CIR-Wert, der die Relation von Aufwand und Ertrag beschreibt, wird heute von allen Instituten offengelegt. Die Volksbank hat sich da weiter verbessert von 70,5 Cent auf im Geschäftsjahr 2010 64,6 Cent. „Das heißt, wir geben genau diesen Betrag aus, um einen Euro zu erlösen“, informieren die Volksbankvorstände Stephan Böhse und Stephan Baldschun. Unter 70 Cent zu liegen, sei schon ein Topergebnis für eine Bank in der Größenordnung des Kiersper Instituts. Damit und mit den anderen Zahlen des Geschäftsjahres 2010, wo eine Bilanzsumme von 112,7 Euro verbucht werden konnte, könne man hoch zufrieden sein.

Im Vorjahr lag die Bilanzsumme noch bei 109,1 Millionen Euro, woraus sich ein Plus von 3,6 Millionen Euro oder 3,3 Prozent ergibt. Vor Steuern wurde ein Jahresüberschuss von 1,505 Millionen Euro erzielt, nach Steuern immerhin noch 1,043 Millionen Euro. Davon gehen 176 000 Euro in die gesetzliche Rücklage und 757 000 Euro in andere Rücklagen. An die Mitglieder soll wieder eine Dividende von 6,5 Prozent ausgeschüttet werden, was insgesamt 110 000 Euro wären. Dies vorbehaltlich des entsprechenden Beschlusses der Vertreterversammlung, die am Donnerstag, 8. September, um 18.30 Uhr im Veranstaltungsraum der Hauptstelle an der Friedrich-Ebert-Straße 257 tagt.

An Zinsüberschuss wurden für 2010 3,18 Millionen Euro und damit ein Zuwachs von 2,8 Prozent und als Provisionsergebnis 0,88 Millionen Euro mit einem Plus von 8,2 Prozent ausgewiesen. Die Verwaltungskosten lagen bei 2,61 Millionen Euro und waren damit um 3,1 Prozent rückläufig. Das Eigenkapital lag gegenüber 10 Millionen Euro im Jahr zuvor bei 10,9 Millionen Euro. Davon waren 1,7 Millionen Euro Geschäftsguthaben, die konstant blieben, und 9,2 Millionen Euro Rücklagen, die somit gegenüber den 8,3 Millionen Euro im Vorjahr nochmals um 0,9 Millionen Euro gesteigert werden konnten. Das gezeichnete Kapital wurde 2010 von 4125 Mitgliedern gehalten, die 11 598 Geschäftsanteile hielten. Den 112 Zugängen bei den Mitgliedern standen 101 Abgänge gegenüber, so dass sich auch hier ein erfreulicher Zuwachs einstellte.

„Die Volksbank wird auch in den nächsten Jahren eigenständig bleiben und mit ihren grundsoliden Wachstumsraten von zwei bis drei Prozent gut am Markt bestehen können“, konstatieren Böhse und Baldschun. Dabei ärgern sich die beiden durchaus etwas über die teilweise unnötigen Regulierungsmaßnahmen: So hätte ein Stresstest das Institut 10 000 Euro gekostet. „Dabei hat es in der Geschichte der Volksbank noch nie Stress gegeben“, erklären sie und bezeichnen das Vorschreiben dieser regulatorischen Maßnahmen schlicht als „Wahnsinn“.

Kopfzerbrechen bereiten der Bankführung allerdings weiter die massiven Wettbewerbsverzerrungen, die durch die staatlichen finanziellen Stützungsaktionen bei schwächelnden Banken entstanden sind. „Diese milliardenschweren Staatshilfen werden mit Steuergeldern finanziert, auf die die Empfängerbanken zum Teil noch nicht einmal Zinsen zahlen müssen“, führt Stephan Böhse vor Augen.

Somit finanziere die Volksbank durch ihre Steuerzahlungen einschließlich Körperschaftssteuer von insgesamt 450 000 Euro indirekt die Konkurrenz mit, was eine bittere Erkenntnis sei. Umso schlimmer sei dies, weil diese Banken auch noch im Kundenkreis der Volksbank werben würden und Lockangebote unterbreiteten. „Durch die politischen Interventionen zur Eindämmung der Krise wurden viele ökonomische Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt“, betont der Bankdirektor, der zur aktuellen Börsenentwicklung erläutert, dass diese nicht zur gesamtwirtschaftlichen Situation passe und es große Unsicherheiten an den Kapitalmärkten gebe.

Dass die Volksbank weniger anfällig war für negative Entwicklungen, wie sie in den letzten Jahren vorkamen, liege zum einen am Engagement der Mitarbeiter und an den Mitgliedern und Kunden, die dem Institut die Treue halten und für stabile Erträge sorgten. Auch für das laufende Jahr 2011 blicken Böhse und Baldschun mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft und rechnen zurzeit mit einem relativ konstanten Ergebnis. „Dieses Ziel wird aber vom weiteren Fortgang der globalen Staatsschuldenkrise beeinflusst“, so die beiden.

Konstant blieb die Mitarbeiterzahl bei 36 inklusive Auszubildenden. Im laufenden Jahr sollen zwei weitere Auszubildende hinzukommen sowie eine Mitarbeiterin, die den Bereich des privaten Wohnungsbaus verstärkt. Eine Sachinvestition wie einen Außenanstrich der Hauptstelle gab es auch und im Schalterraum wurde zudem die Kasse erweitert durch zwei weitere Auszahlplätze, so dass jetzt insgesamt drei für einen noch schnelleren Kunderservice sorgen.

Das Einlagengeschäft der Volksbank zeigt eine sehr positive Entwicklung und wächst seit 2007 kontinuierlich. Zuletzt von 86,1 Millionen Euro in 2009 auf 88,5 Millionen Euro in 2010, was 2,4 Millionen Euro oder 2,7 Prozent mehr waren. Zurückzuführen ist dies laut Böhse und Baldschun auf das Plus besonders bei den Tagesgeldern und Spareinlagen. Rückläufig war allein der Bereich der Termingelder, weil die Kunden Zinssteigerungen erwarteten.

Zusammen mit dem Verbundgeschäft, wo die Bausparguthaben, Kundenwertpapiereinlagen und Rückkaufswerte von Lebensversicherungen mitgerechnet sind, schloss das Einlagengeschäft sogar mit 121,5 Millionen Euro ab gegenüber 117,3 Millionen Euro 2009, was eine Steigerung um 4,2 Millionen Euro oder 3,6 Prozent war. Allein die Bausparguthaben stiegen dabei um 20,3 Prozent und der Lebensversicherungsbereich um 5,1 Prozent.

Das gesamte Kundenwertpapiergeschäft mit Zertifikaten und Fonds kletterte von 17 auf 17,6 Millionen Euro, was ein Zuwachs von 600 000 Euro oder 3,7 Prozent war.

lionen Euro oder 4,3 Prozent verbuchte die Volksbank auch beim Kreditgeschäft, das von 60,1 Millionen Euro in 2009 auf 62,7 Millionen Euro in 2010 kletterte. Nimmt man die Bürgschaften noch hinzu mit einem Wachstum von 600 000 Euro auf eine Million Euro, ergab sich zusammen sogar eine Steigerung in diesem Segment von mehr als 5 Prozent, wie Stephan Baldschun aufmerksam macht. Beim Kreditgeschäft machte der private Bereich 70 Prozent und der gewerbliche 30 Prozent aus. Bei den Unternehmen kam es vor allem  zu Maschineninvestitionen, privat stand der Wohnungsbau im Vordergrund. Zusammen mit dem Verbundgeschäft wie unter anderem Hypothekenfinanzierungen erreichte das Kreditgeschäft im vergangenen Jahr sogar ein Volumen von 97,3 Millionen Euro.

Auch 2010 engagierte die Volksbank sich wieder vor Ort: So wurden 210 000 Euro an Gewerbesteuer an die Stadt überwiesen, womit das Institut zu den größten Gewerbesteuerzahlern in Kierspe gehört. Als Förderer im Bereich von Kultur, Sozialem und Vereinen gab die Volksbank mehr als 25 000 Euro aus. So wurde KuK mit einem großen Betrag unterstützt, aber auch das Stadtfest und der Verein Hand in Hand mit seinem sozialen Bürgerzentrum.

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