Volksbank investiert in die Erneuerung der Hauptstelle

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Die Volksbankvorstände Stephan Böhse und Stephan Baldschun präsentierten gestern mit dem Planer Jürgen Paschen die neue Konzeption für die Hauptstelle. Um- und Anbau sollen bis zum Frühjahr 2013 vonstatten gehen, Beginn ist in den Sommerferien. ▪

KIERSPE ▪ Die Volksbank investiert in die Erneuerung ihrer Hauptstelle. Am Mittwoch stellten die Vorstandsmitglieder Stephan Böhse und Stephan Baldschun gemeinsam mit dem Projektmanager Jürgen Paschen aus Schalksmühle, der auf Banken spezialisiert ist, die Planung vor.

Schon im Frühjahr des nächsten Jahres sollen die Umbau- und Modernisierungsarbeiten verbunden mit der Erweiterung der Geschäftsräume durch einen repräsentativ gestalteten Anbau zur Friedrich-Ebert-Straße hin komplett abgeschlossen sein. Start soll in den Sommerferien sein, wenn etwas weniger Betrieb herrscht.

Denn dann wird ins Untergeschoss umgezogen, um den Kundenservice für die nächsten rund zwei Monate dort abzuwickeln. Der Zugang wird vorübergehend auf die Gebäuderückseite verlegt. Während dieser Zeit werden die Kundenhalle und die Büros neu gestaltet, wobei beispielsweise die intakten Glaswände und -türen nur gedämmt werden, ansonsten aber erhalten bleiben, um so Einsparpotenziale zu erschließen.

Die Gründe für die Maßnahme, die sich die Volksbank trotzdem immerhin rund 1,1 Millionen Euro kosten lässt, liegen aus Sicht von Böhse und Baldschun auf der Hand: „Wir sind von 2008 bis 2011 um 16 Prozent gewachsen, was sich natürlich auch in der Mitarbeiterzahl niedergeschlagen hat. Lag diese früher bei 30, sind es jetzt 35. Statt der bisher zwei Auszubildenden haben wir mittlerweile sechs“, informierten die zwei. Die Bilanzsumme sei von 101 auf 111,7 Millionen Euro angestiegen, das Kreditgeschäft von 61 auf 66,2 Millionen Euro und das Einlagenvolumen von 88 auf 93 Millionen Euro, nennen die zwei Bankvorstände die konkreten Zahlen. Aktuell seien neue Stellen geschaffen worden, eine im Kundenberaterbereich und zwei im Kreditwesen.

Die Abläufe in der Bank seien besonders durch die räumliche Enge und die veraltete technische Ausstattung nicht mehr zeitgemäß, weshalb ebenfalls dringend gehandelt werden muss. „Wir können in Zukunft mit dem geforderten Tempo nicht mehr mithalten. Denn wenn Nachfragen von Kunden kommen, wollen diese sofort bedient werden“, führten Böhse und Baldschun aus. So werden im Rahmen des Prozesses auch zusätzliche Kontaktstellen geschaffen, Arbeitsabläufe gestrafft und natürlich die Technik auf den aktuellen Stand gebracht. In der neuen Kundenhalle wird es vier bis fünf Geldauszahlungs- und -einzahlungsautomaten geben. Dadurch soll spürbar Druck herausgenommen werden. Die Kasse entfällt künftig zugunsten von viel mehr Servicestellen, die eine schnelle Betreuung der Kunden garantieren. Neu wird ein separates Sekretariat für den Kreditbereich, welches das bislang oft überstrapazierte Vorstandssekretariat entlastet. Neben einer Kinderecke erhalten zudem alle Büros eine Ausstattung an Spielen und Kinderbüchern, so dass die Kleinen, die mit ihren Eltern kommen, immer etwas zur Beschäftigung vorfinden. Darauf achten Böhse wie Baldschun, die selbst Väter sind.

Selbstverständlich wird es einen behindertengerechten Zugang geben und auch eine eigene Servicestelle, wo sich ein im Rollstuhl sitzender Kunde und Berater auf Augenhöhe gegenübersitzen. „Der Selbstbedienungsbereich wird in die Bank integriert, so dass die Kunden bei Schwierigkeiten oder auch Fragen stets sofort einen Ansprechpartner finden und Hilfe erhalten“, erläuterte Jürgen Paschen das Konzept. Außerhalb der Öffnungszeiten wird dieser Teil gegenüber dem Rest der Kundenhalle durch Glaswände abgetrennt, die trotzdem aber ungehindert den Blick in die betont offen gehaltenen neuen Bankräume zulassen. Insgesamt verdoppelt sich die Fläche der Kundenhalle auf 400 Quadratmeter.

Die Bank bekomme so ein modernes, zeitgemäßes und zugleich freundliches Ambiente, ergänzte Paschen. Immerhin liegt die letzte Erneuerung auch rund zweieinhalb Jahrzehnte zurück, wie das Vorstandsduo betont. Das zeigt sich vor allem an den Räumen, in denen kein oder wenig Publikumsverkehr herrscht.

Im Rahmen der Erneuerungsmaßnahme der Hauptstelle wird die Kundenberatuung weiter gestärkt und die Sachbearbeitung verlagert, was wieder einmal dokumentiet, wie viel Wert die Volksbank als kleineres Institut am Markt auf den direkten Kundenkontakt legt. „Wir haben nach der Finanzkrise einen deutlich gestiegenen Gesprächs- und Beratunsbedarf registriert und wollen diesem Rechnung tragen“, betonten Böhse und Baldschun weiter. Die Menschen seien verunsichert, suchten Stabilität und Zuverlässigkeit und vertrauten auf die lokale Ausrichtung der Volksbank. „Bei uns gibt es keine stark mit Risiken behafteten Geschäfte“, versicherten sie und stellten heraus, dass die Investition in die Zukunft zugleich auch ein klares Bekenntnis zum Standort Kierspe sei. Die Volksbank bleibe weiter eigenständig und sei anders als viele andere keine Filiale einer Großbank.

Der eigentliche Erweiterungsbau, durch den einerseits ein großes Konferenzzimmer geschaffen, die Kundenhalle nach vorne ausgedehnt und auch das äußere Erscheinungsbild der Bank aufgewertet wird, soll dann im Winter errichtet werden. Hiervon wird auch städtebaulich ein positiver Effekt ausgehen, denn die gesamte Front des Gebäudes soll attraktiver gegliedert werden als bisher. So lange ist jedoch der Rest der fertigen Kundenhalle bereits wieder durch den Nebeneingang zugänglich und kann genutzt werden. Der Anbau wird einfach angedockt und zum Schluss dann geöffnet. Nachdem die Pläne jetzt stehen, wird der Bauantrag gestellt, so dass rechtzeitig begonnen werden kann. Geplant ist, dass überwiegend heimische Handwerker beauftragt werden, wie Böhse und Baldschun ankündigten. Später soll ebenfalls das Untergeschoss noch renoviert werden. ▪ Rolf Haase

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