Volksbank informiert über Erben und Vererben

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Zu einer Informationsveranstaltung über das Erben und Vererben in der Volksbank laden Bankvorstand Stephan Baldschun (rechts), Rechtsanwalt und Notar Ralf Nebel und der Volksbank-Prokurist Clemens Wieland ein. ▪

KIERSPE ▪ Das Erbrecht ist fast so vielseitig wie das Leben selbst. Doch entscheidend ist, dass man sich zu Lebzeiten darüber klar wird, wer das Vermögen nach dem eigenen Tod bekommen soll. Gerade in Partnerschaften, die bei der Fassung des Bürgerlichen Gesetzbuches vor mehr als 100 Jahren noch nicht denkbar waren, bietet ein unklares oder fehlendes Testament viel Anlass zum Streit zwischen den Erben.

Das hat auch die Volksbank Kierspe erkannt und bietet nun eine Informations-Veranstaltung zu diesem Thema an. „Menschen, die in klassischen Verhältnissen leben, können wir mit Hilfe von Broschüren die richtigen Tipps geben. Doch bei Ehepaaren ohne Kinder, bei sogenannten Patchwork-Familien oder bei geschiedenen Partnern gestaltet sich die Situation nach dem Tod oft schwieriger. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Menschen im Rahmen der Vermögensberatung auch auf diese Aspekte aufmerksam zu machen“, erklärt Volksbank-Prokurist Clemens Wieland den Grund für die Veranstaltung, bei der der Rechtsanwalt und Notar Ralf Nebel am Dienstag, 18. Mai, ab 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum der Volksbank referieren wird.

„Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten kinderlosen Ehepaare davon ausgehen, dass im Falle des Todes von einem der beiden, der andere alles erbt. Das ist aber bei weitem nicht so, da den Eltern des Verstorbenen ein Viertel des Vermögens zusteht. Und wenn ein Elternteil verstorben ist, dann treten die Geschwister des Verstorbenen an die Stelle des Elternteils“, so Nebel. Dabei sei es ganz einfach, eine solche Situation durch ein Ehegatten-Testament zu verhindern. „Zumindest verhindert es, dass sich Ehegatte und Schwiegereltern in einer Erbengemeinschaft befinden“, erklärt Nebel, der auch noch auf eine weitere Besonderheit im Erbrecht aufmerksam machte: das „Geschiedenen-Testament“, so der Fachmann.

Nebel: „Mit diesem Testament soll erreicht werden, dass der geschiedene Partner nicht auf dem Umweg über gemeinsame Kinder an das Erbe des Erstversterbenden kommt.“

Als Beispiel nennt Nebel einen fiktiven aber nicht unrealistischen Fall, bei dem Vater und Sohn kurz nacheinander in Folge eines Unfalls versterben. Da der Sohn kurz nach dem Vater stirbt, hat er diesen in der kurzen Zeit des Überlebens bereits beerbt. In der Folge würde ohne entsprechendes Testament die Mutter des Sohnes und damit die geschiedene Frau des Vaters dessen gesamtes Vermögen erben. „Das lässt sich durch ein Geschiedenen-Testament verhindern. Dabei werden die Kinder der Geschiedenen nur als Vorerben eingesetzt. Sollten auch diese versterben, erbt ein Dritter, der vorher festgelegt wurde“, so der Kiersper Rechtsanwalt und Notar.

„Die Veranstaltung ist kostenlos und steht natürlich nicht nur den Kunden der Volksbank offen, sondern allen Interessierten“, betont Stephan Baldschun, Vorstand der Kiersper Volksbank.

Anmeldungen werden unter der Rufnummer (0 23 59) 9 06 90 vom Sekretariat der Bank bis Mittwoch, 12. Mai, entgegengenommen. ▪ jobek

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