Volksbank-Bilanz setzt mit hohem Zuwachs Maßstäbe

Was die Kundenzufriedenheit angeht, sind die Volksbanken einer Studie der Facit München zur Folge die Nummer eins. An diesem guten Image wollen auch die Kiersper Vorstände Stephan Böhse und Stephan Baldschun weiter arbeiten.

KIERSPE ▪ Beim Performance Monitor, einer Online-Studie der Facit München, schneiden die Volksbanken bei der Kundenzufriedenheit in vier Kategorien als Nummer eins ab. Das Image, ein verlässlicher Partner in allen Finanzfragen zu sein, soll bei dem genossenschaftlichen Institut auch weiterhin gepflegt werden.

„Wer mit uns Geschäfte macht, weiß, was er hat. Hier steht Kierspe drauf und hier ist Kierspe drin“, unterstrichen gestern die Vorstände Stephan Böhse und Stephan Baldschun, als sie die erneut sehr positive Bilanz des Jahres 2009 präsentierten. Sie ließen keinen Zweifel, dass die Volksbank die Zukunft wie bisher im lokalen Engagement sehe und auf schnelle Entscheidungswege und Kundennähe setze. Es habe sich nichts daran geändert, dass die Eigenständigkeit favorisiert und keine Fusion angestrebt werde. „Unsere hohe Liquidität stellt dabei sicher, dass wir alle Kundenanfragen befriedigen können“, betonten die beiden. Zwar sei der Vorstand im vergangenen Jahr über längere Zeit durch den inzwischen ausgeschiedenen Wilhelm Lockemann mit drei Bankdirektoren höchst komfortabel ausgestattet gewesen, doch habe sich dies letztlich ausgezahlt.

Das Finanzvolumen in der Bilanz kletterte von 101 auf 109 Millionen Euro. Das Plus von 8 Millionen Euro stellt dabei den höchsten Zuwachs der vergangenen Jahre dar. Die Volksbank schneidet ebenfalls beim Vergleich mit den Mitbewerbern im Geschäftsgebiet mehr als gut ab, wie die Direktoren hervorhoben: So sei die Volksbank im Märkischen Kreis zwar 15-mal größer, steigere ihre Bilanzsumme aber nur um 7 Prozent und die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen sei sechsmal größer und steigere die Bilanzsumme bloß um 2,4 Prozent. „Wir sind also am stärksten gewachsen. Daran ist ersichtlich, dass wir bestens aufgestellt sind“, befanden Böhse und Baldschun.

Die Volksbank Kierspe kann sich genauso über neue Kunden freuen, die mit Spareinlagen und Finanzierungswünschen kamen, wie auch die alten der Bank treu bleiben. So stiegen die Kundengelder 2009 von 78,8 auf 86,1 Millionen Euro, was ein Plus von 7,3 Millionen Euro ist, berichtete Böhse. Diesen Trend hin zur Volksbank sehen die Chefs darin begründet, dass die Bürger aufgrund der Ursachen der weltweiten Bankenkrise, die vor allem in risikoreichen Spekulationen mit erhofften hohen Renditen zu sehen sind, mehr auf Sicherheit setzen wollen und daher einen soliden Partner wählen, der zudem an seiner Präsenz am Markt vor Ort festhält. Die Volksbank werde als „sicherer Anlagehafen“ eingestuft.

Das Bauspargeschäft erreichte bei den Neuabschlüssen 5 Millionen Euro, die Wertpapierumsätze 10 Millionen Euro und im Versicherungsbereich kamen ebenfalls 3 Millionen Euro zusammen. Insgesamt, so Baldschun weiter, hätten die acht Kundenberater im vergangenen Jahr mehr als 4000 Beratungsgespräche geführt.

Ganz wichtig ist für die Volksbank natürlich die erfolgte weitere Stärkung des Eigenkapitals, das von 9,4 Millionen Euro um 700 000 Euro auf 10,1 Millionen Euro erhöht werden konnte. Damit gehört das Kiersper Institut zu den besten drei Prozent im Verbandsgebiet des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes. Gerade dieses hohe Eigenkapital stellt einen entscheidenden Eckpfeiler für die Kreditvergabemöglichkeiten einer Bank dar. Von einer Kreditklemme kann also im Fall der Volksbank überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil sogar: „Wir dürfen und können ausreichend Finanzierungen für jeden Bedarf anbieten und haben da durch unsere Eigenkapitalausstattung beste Perspektiven“, stellten die zwei Vorstände gestern fest, nicht ohne auch ein bisschen stolz auf den Erfolg zu sein.

Nach der Betrachtung der Passiva in der Bilanz wandten sie sich den Aktiva zu, wo sich aber die positive Entwicklung der Bank im vergangenen Jahr fortsetzte: So wurden 14 Millionen Euro an Krediten zugesagt zuzüglich weiterer 9 Millionen Euro über die Verbundpartner, so dass insgesamt 23 Millionen Euro zusammenkamen. Außerdem wurden, wie Baldschun ergänzend auflistete, 2,5 Millionen Euro an Fördermitteln abgerufen, die vor allem in Ersatzinvestitionen beim Maschinenpark, Betriebsmittel besonders aufgrund des Konjunkturpaketes II der Bundesregierung, Photovoltaikanlagen sowie energieeffizientes Bauen flossen. Auch hier konnte eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Für den Neubaubereich ist die Nachfrage nach wie vor gering.

Der Zinsüberschuss konnte von 2,7 Millionen Euro auf mehr als 3 Millionen Euro gesteigert werden. Berichtet wurde jedoch auch darüber, dass das Provisionsergebnis leicht rückläufig ist und sich von 852 000 auf 814 000 Euro reduzierte. Der Jahresüberschuss kann sich ebenfalls wieder sehen lassen und liegt nach Steuern bei 814 000 anstatt im Vorjahr 726 000 Euro. Noch positiver sehen die Zahlen natürlich vor Steuern mit 1,2 beziehungsweise 1,1 Millionen Euro aus. „Mit einer Gewerbesteuer von 436 000 Euro gehören wir zu den Topsteuerzahlern in Kierspe“, erklärten Stephan Böhse und Stephan Baldschun durchaus mit einigem Selbstbewusstsein aufgrund des guten erzielten Ergebnisses, von dem auch die Mitglieder profitieren werden: Deren Anzahl ist auf 4114 Mitglieder angestiegen, die sich über eine Dividende von insgesamt 110 000 Euro oder wie schon seit Jahren 6,5 Prozent freuen dürfen.

Baldschun erwähnte zudem, dass auch 2009 wieder einiges Geld in die Förderung von lokalen Projekten und Aktivitäten investiert wurde. So kamen insgesamt 25 000 Euro den Vereinen, Schulen und anderen Einrichtungen wie der Frühförderstelle zugute. Auch der KuK-Verein und damit die Kulturarbeit vor Ort gehörte zu den Nutznießern dieses wohltätigen Engagements und genauso wurden Schulküchen oder der Mensaverein der Gesamtschule bedacht.

Einen Wermutstropfen gab es bei der Vorstellung des durchweg positiven Jahresergebnisses dann beim Blick in die Zukunft, den Böhse und Baldschun natürlich auch unternahmen, aber doch: So ließen sie keinen Zweifel, dass im laufenden Jahr noch schwierige Zeiten zu bewältigen sein werden. „Die Arbeitslosenzahl wird nicht sinken, sondern noch steigen“, stellte Baldschun in Aussicht. Er erwartet erst im dritten Quartal ein spürbares Anziehen der Konjunktur. So werde es 2010 gewiss ein wirtschaftliches Wachstum geben, doch bleibe abzuwarten, wie nachhaltig es sein werde. Sein Kollege fasste diese Sichtweise mit „verhaltenem Optimismus“ zusammen.

Perspektivisch für den Finanzmarkt glaubt Baldschun, dass das Zinsniveau sich nicht großartig ändern wird. Sondern er rechnet damit, dass es sich langfristig zwischen 3 bis 3,5 Prozent einpendelt. Hohe Zinssteigerungen werde es nicht geben.

„Wir sind gut aufgestellt, haben qualifizierte Berater und auch keine starke Personalfluktuation“, zählten die beiden die aus ihrer Sicht positiven Aspekte auf. Böhse und Baldschun dankten allen Kunden für ihre Treue.

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