Vögel fürs Schützenfest entstehen in Handarbeit

Vier Vögel entstanden in der Werkstatt von Willi Stork auch für dieses Fest wieder.

KIERSPE ▪ Die farbliche Gestaltung der vier Vögel übernahm Mareike Stork, die in den vergangenen Tagen die letzten Pinselstriche setzte, um den Holztieren ein möglichst natürliches Aussehen zu geben.

Dabei em pfand sie verschiedene Adlergattungen nach: So ist der Prinzenvogel einen Philippinenadler, der einen hohen Anteil weißes Gefieder hat, der Insignienvogel ist ein Steinadler und der Königsvogel ein Weißkopfseeadler mit gelbem Schnabel. Außerdem gibt es noch den kleinen Schülerprinzenvogel, der dünner gearbeitet ist, weil bei diesem nur mit Luftgewehren auf Zepter, Apfel, beide Flügel und Rumpf geschossen wird. Mit der Farbe gab Mareike Stork den Vögeln, die beim Schützenfest als Ziele herhalten müssen eine ganz individuelle Note.

In den Vögeln steckt viel Arbeit

Viel Arbeit steckt in den vier Vögeln, auf die während des ASV-Festes in der Zeit vom 11. bis zum 14. Juni geschossen wird. Das weiß keiner besser als Willi Stork, denn er hat die prächtigen hölzernen Tiere mit den ausladenden Schwingen zuhause in seiner Werkstatt selbst hergestellt. Nicht nur, dass sie besonders schön gearbeitet sind, der Heimwerker hat dem Verein dadurch zudem geholfen, eine Menge Geld zu sparen. Zwar bekommt er auch einen geringen finanziellen Obolus dafür, doch kostet ein Vogel sonst schnell um die 400 Euro, wie er angibt. „Mit dem Geld kann ich mir ein paar neue Sägeblätter oder anderes Werkzeug kaufen“, freut sich 56-Jährige.

Erste Vögel 2006 gebaut

Erstmals hatte er die Vögel für das Fest im Jahr 2006 gebaut, als Gerhard Vollmann König wurde. Der hatte damals schon auf einen speziellen Königsvogel geschossen, nachdem dieser die frühere metallene Königsscheibe abgelöst hat. Der Königsvogel, der anders als die drei anderen weder Zepter noch Apfel in seinen Klauen hat, aber ebenfalls eine Krone trägt, wird hochgezogen, wenn der Insignienvogel heruntergeholt worden ist. Nach den neuen Bestimmungen sind nämlich alle Metallteile im Bereich des Kugelfangs verboten. Das war nicht nur das Aus für die Königsscheibe und die Metallstange, auf der die Vögel früher saßen, sondern auch für sämtliche Schrauben und anderen Metallteile an den Vögeln.

Sägen, drechseln und schnitzen

Willi Stork sägte, drechselte und schnitzte, um die Holztiere zu bauen. Die wenigste Arbeit hatte er mit dem kleineren Schülerprinzenvogel. Beim Prinzen- und Insignienvogel wird zusätzlich noch auf die Krone angelegt und zudem mit Kleinkalibergewehren geschossen, so dass das Holz dicker sein darf. Teilweise hat er Buche, Birke und Fichte eingesetzt, wobei letzteres Holz nicht gedrechselt werden könne und Buche extrem fest sei, wie er aufmerksam macht. Die Flügel seien mit einer versteckten Latte befestigt, die es durchzuschießen gelte.

Aus insgesamt 14 Teilen besteht ein solcher Körper“, beschreibt er weiter. Sie seien teilweise nur aufgesteckt, geleimt, mit Kit oder auch mit Gips verbunden, um genau die richtige Festigkeit zu besitzen. „Denn das Schießen soll sich natürlich nicht endlos in die Länge ziehen“, wirft Stork ein. „Nach 250 bis 300 Schüssen müssten sie fallen“, schätzt der Experte, der in der Zeit von 2004 bis 2006 selbst König war. Der Königsvogel sei so konstruiert, dass er nach 30 bis 40 Schüssen fallen müsse.

Immer nach Feierabend oder am Wochenende hat Stork an den Vögeln gearbeitet. Unverkennbar ist die künstlerische Note, die nicht nur seine Tochter Mareike den Tieren verliehen hat, sondern auch er selbst: Deutlich wird das beim Vergleich mit den ersten Schützenvögeln aus seiner Werkstatt, denn in diesem Jahr hat er den Bauch etwas flacher gehalten und den Schwanz breiter. „Etwa so, wie man die Vögel von unten am Himmel sieht, also aus der Froschperspektive.“ Außerdem hat er die Köpfe zur Seite gedreht, während sie vor zwei Jahren noch geradeaus nach vorne blickten. Etwas größer sind sie ebenfalls.

Technisch gab es in diesem Jahr auch eine Neuerung, ergänzt Stork: „So habe ich an beiden Flügeln immer das gleiche Holz verwendet, damit zum Abschießen in etwa die gleiche Zeit benötigt wird – wegen der Chancengleichheit“. ▪ rh

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