Vivendi präsentiert Musik, die die Seele berührt

Chor und Orchester boten bei der Aufführung des Rock-Oratoriums eine beeindruckende musikalische Leistung.

KIERSPE ▪ Klassische Musik gepaart mit modernen Klängen machte die ungewöhnliche Komposition des Rock-Oratoriums „Emmaus“ aus, das das Vokalensemble Vivendi in der Christuskirche zur Aufführung brachte.

Pastor Reiner Fröhlich freute sich, dass ein so beeindruckendes musikalisches Ereignis wieder einmal in der Christuskirche stattfand. Er begrüßte die zahlreich erschienenen Besucher zu einem ungewöhnlichen Konzerterlebnis.

In dem Rock-Oratorium „Emmaus“ wird die Geschichte von zwei Menschen erzählt, die etwas Besonderes erleben. In das Geschehen eingebunden waren auch zwei Jugendliche (Jessica und Kevin Kurzawski), die sich vor und zwischen den einzelnen Bildern ihre eigenen Gedanken zu dem Geschehen machten. Komponiert wurde das Rock-Oratorium von Thomas Gabriel. Der Komponist wurde 1957 in Essen geboren und studierte in seiner Heimatstadt katholische Kirchenmusik. Sein Schwerpunkt sind Jazz-Bearbeitungen der Musik Johann Sebastian Bachs.

Klassisch-getragene Klänge in den ersten beiden Bildern

Die Besucher erlebten ein beeindruckendes Konzert, das mit klassisch-getragenen Klängen in den ersten beiden Bildern begann. In insgesamt sechs Bildern des Rock-Oratoriums wurde die Geschichte von Jesus von Nazareth, von seinem ersten Auftreten bis zur Kreuzigung, erzählt. Textdichter Eugen Eckard hat mit moderner Umgangssprache die Aktualität des Geschehens deutlich gemacht. Mitreißende Musik und schöne Stimmen, mal rockig, mal gefühlvoll, ergaben ein berauschendes Musikerlebnis.

Die Geschichte erzählt von Thekla und Kleopas, die sich auf den Weg nach Emmaus machten. Unterwegs treffen sie einen Fremden, der sich ihnen anschließt. Wunderbar der Sopran von Antje Bischof, die als Evangelist von der Kanzel aus rückblickend die Geschichte erzählt. Auf der anderen Seite Hans Jung (Tenor) ebenso stark und beeindruckend in der Rolle des Jesus. Besonders in der Kreuzigungsszene begeisterten die beiden Solisten mit ihrem einfühlsamen Vortrag.

Aber auch die Frauen (Antje Bischof, Birgit Claus, Petra Kurzawski) brachten mit ihrem kraftvollen Gesang großartig ihre Begeisterung zum Ausdruck, als sie das leeren Grab entdecken und erkennen, dass Jesus auferstanden ist. Das war Musik, die die Seele berührte. Sie erreichte ihren Höhepunkt im letzten Bild, als der ganze Jubel über die Auferstehung aus dem Chor heraus brach.

Von polyphoner Strenge bis zu Rockelementen

In der Komposition von Thomas Gabriel trifft eine große Bandbreite von polyphoner Strenge über romantische Klangmalerei bis hin zu Rockelementen aufeinander, auf die sich die Sängerinnen und Sänger perfekt eingelassen haben. Die Verzweiflung, die Trauer und Wut wurden durch die schnellen Wechsel in der Musik deutlich. Das Vokalensemble Vivendi bot mit dieser Aufführung eine beeindruckende gesangliche Leistung. Da war jedes Chormitglied auch gleichzeitig Solist. Sie alle verbanden sich im harmonischen Zusammenspiel mit den Instrumentalisten zu einer Einheit, die von Michael Bischof musikalisch geleitet wurde. Begeisterter Applaus belohnte den Chor und die Musiker für ihre glanzvolle Leistung.

Wer diese beeindruckende Aufführung verpasst hat, hat Gelegenheit, sie noch am 16. Mai um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael in Waldbröl zu erleben.

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