Rad- und Fußwegbrücke und Aussichtsturm auf dem Arney

+
Der Blick aus der Luft zeigt unten die Straße Am Timmerberg, darüber Kamperbach – die beide in die Wehestraße (rechts) münden – und im oberen Drittel die Kölner Straße. Rechts oben ist der ZOB noch zu erkennen.

Kierspe - Das Konzept Entwicklungsachse Kamperbach einschließlich Machbarkeitsstudie, das Wolfgang Würstlin vom Dortmunder Planungsbüro g8 am Mittwoch in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung vorstellte, enthielt einige visionäre Vorstellungen und Utopien.

Auch wenn einige Dinge nicht, nicht in der vorgestellten Form oder erst in vielen Jahren realisiert werden können, waren die Ausschussmitglieder dafür, dieses Leitbild weiter zu verfolgen, zumal es als Grundlage dienen soll, Förderanträge stellen zu können. Bekanntlich hatte die Bezirksregierung bei der Einzelfallbetrachtung „Tulpenplatz“ eine Förderung als aussichtslos dargestellt.

Grund genug, das Planungsbüro mit der Erstellung eines Konzepts für den Bereich vom ZOB bis zum Hülloch zu beauftragen, wobei auch die Kölner Straße miteinbezogen wurde. Denn es geht um eine Aufwertung und Imageverbesserung des Bereichs.

Eine Fahrradstation (mit Pedelecs) am ZOB, eine Rad- und Fußwegbrücke vom Busbahnhof zur Wehestraße und weiter zum Bahnübergang in den Volme-Freizeitpark und eine neue Einmündung der Wehe- in die Kölner Straße, waren die Ideen, die Würstlin im Rahmen seiner Präsentation vortrug. Ebenso sollte die Anbindung des Bahngeländes zum Hammerkamp, auch mit Blick auf die Umgehungsstraße, mit in die Planungen aufgenommen werden.

Den größtenteils verrohrten Kamperbach wieder an die Oberfläche führen, die Wanderwege im Bereich Windfuhr und in Richtung Schnörrenbach anbinden, die Bereiche Kamperbach, Timmerberg und Tulpenplatz beispielsweise durch eine Wohnbebauung „erfreulicher gestalten“. Wobei dem Planer natürlich bewusst ist, dass derartige Maßnahmen sehr schwierig sind, solange es die aktive „Alte Fabrik“ dort gibt.

Sollte dort einmal, aus welchen Gründen auch immer, die Produktion eingestellt werden, könne man Kultur, Wohnen und Arbeiten zusammenführen, meinte Würstlin. „Das ist noch Zukunftsmusik, doch Sie können schnell reagieren, wenn etwas passiert“, betonte der Planer. Als ebenfalls sehr schwierig sieht Würstlin, die Kölner Straße zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich zu machen. „Das geht natürlich erst, wenn es die Umgehungsstraße gibt!“

Dann aber könnten der Leerstand beseitigt sowie Boutiquen und Café an der Kölner Straße angesiedelt werden. Ebenfalls müsste eine neue Anbindung des Heidewegs an die Kölner Straße, in Verbindung mit der Straße Im Hofe, geschaffen werden.

Tristesse herrscht nicht nur am Kamperbach, sondern besonders auf dem Tulpenplatz. Um dies zu ändern, ist ein Konzept erstellt worden, das weiterentwickelt werden kann.

Dagegen ist die ursprüngliche Idee, im ehemaligen Helit-Komplex „Kultur und Kreatives“ unterzubringen, zu den Akten gelegt, da es dort schon Gewerbebetriebe gibt. Allerdings könne man der Kreativitätswirtschaft alte Gebäude am Heideweg oder an der Wehestraße anbieten. Vom Tulpenplatz könnte eine Verbindung (Fuß- und Radweg) am Bach entlang zum „Hüllochsteig“ werden. Das dort leerstehende Haus sei allerdings bereits verkauft, es biete sich aber ein naheliegendes Grundstück an, um ein Museum zu errichten, in dem beispielsweise Funde aus dem Hülloch präsentiert werden.

Der Fuß- und Radweg könnte weiterführen bis auf den Arney, wo ein Aussichtsturm auf dem Wasserbehälter gebaut werden könnte. Ebenso könnte der Waldlehrpfad eingebunden werden. Auf der anderen Seite bestehe die Möglichkeit, die Verbindung zur Schnörrenbach, wo der Gasthof – vielleicht auch als Angler-Gasthof aufgrund der vorhandene Teiche – wieder reaktiviert werden könnte, und weiter nach Meinerzhagen zum Bauernhof Gräfingholz (mit Hofladen). Dafür müsste ebenso wie bei den Wanderwegen das Gespräch mit den Meinerzhagenern gesucht werden.

Wolfgang Würstlin machte abschließend deutlich, dass einige dieser Maßnahmen relativ zeitnah realisiert werden könnten, von der Bedeutung aber nicht so hoch anzusetzen sind. Andere Ideen mit großer Bedeutung und problematischer Rechtslage seien nur schwierig durchzuführen. So sahen es auch die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung, die sich – bis auf eine Ausnahme – für die Weiterverfolgung dieses Leitbilds aussprachen.

Ausschussvorsitzender Holger Scheel fasste es letztlich zusammen: „Es sind Denkanstöße, die Idee ist da und kann weiter entwickelt werden“ Wenn einzelne Maßnahmen zu realisieren sind, dann könne geplant werden. Im Übrigen, fügte Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter Bauverwaltung und Planung, auf entsprechende Anfrage hinzu, soll dieses Konzept auch der Bezirksregierung vorgelegt werden, um zu gegebener Zeit auch Förderanträge stellen zu können und bewilligt zu bekommen. „Ich bin zwar für Konzepte, aber gegen dieses“, würde Peter Christian Schröder (FWG) am liebsten ein anderes Planungsbüro beauftragen. Denn die meisten in der Präsentation gemachten Vorschläge sieht er als nicht realisierbar an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare