Trio Rosenpalais in der Servatiuskirche

Für fröhliche und beschwingte Stimmung sorgte beim Abschlusskonzert in der Servatiuskirche vor Beginn der Sommerpause in überzeugender Weise das Trio Rosenpalais. - Fotos: Crummenerl

KIERSPE - „Wollen wir uns doch mal gleich den Schönsten aussuchen.“ Einig schienen die beiden flotten Damen in der grundsätzlichen Zielsetzung, die da heißt: „Ran an den Mann.“ Dennoch: Was die eine gut fand, musste der anderen nicht unbedingt ebenfalls „in den Kram“ passen.

Von Rainer Crummenerl

„Warum denn gleich so‘n Ollen?“ Fragend und offensichtlich davon ausgehend, dass sich bei entsprechender Suche durchaus noch etwas Besseres finden ließe, wenn man – pardon, natürlich „frau“ - sich nur entsprechend umschaut, ging der Blick vom einen zum anderen.

„Damenwahl – jetzt sind wir Mädchen dran“ lautete der Titel des letzten Konzertabends vor der Sommerpause, der am Samstagabend in der Rönsahler Servatiuskirche über die Bühne ging. Anstatt der ansonsten in dieser Veranstaltungsreihe zumeist angesagten „Klassiker“ mit oftmals kammermusikalischem Charakter stand diesmal ein locker-spritziger und mit mancherlei scheinbar spontan eingestreuten „Geistesblitzen“ gewürzter musikalischer Cocktail auf dem Programm. Das Trio präsentierte eine Auswahl der frechsten Ufa-Melodien, schönsten Tonfilmschlager und kecksten Gassenhauer aus den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts, die sich sämtlich um das „Thema No. eins“, wie es in der Programmankündigung heißt, drehten.

Schlicht aber nichtsdestotrotz aussagefähig das Bühnenbild: Dezente Blumenarrangements und ein Sektkühler mit entsprechendem Inhalt gehörten zum Beiwerk, versprachen Lebensfreude pur. Trio Rosenpalais, das sind Charlotte-Maria Brückner (Mezzosopran), Meei-tsu Wang-Kut (Violine) und Andrea Kramer-Rodermund (Klavier). Humor- und geistvoll zugleich, spielten sich die Violinistin und die mit ihrer begnadeten Sopranstimme ausgestattete Sängerin – musikalisch untermalt von eher dezenten Pianoklängen – gegenseitig die Bälle zu, ließen die Zuhörer teilhaben an Sehnsucht, Romantik, Lebenslust und dem entsprechenden „Know-How“, so wie das für die „Frau von Welt“ bei der Suche nach dem passenden Partner unverzichtbar scheint.

Ebenso gekonnt wie zur bemerkenswert authentischen Mimik passend, die vor allem Sängerin und „Frontfrau“ Charlotte-Maria Brückner den einzelnen Passagen mit auf den Weg gab, war auch die Programmfolge angelegt.

Nach der eingangs gegebenen Empfehlung „Nehm‘n Sie ‘n Alten“ (aus der Feder von Otto Reuter), verschiedenen unvergänglichen Gassenhauern wie „ Kann denn Liebe Sünde sein?“ oder „ In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine“, gab’s zwischendurch auch mal die Empfehlung „Du musst die Männer schlecht behandeln, dann spielen sie den Herrn im Haus“.

Beim rund zweistündigen Potpourri in künstlerisch anspruchsvoller Weise servierter eingängiger Evergreens, spätestens aber, als sich das Publikum nicht lange bitten ließ und beim Song vom „schönen Sigismund“ freudig mit einstimmte, kamen die Zuhörer voll auf ihre Kosten und bedankten sich anschließend mit lang anhaltendem Applaus für einen gelungenen Abend.

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