Nach langer Zeit wieder ein Treffen in der Historischen Brennerei

Virtuelle Dorfwanderung mit dem Heimatverein

Unter Federführung von Regina und Karl-Friedrich Marcus fand erstmals wieder ein Treffen des Arbeitskreises Heimatkunde statt.
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Unter Federführung von Regina und Karl-Friedrich Marcus fand erstmals wieder ein Treffen des Arbeitskreises Heimatkunde statt.

Da kam sichtlich Freude auf bei Teilnehmern, die mehr oder minder regelmäßig zu Gast sind, wenn der Arbeitskreis Heimatkunde im Brennerei-Verein Rönsahl zu einem der in der Regel einmal monatlich angesagten Treffen in der Historischen Brennerei einlädt. Endlich war es in dieser Woche wieder einmal so weit, dass nach rund einem Dreivierteljahr Zwangspause ein solches Treffen – selbstverständlich immer noch unter Beachtung der nach wie vor bestehenden besonderen Hygienevorschriften – wieder möglich wurde.

Rönsahl – Gerne nahmen die Heimatfreunde die Einladung von Regina und Karl-Friedrich Marcus, die als Ideengeber und Initiatoren des Arbeitskreises auch dieses Mal für die Programmgestaltung des Abends verantwortlich zeichneten, zur zwanglosen Wanderung auf den Spuren der noch gar nicht allzu weit zurückliegenden Vergangenheit an. Denn schließlich sollte es doch darum gehen, so dies oder jenes bislang weitgehend unbekannte oder in Vergessenheit geratene Blatt der Dorfgeschichte neu oder wieder zu entdecken.

Alte Unterlagen werden gesichtet

Realisiert wurde das durch die aus dem Erlös des Dorfkalenders erwirtschafteten Einnahmen, die die Anschaffung eines Scanners zur Entwicklung von größtenteils in Vergessenheit geratenen Rollfilm-Negativen ermöglicht hatte, einer Tätigkeit, der sich Karl-Friedrich Marcus während der „Corona-Pause“ gerne angenommen hatte.

Auf diese Weise war es möglich geworden, bisher verborgen gebliebene Unterlagen aus dem Fundus von Heimatforscher Fritz Gogarten oder auch dem Nachlass des etwa um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhunderts in Rönsahl tätigen Fotografen Elbers nicht nur zu sichten, sondern auch zu aussagefähigen Zeitdokumenten aufzuarbeiten. Anhand von Bild- und Schriftmaterial erfuhren die Heimatfreunde so beispielsweise von der ehemaligen Existenz eines sogenannten Läuterhauses, das ehedem und in der Hochzeit der Schwarzpulverfabrikation im Rönsahler Raum zur Aufbereitung von Schwefel und Salpeter als wichtige Bestandteile des weit in die damalige Welt gelieferten Jagd- und Schießpulvers „Diana“ gedient hat.

Dieses Läuterhaus hat – entsprechenden Recherchen zufolge – etwa in der Nähe des heutigen Anwesens „Vor dem Isern“ gestanden und wurde seinerzeit, so sagt es der Bericht aus den Aufzeichnungen Gogartens, beim Bau der modernen Fabrikanlage der ehemaligen Firma August Steger in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg mit in die damaligen Baumaßnahmen einbezogen.

Blick in vergangene Zeiten

Bilddokumente über eine erfolgte Modernisierung des damals schon 500 Jahre alten und heute leider nicht mehr existenten Hauses Heege, einem der ältesten Anwesen im Ort, festgehalten in Bildern aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, Bildberichte über die Einquartierung von 60 Soldaten im damaligen Gasthof Vormann, ein Blick auf das einstmals vorhandene und heute längst verschwundene kleine Tagelöhnerhaus in der Ortslage „Am Stockey“, schlossen sich an.

Aussagekräftige Unterlagen über die ehemaligen Arbeitsdienstbaracken „Am Stade“ (heute befindet sich dort das Wohnheim Waldheimat), und so dieses oder jenes Zeitdokument unterschiedlicher Prägung aus dem Dorf- und Vereinsgeschehen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg rundeten den unterhaltsamen Abend schließlich ab und weckten die Vorfreude auf das nächste Treffen der Heimatfreunde.

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