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Villa-Garten öffnet für Besucher

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Von: Detlef Ruthmann

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Führungen im alten Garten der Villa Wirth
Vor vielleicht 100 Jahren war die Villa Wirth noch gut zu sehen, da Bäume und Büsche noch nicht so hoch gewachsen waren. Außerdem gab es, als dieses Bild entstand, bereits das Hühnerhaus (links). © Archiv Grüger

Die Freude und Begeisterung ist ihm förmlich anzumerken, wenn Dr. Matthias Grüger über den mittlerweile 110 Jahre alten Park der Villa Wirth spricht.

Kierspe - Auf der Suche nach einem großen Garten hatte der promovierte Kaufmann aus Köln den Garten bei Google Earth entdeckt. „Da konnte man sogar den Seerosenteich erkennen.“

Führungen im alten Garten der Villa Wirth
Die Villa Wirth kann Matthias Grüger wegen der Mieter zwar nicht von innen zeigen, doch der große Garten beziehungsweise Park ist in seiner ursprünglichen Form erhalten und damit 110 Jahre alt. © Ruthmann, Det

Die Leidenschaft für parkähnliche Gärten – „Schrebergärten sind nicht mein Ding!“ – hatte er von seinen Eltern, die einmal einen alten Bahnhof gekauft hatten. Doch es dauerte bis ins Jahr 2014, ehe sich Grüger entschloss, die Villa Wirth zu kaufen. „Das Haus brauche ich eigentlich nicht“, bekennt er, dass er es für den Park getan hat – in der Villa hat er zwar eine kleine Wohnung, doch die „herrschaftlichen Räume“, wie es Grüger bezeichnet, sind vermietet.

Führungen im alten Garten der Villa Wirth
Dr. Matthias Grüger, Besitzer der Villa Wirth, ist begeistert vom 110 Jahre alten und unveränderten Garten oberhalb der Volme. © Ruthmann, Det

Obwohl Karl-August Wirth und sein Architekt vor 110 Jahren hochwertig gebaut hatten, so wurden vor sieben Jahren dringend Sanierungen notwendig: Die 1911 installierten Dachpfannen halten zwar bis heute, doch der Speis, mit dem die Ritzen abgedichtet waren, wurde mürbe – es drang Feuchtigkeit ein. Dagegen blieb der Garten bis auf die übliche Pflege sowie einen Rückschnitt der Bäume unverändert: Baumallee, sogar ein Laubengang, Regenrinnen aus Backsteinen, Schau- und Bauerngarten, kleiner Teich, Rosarium, Freitreppe, Böschungen – „alles ist im Original und im super Zustand“, freut sich Matthias Grüger über den fast 9000 Quadratmeter großen Garten.

Führungen im alten Garten der Villa Wirth
Das Hühnerhäuschen, das später als die Villa entstanden ist, steht ebenfalls noch unverändert. © Ruthmann, Det

„Ich finde historische Häuser toll, sie haben sehr viel Charakter und Stil“, fügt er hinzu, dass auch die Denkmalschützer nicht nur mit der Villa – Böden, Fenster, Türen, Klinken und mehr sind im Original erhalten – , sondern auch mit dem Park zufrieden waren. Beides wurde im September 2018 in die Kiersper Denkmalliste eingetragen. Der Ökonom, der mittlerweile Privatier ist, zeigt sich erleichtert, dass die Haussanierung vorher durchgeführt werden konnte. Als Denkmal wäre es doppelt so teuer geworden, schätzt er.

Führungen im alten Garten der Villa Wirth
Im kleinen Park gibt es sogar einen Laubengang. © Ruthmann, Det

Gleichwohl erlaubt ihm nun der Denkmalschutz gewisse Umnutzungen – das wäre beispielsweise auch der Fall für das kleine Hühnerhäuschen, das erst später (nach 1911) gebaut worden war und ebenfalls der Selbstversorgung diente.

Drei Führungen

Dr. Matthias Grüger öffnet am Samstag, 23. Oktober, nicht nur den Garten der Villa Wirth für Besucher, sondern bietet auch Führungen an, und zwar um 11, 13 sowie 15 Uhr. Geparkt werden sollte auf den Parkplätzen am Bahnhof. Für Besucher gilt die 3G-Regel.

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