Auch in Kierspe: Trend zur Urnenbestattung

Auf einer Freifläche in der Nähe des Haupteingangs könnte die neue Urnenanlage entstehen, wenn der Ausschuss Ende dieses Monats zustimmt. -  Foto: Becker

KIERSPE - „Der Trend zur Urnenbestattung ist in ganz Deutschland erkennbar. Die zurückgehende Zahl der Erdbestattungen im Sarg hinterlässt auch am Büscherweg deutliche Spuren und freie Flächen“, erklärt Klaus Müller, der für Friedhofsangelegenheiten zuständige Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Von Johannes Becker

Mit den ersten beiden Urnenwürfeln habe man vor einigen Jahren reagiert und damit einen Nerv getroffen. Bereits nach kurzer Zeit waren diese belegt und es wurde eine Urnenwand aufgestellt. Diese ist mittlerweile aber auch belegt und eine zweite Wand in Planung. Diese soll dem Fachausschuss „Umwelt und Bauen“ Ende Februar vorgestellt werden. Nach einer Genehmigung durch die Politik soll die neue Anlage dann im Bereich des Haupteingangs aufgestellt werden.

Doch Müller sieht das Errichten immer neuer Wände kritisch: „Wenn wir den Charakter unseres Friedhofes erhalten wollen, müssen wir nach anderen Möglichkeiten suchen, denn allzu viele freistehende Urnenanlagen verträgt der Friedhof nicht mehr.“

Bereits seit Jahren bietet die Verwaltung neben der klassischen Erdbestattung, bei der die Angehörigen für die Pflege sorgen, zahlreiche andere Formen der Bestattung an. Außer den Urnenwänden ist dies unter anderem die Urnenbestattung im Erdgrab. Dieses Grab kann dann genauso gestaltet und gepflegt werden wie ein Grab, in dem sich ein Sarg befindet. Darüber hinaus gibt es die „nicht anonymen Erdgräber“. Dabei wird die Grabstelle mit Rasen eingesät. Lediglich eine flach verlegte Platte erinnert mit Namen und Lebensdaten an den Verstorbenen.

„Unsere Überlegungen gehen in Richtung eines Urnenfeldes, bei dem die Gestaltung festgelegt ist und die Pflege von Mitarbeitern der Stadtverwaltung übernommen wird“, erklärt Müller, der auf eine ähnliche Anlage in Meinerzhagen verweist.

Mit solchen Angeboten käme man den Wünschen der Kiersper nach, denen immer häufiger daran gelegen sei, dass ihre Kinder und auch andere Angehörige nicht mehr mit der Pflege der Gräber „belastet“ würden.

Allerdings, so Müller, seien die neuen Grabstätten natürlich auch teurer, weil der Pflegeaufwand, den die städtischen Mitarbeiter jahrzehntelang leisten würden, in die Kalkulation einbezogen werden müssten.

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