Frühling hält Einzug in Gärten

+
Die Frosythien stehen schon in voller Blüte, sonst ist es noch ziemlich kahl in den Gärten.

Kierspe - Apfelbäume gehören zu den sogenannten Zeigerpflanzen. Wenn sie blühen, hat der Vollfrühling Einzug gehalten. Soweit ist es noch lange nicht, vorerst zeigen die Mirabellen- Kirsch- und Apfelbäume im Garten von Vera und Edward Schönknecht erst zaghafte Ansätze künftiger Blütenpracht. Trotzdem sind die beiden schon seit geraumer Zeit mit Gartenarbeit beschäftigt.

Von Birgitta Negel-Täuber

„Die Leute haben keine Geduld mehr,“ lacht Lydia Singer vom Kleingartenverein. Denn die ersten warmen Tage haben nicht nur Osterglocken, Krokusse und Forsythien zum Blühen gebracht, sie haben auch die Gartenbesitzer ins Freie getrieben.

In vielen Gärten laufen bereits die ersten Vorbereitungen. Die Rosen werden wieder abgedeckt, altes Laub zusammengeharkt, die Beete durchgehackt und wem es allzusehr in den Fingern juckt, der bepflanzt die Kübel mit Primeln und Stiefmütterchen. Denn die vertragen leichten Frost. Der Stapel fürs Osterfeuer wächst auch schon, verbrannt werden hier die abgewelkten Stauden, Heckenschnitt und Tannenzweige, die die Pflanzen im Winter vor dem Frost schützten.

Viele Gartenbesitzer sind aber vorläufig mit Renovierungsarbeiten an Haus und Gartenanlagen beschäftigt. So baut Waldemar Bock ein neues Gewächshaus auf, nachdem der Hagel im vergangenen Jahr das alte stark beschädigt hatte. Unterstützung erhält er dabei von der Verwandtschaft, Schwager und Schwiegervater leisten mit Schraubenschlüssel und Akkuschrauber sachkundige Hilfe. Tomaten und Gurken wolle er dort pflanzen, erzählt Waldemar Bock. Gelbe Zucchini stehen ebenfalls auf seinem Pflanzplan und natürlich Kartoffeln. Die werden aber erst ab Ende April gesetzt.

Zurzeit sind Pflanzarbeiten, abgesehen von der Kälte, auch deshalb noch nicht möglich, weil die Kleingärtner von Anfang November bis Ende März kein Wasser haben. Das wird im Winter abgestellt, um das Einfrieren der Leitungen zu verhindern. Auch die Häuser sind mangels Heizung in der kalten Jahreszeit nicht nutzbar.

Familie Bock bewirtschaftet den Garten in der zweiten Saison, viele Pflanzen stammen noch von den Vorbesitzern. Rote und schwarze Johannisbeeren und Erdbeeren warten auf mehr Sonne, dagegen sprießen bereits Knoblauch und Frühlingszwiebeln und auch der Sauerampfer kann schon geerntet werden.

Den hat auch Alexander Milyayev in seinem Hochbeet angepflanzt. Bei seiner Familie sei die Wildpflanze sehr begehrt, erzählt er. Von manchen Gärtnern wird sie als Unkraut angesehen, ist aber sehr vitaminreich und wegen ihres säuerlichen Geschmacks eine beliebte Zutat zu Suppen und Saucen.

Obst, Gemüse und Blumen finden sich in allen Gärten und werden liebevoll gehegt und gepflegt. Viele Kleingärtner düngen mit Kuh- und Pferdemist, den sie von den Bauern der Umgebung bekommen.

Vera und Edward Schönknecht sind vor allem am Wochenende in ihrem Garten. Die Rosen haben sie schon beschnitten und die Stämme der kleinwüchsigen Obstbäume gekalkt. Damit werde Insektenbefall verhindert, erklärt Edward Schönknecht. Andere Gärtner verwenden Kleberinge zu diesem Zweck. Vorerst zehrt das Ehepaar noch von der Ernte des letzten Jahres. Seine saftigen, etwas säuerlichen Äpfel kann Edward Schönknecht bis Mai lagern. Bis zur nächsten Ernte muss er dann allerdings etwas warten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare