Viele Kiersper Händler verzichten auf Plastik

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In der Post-Apotheke halten Gisela Gerlach (links), Natalie Janzen und ihre Kollegen Papiertüten und Stofftaschen für ihre Kunden bereit.

Kierspe -  Wenn Wurst, Obst und Käse nach dem Einkauf im Supermarkt im Plastikbeutel verstaut werden sollen, müssen die Kunden dafür in den meisten Supermärkten zahlen. Auf der Grundlage einer freiwilligen Initiative des Handels sollen künftig auch Einzelhändler Plastiktüten nur noch kostenpflichtig an ihre Kunden rausgeben, will die EU doch den Verbrauch von umweltschädlichen Plastiktüten in den kommenden Jahren deutlich reduzieren.

Die Selbstverpflichtung des Handels, die von einigen Verbänden durchaus auch kritisiert wird, ist für viele Kiersper Händler allerdings schon lange kein Thema mehr: „Wir haben Papiertüten in unterschiedlichen Größen. Für größere Sachen geben wir auch Jutetaschen raus“, erklärt Stella Börger von der Post-Apotheke an der Kölner Straße. Seit gut einem Jahr werde auf Plastiktüten verzichtet – „eine bewusste Entscheidung für die Umwelt“.

Ähnlich sieht das auch Christiane Karge. „Wir versuchen, möglichst keine Plastiktüten mehr zu nutzen“, so die Inhaberin der Apotheke am Wildenkuhlen und der Adler-Apotheke. Einige Tüten habe sie in ihren Apotheken allerdings noch vorrätig, „die werden wir auch noch aufbrauchen.“ Neue Plastiktüten werde sie nicht bestellen, kündigt Christiane Karge an, die daher auch Stofftaschen für ihre Kunden vorrätig hat, sich allerdings wünschen würde, dass diese auch „wiederverwertet“, also beim nächsten Einkauf wieder benutzt, würden.

In den Köpfen müsse sich der Verzicht auf Plastik noch verankern. Allerdings hat die Apothekerin bereits festgestellt, dass das Umweltbewusstsein in dieser Hinsicht bei vielen Kierspern erfreulicherweise bereits vorhanden ist. „Viele Kunden sagen auch von sich aus, dass sie keine Tüten möchten.“ Ob Biotüten eine weitere Alternative sein könnten, müsse sich noch zeigen. Diese seien teuer und könnten dann wohl nicht kostenfrei abgegeben werden.

Zehn Cent mussten Kunden bislang zahlen, wenn sie bei Dieter Meitz an der Aral-Tankstelle eine Tüte für ihre Einkäufe benötigten. Meitz habe sich nun entschlossen, 20 Cent für eine Tüte zu kassieren. Der ein oder andere Kunde werde sich dann vielleicht überlegen, ob er für eine oder zwei Dosen Bier wirklich eine Tüte benötige. Im Schuhaus Ulrich in Rönsahl werden Tüten dagegen auch weiterhin kostenfrei angeboten. In letzter Zeit hätten einige Kunden aber durchaus auf Plastik verzichtet, hat Marcel Ulrich festgestellt.

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