Viele Kiersper finden 1,50 Euro pro Sack teuer

KIERSPE ▪ „1,50 Euro pro Sack Grünschnitt ist viel Geld“, bezog eine Gartenbesitzerin Position. „Wenn ich im Sommer vier bis sechs Säcke hierher bringe, bin ich viel Geld los.“

Doch ihr wird nicht viel anderes übrig bleiben, als zu bezahlen, denn der kostenlose Anlaufpunkt Meinerzhagen ist für Nicht-Meinerzhagener geschlossen. Für sie bleibt jetzt nur der Kiersper Bauhof, der seit dem vergangenen Wochenende wieder an Freitag- und Samstagnachmittagen von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet hat. Seit mehr als zehn Jahren stehen Thomas Zamoryn und seine Mutter Helga neben dem großen Container und warten auf ihre Kundschaft. „Im Sommer nehme ich hier den Grünschnitt und den Elektroschrott an“, berichtet Thomas Zamoryn. „Im Winter habe ich weniger zu tun, dann kümmere ich mich nur um die Annahme des Elektroschrotts.“

Thomas Zamoryn macht seine Aufgabe gerne. Bei Wind und Wetter steht er bereit und wartet auf die Gartenbesitzer. Seine Mutter begleitet ihn, so oft sie kann. „Ich komme mit, damit es ihm nicht so langweilig wird. Außerdem helfe ich ihm, das Geld zu kassieren“, erklärt sie. Die meisten der Kiersper, die kommen, sind nett. Selten werden ungehaltene Worte geäußert und wenn doch, dann sind nicht Helga und Thomas Zamoryn gemeint. „Schon mal ärgern sich die Menschen, dass der Container unter der Woche abgeschlossen ist“, erzählt Thomas Zamoryn. „Doch schließe ich ihn nicht ab, dann finde ich am nächsten Morgen Elektroschrott in ihm und der muss dann von mir wieder herausgesucht werden.“

Ärger über wildes Abkippen

Thomas Zamoryn ärgert sich auch darüber, dass es Menschen gibt, die nachts kommen und ihre vollen Säcke vor den Container stellen, ohne zu bezahlen. Das findet er ebenso ungehörig wie das Abstellen von Grünschnitt in der Schnörrenbach. Da hat er auch schon so manche Stunde aufgepasst, wer dort verbotenerweise Gartenabfälle abkippte: „Wir haben einige erwischt, und für die ist es richtig teuer geworden.“

Am Nachmittag des Karsamstags war es vor dem Container gar nicht so ruhig, wie es so mancher sich vorgestellt hatte. Oft kamen Autos vorgefahren, beladen mit Grünschnitt. Mal waren es nur zwei, mal aber auch sechs und mehr Säcke, die abgegeben wurden. Einige unter den Kunden hatten schon eine kleine Sauerlandtour hinter sich: Sie waren zuerst nach Meinerzhagen gefahren, wurden dort aber abgewiesen, weil sie aus Kierspe kamen. „Verstehen kann ich die Stadt Meinerzhagen schon, dass sie jetzt aufpasst, wer den Grünschnitt abgibt“, gab ein Hausbesitzer an. „Es gab ja auch viele, die übertrieben haben.“

1,50 Euro für einen Sack Grünschnitt empfinden viele Gartenbesitzer aber dennoch als etwas happig. „Ein Euro täte es auch“, meinen sie. „Wir wollen jetzt nur nicht hoffen, dass der ganze Grünschnitt in den Kiersper Wäldern verteilt wird.“

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